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Samstag, 11. Januar 2014

20 Jahre zapatistischer Aufstand

Veranstaltungsreihe der Gruppe alerta
im Linken Zentrum Hinterhof, Düsseldorf

Am 1. Ja­nu­ar 2014 jährt sich zum 20. Mal der Auf­stand der Za­pa­tis­tas in Ch­ia­pas/Me­xi­ko. An Neu­jahr 1994 er­ho­ben sie sich mit einem „¡Ya Basta!“ / „Es reicht!“ gegen Re­gie­rung, neo­li­be­ra­len Ka­pi­ta­lis­mus, Ras­sis­mus und Aus­beu­tung. Seit 20 Jah­ren leben sie nun in ihren über 1.​000 Ge­mein­den eine auf Gleich­be­rech­ti­gung, Ba­sis­de­mo­kra­tie und So­li­da­ri­tät ba­sie­ren­de Al­ter­na­ti­ve. Ihre an­hal­ten­de und ge­leb­te Re­vo­lu­ti­on „von links und unten“ hat uns und viele an­de­re Men­schen welt­weit in­spi­riert. Daher wid­men wir ihnen eine Ver­an­stal­tungs­rei­he – In­for­mie­re, dis­ku­tie­re und feie­re mit uns!
Aus An­lass des Ju­bi­lä­ums haben wir die Er­klä­rung „¡Fes­te­ja­mos! / Wir fei­ern!“ in Spa­nisch und Deutsch ver­öf­fent­licht.
Und die Gruppe alerta hat einen Ar­ti­kel „Eine an­de­re Welt ist mög­lich!“ ver­fasst, der in der terz von Ja­nu­ar auch in Druck­ver­si­on er­schei­nen wird.

Freitag, 3. Januar 2014

Nordpol-Tresen mit Film und Diskussion

Wann: 22.01.2014 um 18:00 Uhr
Wo: Nordpol, Münsterstr. 99, Dortmund

„Der Aufstand der Würde“ - Die zapatistische Bewegung in Chiapas/Mexico
Film mit anschließender Diskussion
Am 1.Januar 1994 besetzen Tausende indigene Männer und Frauen unter der Losung "Ya basta!"(„Es reicht!“) sieben Städte im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas. Zwei Wochen lang kämpften die Zapatistas bewaffnet gegen Ausbeutung, Rassismus und Unterdrückung. Seitdem setzen sie sich mit zivilen Mitteln für eine Verbesserung der Lebenssituation der Bevölkerung und für basisdemokratische Strukturen ein.
Filmdauer 65 Min, anschließend Diskussion mit Petra Rodriguez, die als Menschenrechtsbeobachterin öfters dort war.
Weitere Info zum Film findet ihr unter: http://zwischenzeit-muenster.de/2012-materialien-filme-aufstand.html
Nach der Diskussion startet wie gewohnt der Mittwochstresen!

Quelle: Nordpol

Samstag, 1. Mai 2010

Aufruf zum Euromayday Ruhr

Hast Du bezahlte Arbeit? Kannst Du davon leben? Hast Du freie Zeit? Was kannst Du Dir leisten? Kannst Du Dein Leben selbst bestimmen? Was wünscht Du Dir? Was machst Du im Alter?

Wir haben die Nase voll! Her mit dem schönen Leben – ohne Angst und Unsicherheit, ohne Ausbeutung und Unterdrückung, hier und überall! Der 1. Mai ist unser Tag, um gemeinsam als Parade laut und sichtbar zu sein und unseren Wünschen Ausdruck zu verleihen. Der EuroMayDay ist eine Einladung, um gemeinsam mit anderen zu handeln, zu kämpfen und zu feiern!

Immer mehr Menschen werden Ansprüche und Garantien genommen. Sie werden in unsichere Lebensverhältnisse abgedrängt. Mittlerweile arbeiten bereits ein Drittel aller Beschäftigten unter prekären Bedingungen, das heißt in Leiharbeit, in Minijobs, in befristeten Arbeitsverhältnissen, in mies oder gar nicht bezahlten Praktika, als Ich-AG oder als papierlose MigrantInnen ohne jeglichen Schutz. Besonders in den Bereichen Pflege, Hausarbeit und Einzelhandel arbeiten zumeist Frauen, die angesichts der geringen Löhne und der niedrigen Stundenzahlen kein existenzsicherndes Einkommen erhalten. Diese Prekarisierung und der radikalisierte Wettbewerb setzen auch die so genannten Stammbelegschaften unter Druck. Allein die Anwesenheit von LeiharbeiterInnen in einem Betrieb wirkt (lohn)disziplinierend.

Wir sollen mehr arbeiten und weniger verdienen. Die Bedrohung mit Armut und Ausschluss soll uns gefügig machen, niemand sich sicher fühlen. Das entwürdigende Regime der Hartz-Gesetze erzeugt Angst. Die Entrechtung und Gängelung der Erwerbslosen mit 1-Euro-Jobs, Vorladungen, Hausdurchsuchungen oder Zwangsumzügen wird begleitet von einer widerlichen Missbrauchsdebatte, die ausgrenzen und isolieren soll.

Nach dem Ende von Kohle und Stahl ist diese Situation besonders hier im Ruhrgebiet zu spüren. Die Kommunen sind pleite und leiden unter einer hohen, verfestigten Erwerbslosigkeit. Umfassende Sparprogramme sollen jetzt helfen die Haushalte zu sanieren. Wie üblich wird dabei besonders im sozialen und soziokulturellen Bereich gespart.

Mit der Kulturhauptstadt RUHR.2010 soll der sterbende Dinosaurier Ruhrgebiet zu neuem Leben erweckt werden. Kultur wird zum Standortfaktor und Kreativität auf eine Geschäftsidee reduziert. Gerade der von der Kulturhauptstadt so gefeierte Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft ist das Modell eines stark prekarisierten Arbeitsmarktes. Er wird bestimmt von Zeitverträgen und unsicheren, selbstständigen Arbeitsverhältnissen.

Die Politik bastelt an Prestige-Projekten, wie z.B. dem Bau eines neuen Konzerthauses in Bochum oder dem Dortmunder U-Turm als Zentrum für Kunst und Kreativität. Von der Mehrheit der BewohnerInnen, die das Zeitalter von Kohle und Stahl hier zurückgelassen hat, haben sich die Verantwortlichen längst verabschiedet. Diese Mehrheit der BewohnerInnen wird von diesen Projekten des sogenannten Strukturwandels nicht profitieren.

Öffentliche Gelder müssen allen Menschen, die hier leben, zugute kommen! Kulturelle Infrastruktur muss in erster Linie soziale Infrastruktur sein! Dazu gehört ein Bildungssystem, das nicht selektiert sondern fördert, ebenso wie ein schneller, bezahlbarer, öffentlicher Nahverkehr und eine umfassende Gesundheitsversorgung sowie die Finanzierung von z.B. Stadtteilzentren und Schwimmbädern! Diese Gemeingüter gehören uns allen!

Wir bleiben nicht bei der Verteidigung der Gemeingüter stehen, sondern wissen, dass allen Menschen ein ausreichendes Einkommen zusteht. Alle Menschen sollen ihren Aufenthalts- und Wohnort frei wählen dürfen. Wir wollen eine solidarische Gesellschaft, die mit patriarchalen und rassistischen Gewalt- und Herrschaftverhältnissen bricht.

Deshalb weisen wir jegliche rassistische und nationalistische Spaltung zurück. Rechte Parteien schüren den sozialen Neid und finden auch bei Teilen der bürgerlichen Mitte Unterstützung mit Kampagnen für einen Sozialstaat und Mindestlohn nur für "Volksgenossen". Unter den Slogans "Ausländer raus" und "Deutschland den Deutschen" wird Rassismus verbreitet. Die Angriffe von Neonazis gegen MigrantInnen und politische GegnerInnen nehmen zu, in den letzten Jahren wurden in Dortmund sogar mehrere Menschen von Neonazis ermordet. Die 1. Mai-Demo des DGB wurde im letzten Jahr von Neonazis angegriffen. Es geht also auch darum Dortmund ein anderes Gesicht zu geben und Solidarität zu leben.

Das Fehlen von Sicherheiten und Garantien ist uns gemeinsam: Ob wir als KünstlerInnen oder Reinigungskraft arbeiten. Ob wir akut von einer Betriebsschließung bedroht oder schon erwerbslos sind. Ob wir neben dem Studium als DJ unterwegs sind oder als neue Selbständige unser unternehmerisches Selbst vor uns her treiben. Dieses negative Gemeinsame wollen wir, trotz all unserer Unterschiedlichkeit, zu einem positiven Gemeinsamen wenden, zu einem Recht auf ein gutes Leben. Der EuroMayDay ist die Aufforderung an Euch, dieses positive Gemeinsame zum Schwingen und Tanzen zu bringen. Das meinen wir durchaus wörtlich. Wir wollen dem Wortgeklingel der Kulturhauptstadt und den Zumutungen unseres Lebens unsere Wünsche und Forderungen entgegen stellen und eine große Party auf der Straße feiern.

»Mayday, Mayday« ist das Signal, welches in Seenot geratene Schiffe aussenden. In diesem Sinne: Raus aus den Federn, es kommt auf uns alle an! Der EuroMayDay ist eine offene Parade - alle sind eingeladen, ihre Prekarisierungserfahrungen, Aneignungskämpfe, Ideen und Forderungen einzubringen. Ob mit Kostümen, Schildern, Tänzen, Musik oder anderem ist jedem und jeder selbst überlassen!

Der EuroMayDay startet am 1. Mai 2010 um 15 Uhr in Dortmund am Hauptbahnhof Nordausgang.


Falls ihr den Aufruf als Gruppe oder Einzelperson unterstützen wollt, schreibt uns eine E-Mail.

die 43 Unterstützer_innen-Gruppen (Stand 28.4.2010):

AG Bildungsstreik Bochum | AG Bildungsstreik Duisburg-Essen | AG Kritische Kulturhauptstadt | alternative liste Bochum | Antifa Medienzentrum Dortmund | Antifaschistische Linke Münster | Antifaschistische Union Dortmund | Antinationale Antifa Dortmund | ASJ Herne/Recklinghausen | AStA Ruhr-Uni Bochum | Attac Bochum | attac campus bochum | Bochumer Sozialforum | der_notstand Bochum | FAU Dortmund | FAU Münster | FAU Bielefeld | FAU Essen | FAU Moers | Forum gegen Rassismus Campus Dortmund | Freiraumtanz Bochum | GEW LASS NRW | Globalibre | Hoodstock | INURA-Ruhr | Kultur- und Initiativenhaus Langer August | KulturHaus Taranta Babu | Kunterbunt e.V. | Kulturzentrum Bahnhof Langendreer Bochum | LabourNet Germany | Land for Free | Libertäre Medienmesse 2010 | lippe*alternativ | Radio El Zapote - Autonome Kultur- und Konzertgruppe Bochum | Rattenloch Schwerte | Soziales Zentrum Bochum | Sozialforum Dortmund | Theater Metropol Dortmund | Transnationales Aktionsbündnis | Unabhängige Sozialberatung Bochum | Unrast Verlag | ver.di Jugend NRW | ver.di Jugend Südwestfalen 

Infos & Quelle: EuroMayDay Ruhr

Samstag, 1. August 2009

Rudolf-Heß-Marsch in Budapest behindern!

Nachdem das Verbot einer Kundgebung zum Todestag von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß im August dieses Jahres in Wundsiedel vom Bayerische Verfassungsgerichtshof  bestätigt wurde, bewirbt die militante Neonazi-Szene auf den einschlägigen Seiten nun offensiv für einen Rudolf Heß-Gedenkmarsch mit einem anschließenden Konzert am 15. August in der ungarischen Hauptstadt Budapest.  Der Grund dafür könnte sein, das eine gleichwertige Ersatzveranstaltung sich in Nazikreisen bislang nicht etablieren konnte. 

Als Veranstalter tritt die „NS-Front Hungaria“ in Erscheinung. „NS-Front Hungaria" bildet das Dach der Neonazi-Organisationen „Blood&Honour Hungaria“, „Pax Hungarica“, „Veres Kard − Blutiges Schwert“ und „Hungaria Skins“. 

Die rechte und rechtsextreme Szene in Ungarn erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit, wobei sich die Medien hierzulande in der Berichterstattung meist nur auf „Jobbik“ und die „Ungarische Garde“ konzentrieren. Die rechtsextreme Partei Jobbik konnte bei den EU-Wahlen aus dem Stand knapp 15% der Stimmen holen.

Nicht nur aufgrund der starken Rechten, sondern auch aufgrund der Ankündigung deutscher und österreichischer Neonazis sich am Marsch zu beteiligen, ist mit starker Präsenz und ähnlichen Bildern wie am 13.2.2009 in Budapest zu rechnen. Am sogenannten „Day of Honour“ marschierte eine vierstellige Zahl von Neonazis de facto ungestört durch Budapest.

Rechstextrem, rassistisch oder antiziganistisch motivierte Übergriffe gibt es in Ungarn momentan fast täglich zu beklagen. Es ist dringend nötig die ungarischen GenossInnen in ihrem antifaschistischen Kampf zu unterstützen. Macht Soliaktionen (Demos, Partys, Transparente etc.). Die Grenzen überschreitende antifaschistische Solidarität muss praktisch werden!

Quellen & weitere Infos: Autonome Uni Antifa, rash berlin/brb, welt online, zeit online

NPD Demo am 8.8. 09 in Stolberg (Rheinland) entgegentreten

Am Samstag den 8. 8.2009 soll eine NPD Demo in Stolberg stattfinden. Der Aufmarsch soll um ca. 12:00 oder 13:00 Uhr an der Euregiobahn-Haltestelle „Mühlener Bahnhof" beginnen, laut der Homepage der NPD-Stolberg. Zeitungsartikel der Aachener Nachrichten berichteten das um die 120 Faschos erwartet werden. 

Als Hauptredner sollen nach Die-hard-Insider Bundesparteichef Udo Voigt und laut NPD-Düren auch der NRW-Landesboss Claus Cremer gebucht sein.

Im Vorfeld störten rund 20 Neonazis eine Informationsveranstaltung gegen einen braunen Aufmarsch in Stolberg. Rund 60 bis 80 Interessierte wollten an den Treffen ab 19:30 Uhr  im Ratssaal der Kupferstadt teilnehmen. Laut AntifaschistInnen waren unter den Neonazis auch der Stolberger NPD-Ratsmann, Willibert Kunkel, sowie der zweite stellvertretende Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Düren und „Kameradschaftsführer“ der Neonazi-Bande „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL), René Laube (Vettweiß, Kreis Düren).

Diesen Aufmarsch gilt es zu verhindern!!

Mehr Infos  gibt `s bei Klarmann, no-nazis und auf den Seiten der „Aachener Nachrichten“ Artikel dazu.

„Antifa ohne Worte“

Dass eine Unterstützung der Proteste gegen das iranische Mullahregime ausbleibt, verdeutlicht die antiimperialistische Blockade der antifaschistischen Linken in Deutschland.

von »Gruppe Autonome Antifa [F]«, Jungle World Nr. 28, 9. Juli 2009

Stellen wir uns folgendes vor: Irgendwo auf der Welt gibt es ein autoritäres Regime. Es schlägt Arbeiter- und Studentenproteste mit aller Gewalt nieder. Seinen Machtanspruch leitet es aus der politischen Ideologie eines religiösen Fundamentalismus ab. Unter anderem werden Frauen als Menschen zweiter Klasse behandelt, Homosexuelle und »Ehebrecherinnen« werden öffentlich gehängt bzw. gesteinigt. Außerdem unterstützt das Regime rechtsradikale Terrorgruppen in aller Welt, versucht in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen und droht anderen Staaten mit der Vernichtung. Last but not least veranstaltet es Konferenzen, deren Ziel die Leugnung des Holocaust ist, weswegen es auch eine ganze Reihe bekannter Neonazis einlädt. Keine schöne Vorstellung für eine antifaschistische Linke. weiter

Freitag, 10. Juli 2009

4. Anarchistisches Sommercamp

Wir freuen uns, Euch mitteilen zu können, dass auch heuer wieder ein internationales A-Camp (24. Juli - 2. August 2009) in Österreich stattfinden wird. Ein anarchistisches Sommercamp, wo wir 10 Tage lang ein befreites Leben jenseits der uns umgebenden Zwänge und Zustände üben können; ein Ort, wo wir das, wofür wir kämpfen, auch einmal in eine gemeinsame Praxis umzusetzen versuchen können.

Für die Bewerbung des A-Camps vor allem außerhalb von Österreich sind wir auf Gruppen wie Euch angewiesen, die uns dabei unterstützen. Daher wäre es schön, falls ihr für uns Plakate und Folder in Eurer Stadt/Lokalen/Räumen verteilen könntet. Wir schicken euch das Infomaterial gerne zu! Bitte gebt und dazu einfach eure Postadresse bekannt, und sagt uns, wieviel an Plakaten und Foldern Ihr verteilen könnt.

Vielen Dank schon im Voraus, wenn ihr uns durch Bewerbung des Camps unterstützen könnt! Ein längerer Ankündigungstext befindet sich weiter unten.

DIY – Create Anarchy, die A-Camp Orga-Gruppe 2009


http://a-camps.net/AST/



* Was ist das A-Camp?

Das anarchistische Sommercamp 2009 in Österreich soll Menschen aus unterschiedlichen Orten, Gegenden und mit verschiedensten Erfahrungen und Hintergründen zusammenbringen, um ein befreites Leben zu erproben. 
Es ist wichtig, Widersprüche aufzuzeigen und Kritik einzubringen, damit wir voneinander lernen. Es ist in Ordnung, sich zu streiten, dabei sollte der Umgang untereinander von Solidarität und Respekt geprägt sein.
Widerstand, das heißt für uns Lebendigkeit. In diesem Sinne wollen wir 10 Tage lang gemeinsam leben, lieben, lachen, spielen, musizieren, tanzen, baden, kuscheln, Ideen sammeln, diskutieren, Pläne aushecken – machen, worauf wir gerade Lust haben.

Was während des Camps inhaltlich passiert, hängt davon ab, was ihr daraus macht und was sich vor Ort spontan entwickelt. Es gibt kein fertiges Programm, vielmehr geht es darum, sich einzubringen, Workshops und Diskussionen anzuregen, auch vor und nach dem Camp.

Jede_r ist eingeladen, die_der sich mit emanzipatorischen und herrschaftskritischen Ideen identifizieren kann. Du brauchst dich nicht mit irgendwelchen Theorien auskennen oder in politischen Gruppen/Kollektiven aktiv sein.


* Was es gibt und geben kann:

Das Gelände erstreckt sich über mehrere Wiesen, es gibt Bäume, Büsche, einen kleinen Bach und einen Badesee in näherer Umgebung. Neben genügend Platz zum Zelten bietet das Camp eine umfassende Infrastruktur: Es stehen sanitäre Einrichtungen, trockene Räume, Computer mit 
Internetanbindung, eine Küche und – bei Bedarf – eine begrenzte Zahl an Betten zur Verfügung.

Wir möchten auch Menschen mit Kindern Lust darauf machen aufs Camp zu kommen. Das Gelände bietet genügend Platz und Möglichkeiten sich auszutoben. Wir werden für ein eigenes Spielezelt sorgen, in dem sich Jung und Alt treffen und voneinander lernen können. Wenn sich Personen finden, die sich mit den Kindern beschäftigen möchten, gibt das Kindern und ihren Eltern die Möglichkeit, auf dem Camp Zeit unabhängig voneinander zu gestalten.

Wie auch beim diskutieren sollte auch beim gemeinsamen Kochen Rücksicht aufeinander genommen werden. Bedenkt bitte, dass auch Veganer_innen, Menschen mit Allergien, Schwangere bzw. Stillende, usw. am Camp teilnehmen.

Es wird dieses Jahr wieder einen Raum als Rückzugsmöglichkeit für Frauen und Transgender geben. Dazu kommt heuer auch ein Queer-Raum, welcher einladen soll bestehende Rollenbilder zu reflektieren und auch außerhalb des Camps aufzubrechen.


* Umgang mit Diskriminierungsmechanismen:

Wir wollen versuchen, unser Leben gemeinsam ohne Herrschaft zu gestalten, uns kennenzulernen und unsere Träume von einem befreiten Leben umzusetzen: bei den Dingen des alltäglichen Lebens ebenso, wie bei Diskussionen oder Workshops.

Grundvoraussetzung dafür ist, dass Diskriminierungsmechanismen jeder Art auf dem Camp nicht geduldet werden und sich dafür auch jede_r verantwortlich fühlt.
Das heißt: aufeinander aufpassen, aufmerksam sein, selbst eingreifen und thematisieren, wenn solche Verhaltensweisen wahrgenommen werden – bei anderen oder bei sich selbst.
Jede_r hat eine eigene Definition, wann seine_ihre Grenzen verletzt sind. Für ein herrschaftsfreies Zusammenleben ist Respekt gegenüber diesen erforderlich!


* Umgang mit sexualisierten Übergriffen

Sexismus dient der Aufrechterhaltung herrschender Machtverhältnisse und damit der Unterdrückung weniger dominanter Gender. Natürlich sollten wir uns immer und überall mit Sexismus auseinandersetzen. Es ist aber wichtig, dass sich ALLE Menschen auf dem Camp sicher fühlen. Da primär Frauen die Betroffenen von sexualisierten Übergriffen sind, haben wir 
uns für die Gültigkeit des Konzepts der Definitionsmacht der Frau entschieden, das heisst FÜR ALLE:
Definiert eine Frau einen Vorgang als sexualisierten Übergriff, sollen weder ihre Definition des Begriffs “Übergriff” noch ihre Definition des Begriffs “sexualisiert” angezweifelt werden. Vielmehr gilt es dann, mit der Betroffenen parteilich zu agieren und auf ihre Forderungen 
einzugehen. Die Forderungen der Betroffenen können – ebenfalls ohne Diskussion – einen Rauswurf des Täters mit einschließen.

Grundsätzlich gilt es auch bei anderen sexualisierten Übergriffen sensibel mit der Thematik umzugehen und auf die Bedürfnisse aller Betroffenen – egal welchen Genders – Rücksicht zu nehmen.

Wenn ihr Zeit habt, lest euch bitte noch weitere Texte zum Thema 
Definitionsmacht durch, zB auf: www.a-camps.net/AST/definitionsmacht.html


* Wer steckt hinter dem A-Camp?

Alle Teilnehmer_innen! Denn der komplette Ablauf des Camps ist ein Spiegel der dort Anwesenden. Jede Idee, die du hast, jeder Einwand, jeder Impuls soll ins Geschehen des Camps einfließen. Genauso bist auch du verantwortlich für die Dinge, die das Camp am Laufen halten. Wir glauben, dass keine_r etwas tun MUSS, wenn jede_r tut, was sie_er KANN.

Natürlich gibt es eine Gruppe von Menschen, die ein paar Dinge vor dem Camp geplant und organisiert haben, wie den Platz, Einladungen und die Infrastruktur. Diese Gruppe besteht nur bis zum Beginn des Camps und bildet sich nach jedem Camp wieder neu – wenn sich Leute finden, die das nächste Camp organisieren wollen!


* Was kommt mit?

Nimm neben Zelt, Schlafsack, Decken usw. bitte auch dein Geschirr selbst mit, denn am Gelände ist nur eine beschränkte Anzahl an Geschirr vorhanden.
Selbst bei warmen Tagestemperaturen kann es aufgrund der Lage des Geländes in der Nacht sehr kalt werden – warme Kleidung und Regenschutz sind daher ratsam!
Auch ein Rad ist praktisch, wenn du z. B. zum Badesee oder in den Ort fahren willst.


* Was bleibt daheim?

Hunde sind für viele von uns eine Bereicherung, und es fänden sich wohl  Wege, auch von ihnen anarchistische Umgänge zu erlernen. Eine größere Anzahl von Hunden auf dem Campgelände kann aber als mühsam empfunden werden. Nicht jede_r ist gleichermaßen mit dem Umgang mit Hunden vertraut. Nehmt deswegen keine Hunde mit aufs Camp!


* Für Wagenbewohner_innen:

Auf dem A-Camp-Gelände dürfen keine Autos geparkt werden, dafür gibt es in der nahen Umgebung Abstellplätze. Bau- oder Wohnwägen, die als Wohnraum genutzt werden, können in begrenzter Anzahl auf einer kleinen  Wiese des Geländes abgestellt werden. Um Schäden an der Wiese zu vermeiden und aufgrund des stark eingeschränkten Platzes, sollen die dort abgestellten Wohnwägen aber für die Dauer deines Camp-Aufenthalts stehen bleiben und nicht mehr für Fahrtzwecke verwendet werden. Ist dieser Platz voll, können auch Bau- oder Wohnwägen nur in der nahen Umgebung abgestellt werden.


* Anmeldung

Du bist jederzeit Willkommen spontan vorbeizuschauen! Es erleichtert trotzdem die Organisation der Einkäufe, wenn du dich unter acamp@lnxnt.org (wenn möglich auf Deutsch oder Englisch) anmeldest. Wenn du einen Workshop (oder was auch immer) am Camp machen willst, kannst du uns deine Pläne, Skizzen, Wünsche, Ideen schicken oder sie selbst ins 
Wiki auf die Homepage stellen, damit andere schon vorher davon wissen – Du kannst aber natürlich auch spontan am Camp etwas organisieren.


* Wo es stattfindet

Das A-Camp 2009 findet im nördlichen Niederösterreich statt. Einen Monat vor Beginn des Camps (also Mitte Juni) gibt es auf der Internetseite a-camps.net/AST einen genauen Anfahrtsplan und Informationen über die lokalen Verkehrsverbindungen. Autos können nicht am Gelände geparkt werden, dafür gibt es in der nahen Umgebung Abstellmöglichkeiten.


* Was es kostet

Es gibt keinen Fixbetrag, den du für die Teilnahme am Camp bezahlen musst. Mit ca. € 8.- pro Person und Tag ist es möglich, die Kosten für den Platz, die komplette Infrastruktur und den Lebensmitteleinkauf zu decken. Wenn du soviel Geld nicht bezahlen kannst, ist das natürlich 
kein Hindernis. Wenn du solidarisch mehr zahlen kannst, wäre es toll, wenn du das tust.

weitere Infos unter: a-camps.net/AST
oder auf Anfrage an: acamp@lnxnt.org

Donnerstag, 9. Juli 2009

Globale Aktionswoche - Reloaded

Nach dem "Internationalen Aktionstag gegen die Kommerzialisierung von Bildung" [05.11.2008] und der "Reclaim your Education - Global Week of Action" [20 - 29.04.2009] einigten sich Bildungsaktivist_innen in mehreren Ländern auf folgenden Zeitrahmen für eine weitere Globale Aktionswoche in diesem Jahr: 5.Nov.2009 ["Warm-up" Day of united Action] + 9. - 18.Nov.2009.

Warum dieser Zeitraum? Letztes Jahr rief die "International Students Movement" zum "Internationalen Aktionstag gegen die Kommerzialisierung von Bildung" am 5.Nov. auf. Um an diesem anzuknüpfen haben sich mehrere Gruppen dafür ausgesprochen zu einem gemeinsamen "Warm-up Aktionstag" wieder für diesen Tag aufzurufen. Der 17.Nov. markiert den "International Students' Day". Gruppen auf den Philippinen bereiten bereits Proteste gegen die Kommerzialisierung öffentlicher Bildung an diesem Tag vor. Weiter

Informationen & Quelle: International Students Movement

Wenn Eure Gruppe den Aufruf unterstützen möchte oder Ihr eine Aktion während der Woche plant, so hinterlasst eine Nachricht im Forum der International Students Movement: united.for.education@gmail.com

Donnerstag, 16. April 2009

"Wir sind eure Krise!"

Demonstration anläßlich des G8 2009
Einladung zum Vorbereitungstreffen in Berlin

Während sich die Finanzkrise weltweit vertieft, bereiten sich Verfolgungsbehörden auf Unruhen vor. Mit den Riots in Griechenland, Island, Schweden, Litauen, Lettland, Bulgarien, Frankreich, Guadeloupe, La Réunion, Malta und Lampedusa ist auch in Europa die Bereitschaft militanter Austragung sozialer Kämpfe gestiegen. Die Proteste in Rejkjavik zwangen die Regierung zum Rücktritt. “Bossnapping” in Frankreich erfreut sich großer Zustimmung in der Bevölkerung. MigrantInnen rebellieren in Abschiebeknästen. In mehreren Ländern der EU werden Betriebe von ArbeiterInnen besetzt.

Als eine Auswirkung der Finanzkrise werden von Verfolgungsbehörden weltweit mehr Aufstände erwartet.

In der Bekämpfung von Unzufriedenheit manifestiert sich die weitere Verschränkung von “innerer und äußerer Sicherheit”, der Verpolizeilichung und Militarisierung sozialer Konflikte. Die Sicherheitsindustrie profitiert gewaltig von ihrer “Handhabung”.

Die Proteste in London und Strasbourg Anfang April blieben vielleicht quantitativ hinter manchen Erwartungen zurück. Die Bereitschaft sozialer Rebellion, die auch militant vorgetragen wird, war demgegenüber hoch. Berichte dokumentieren eine überraschende Akzeptanz der Bevölkerung bei der Stürmung der “Bank of Scotland” in London oder dem Zurückschlagen von Polizeiangriffen in Strasbourg.

Nach den Protesten gegen das Treffen der G20 und der NATO steht ein weiteres Gipfel-Großereignis an. Vom 8. bis 10. Juli wollen sich die G8 auf einer kleinen Insel bei Sardinien treffen. Der massive Widerstand in den letzten Jahren hat immerhin dazu geführt, dass der Gipfel in einer ehemaligen Militärkaserne veranstaltet wird; Delegierte übernachten auf einem Luxus-Liner.

Nach den Rissen im Gebälk des globalen Kapitalismus und heftigen Protesten in den letzten Monaten war die selbsternannte “Weltleitung” (Italiens Außenminister Frattini über die G8) gezwungen, mit den G20 in einem größeren Gremium über Sofortmaßnahmen zu verhandeln.

Als Themen des nächsten G8 stehen Klima, Rohstoffe, Nahrungsmittel und Migration auf der Agenda, allerdings schlicht unter Sicherheitsaspekten für westliche Industrieländer.

Das von Frattini ausgegebene inoffizielle Motto des G8 lautet “We produce security”. NATO und EU sollen im “Kampf gegen den Terrorismus” stärker zusammenarbeiten, um “Rohstoffketten” zu sichern.

Die italienische Linke ist für ihre spontanen Massenmobilisierungen bekannt. Es ist also längst nicht ausgemacht, dass noch eine größere Bewegung gegen den Gipfel entsteht, zumal in den nächsten Monaten, zeitgleich mit Massenentlassungen, zahlreiche “Reformen” durchs Parlament gepaukt werden sollen. Polarisierung und Widerstand in der Bevölkerung sind absehbar.

Aufgrund der Entfernung Sardiniens sowie traumatischen (polizeilich beabsichtigten) Erfahrungen beim G8 in Genua dürfte eine internationale Mobilisierung nach Italien wenig Zuspruch verheißen. Allerdings wird die mediale und öffentliche Aufmerksamkeit an etwaigen Protesten groß sein: Was macht die "globalisierungskritische Bewegung” 8 Jahre nach Genua?

Indes ist die juristische (und damit politische) Aufarbeitung des G8 2001 längst nicht abgeschlossen, noch immer stehen Polizei und AktivistInnen in Berufungsverfahren vor Gericht. Während Polizisten für Mißhandlungen und Prügelorgien vielfach straffrei ausgehen, sollen AktivistInnen langjährige Haftstrafen antreten.

Wir gehen davon aus, dass das Interesse an einer Demonstration in einer deutschen Großstadt (Berlin, Hamburg, Freiburg?) anläßlich des G8 in Italien hoch ist. Deshalb laden wir zu einem Vorbereitungstreffen ein, auf dem wir unsere Überlegungen zur Diskussion stellen wollen.

Wir wollen thematisch anknüpfen an die Demonstrationen (auch in Deutschland) gegen das Treffen der G20 sowie gegen den NATO-Gipfel in Strasbourg, Kehl und Baden-Baden.

Als inhaltliche Klammer schlagen wir vor, den Zusammenhang zwischen Krise – Militarisierung – Repression in den Mittelpunkt zu stellen:
“Wir sind eure Krise!”.

Damit könnten wir auch die Repression beim G8 2001, dem diesjährigen G20 und dem NATO-Gipfel thematisieren.

Priorität sollte allerdings der Focus auf die gegenwärtigen antikapitalistischen Kämpfe haben, von denen bis Juli noch einige spannende Nachrichten eintrudeln dürften.

Unser Vorschlag reiht sich damit ein in die weiteren, für dieses Jahr anvisierten Proteste, darunter das no border Camp in Lesvos Ende August (http://lesvos09.antira.info) sowie die Kampagne “Das Stockholm Programm abschalten!” (http://stockholm.noblogs.org).

Vorbereitungstreffen am 20. April, 17.00 Uhr im Bethanien Südflügel, Berlin.

Einzelpersonen aus verschiedenen Zusammenhängen

Quelle und weitere Infos:transact | "Wir sind eure Krise!": Demonstration anläßlich des G8 2009, http://.gipfelsoli.org | http://euro-police.noblogs.org

Dienstag, 31. März 2009

Block NATO! Informationen

block-nato-now.jpg
www.block-nato.org

Aufruf zum Summer of Resistance 2009

* english: www.gipfelsoli.org/NATO_2009_english/6396.html
* francais: www.gipfelsoli.org/NATO_2009_francais/6395.html
* italiano www.gipfelsoli.org/Home/6404.html

Gegen NATO, G20, G8, Frontex und das “Stockholm Programm”!
Sicherheitsarchitekturen einstürzen!

Seit Ende des letzten Jahrtausends findet innerhalb der EU ein Umbau der “Sicherheitsarchitektur” statt, der durch die Anschläge des 11. September 2001 in den USA nochmals beschleunigt wurde. Sichtbare Phänomene sind z.B. die Verschränkung innerer und äußerer Sicherheit, ein “Pooling” von Verfolgungsbehörden und Nachrichtendiensten und ein vereinfachter Datenaustausch.
Auf technischer Ebene werden wir konfrontiert mit neuen digitalen Überwachungskameras, Satellitenbeobachtung, Biometrie, Drohnen, Software zur intelligenten Suche in Datenbanken und neuen, breitbandigen Netzen zur Verwaltung dieser immensen digitalen Datenflut.
Neue Institutionen und Behörden wurden geschaffen, darunter das “Europäische Polizeiamt” Europol, die Polizeiakademie CEPOL, die “Grenzschutzagentur” Frontex oder der “Ausschuss für die operative Zusammenarbeit” aller polizeilichen Einrichtungen der EU samt ihrem geheimdienstlichen Lagezentrum.
Auf Initiative der damaligen französischen Verteidigungsministerin (und jetzigen Innenministerin) Michèle Alliot-Marie wurde 2004 die “Europäische Gendarmerietruppe” (EGF) eingerichtet. Die EGF soll in Krisengebieten die “Öffentliche Ordnung” gewährleisten, Aufstandsbekämpfung betreiben, geheimdienstliche Informationen beschaffen und Eigentum schützen.

Die Sicherheitsindustrie dürfte einer der wenigen Zweige sein, der von der gegenwärtigen Krise des Kapitalismus und den daraus resultierenden Kämpfen gewaltig profitiert. Europas Polizeien bereiten sich auf Protest und Widerstand gegen die Auswirkungen der Krisen vor.

Selbst der Vorsitzende des Internationalen Währungsfonds IWF räumt ein, dass zukünftig mehr Aufstände zu erwarten sind.
Die Institutionen der “führenden Wirtschaftsnationen” sind gezwungen, sich neu zu organisieren. Die diesjährigen “Gipfeltreffen” der NATO, G8 und G20 sind für diese Neuordnung von zentraler Bedeutung. Themen wie Klima, Migration oder Landwirtschaft werden als sicherheitspolitische Risiken zur Bedrohung eines “westlichen Lebensstils” betrachtet.
Innerhalb der Europäischen Union finden innenpolitische Veränderungen statt, deren Auswirkungen gegenwärtig kaum einschätzbar sind.

Alle fünf Jahre beschließen die Innen- und Justizminister der EU neue Richtlinien einer gemeinsamen Innenpolitik. Das “Tampere-Programm”, 1999 unter finnischer Präsidentschaft beschlossen, hatte hauptsächlich eine “Steuerung der Migrationsströme” zum Inhalt. Neben der Aufwertung der Polizeibehörde Europol wurde die Einrichtung einer “Task Force der europäischen Polizeichefs” beschlossen, die sich mit “internationalem Terrorismus” und “gewalttätigem politischem Aktivismus” beschäftigt.

2004 wurde mit dem “Haager Programm” die Schaffung eines “Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts” verabredet. Wieder wurden Verschärfungen in der Migrationspolitik beschlossen, darunter der Aufbau der “Grenzschutzagentur” Frontex und das Abfangen von Flüchtlingen bereits in ihren Herkunftsländern. Das “Haager Programm” stellte die “Abwehr von Terrorismus” in den Mittelpunkt. Auf der Ebene des
Informationsaustauschs und der Zusammenarbeit galt fortan das “Prinzip der Verfügbarkeit”.

Die Richtlinien von 2004 sind bereits von vielen EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt: Vereinheitlichung der “Terrorismus”-Gesetzgebung, Vorratsdatenspeicherung, Ausbau bestehender Datenbanken und gemeinsamer Zugriff darauf, grenzüberschreitende Polizeizusammenarbeit z.B. bei Sportereignissen oder politischen Massenprotesten, “Border Management”, Fingerabdrücke bei Antrag auf EU-Visum, ab 2009 biometrische
Identifikatoren in neuen Ausweispapieren, Ausbau der Sicherheitsforschung, Zusammenarbeit in Strafsachen, Polizei im Ausland etc.
Das “Haager Programm” läuft aus, ein neues Programm soll nun im Herbst 2009 in Stockholm unter schwedischer EU-Präsidentschaft verabschiedet werden.

Während des deutschen EU-Vorsitzes 2007 schuf der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble mit dem damaligen EU-Kommissar für Inneres (“Justice and Home Affairs”), Franco Frattini, die “Future Group”. Diese “Future Group” bezeichnet sich selbst als “informelles Gremium” europäischer Innenminister, das Leitlinien europäischer Innenpolitik erarbeitet. Zur Verabschiedung des neuen “Stockholm Programms” hat die “Future Group” eine Wunschliste für “Polizeikooperation, Kampf gegen den Terrorismus, Management von Missionen in Drittstaaten, Migration und Asyl sowie
Border Management, Zivilschutz, neue Technologien und Informationsnetzwerke” vorgelegt. Prioritäten sind das “Aufrechterhalten des ‘Europäischen Modells’”, “Bewältigen der zunehmenden Abhängigkeit zwischen innerer und äußerer Sicherheit” sowie die Gewährleistung eines “bestmöglichen Datenflusses innerhalb europaweiter Netzwerke”.

Die Maßnahmen, die in Stockholm beschlossen werden sollen, sind erst in einigen Jahren mit ihrer Ratifizierung in den Mitgliedsstaaten spürbar.
Es stehen tiefgreifende Veränderungen auf dem Spiel: Ausbau und Vereinheitlichung von Polizei-Datenbanken, ein zentrales Bevölkerungsregister, “grenzüberschreitende Onlinedurchsuchung”, mehr Kontrolle des Internet, bessere Satellitenüberwachung, “Risikoanalyse” mittels Software, “e-borders” und “e-justice”, gemeinsame Abschiebeflugzeuge und – flüge, neue Flüchtlingslager in “Drittstaaten”, Einsatz des Militärs zur Migrationsabwehr, mehr polizeiliche Interventionen außerhalb der EU, Ausbau der paramilitärischen “Europäischen Gendarmerietruppe”, mehr Zusammenarbeit der In- und Auslandsgeheimdienste etc.
Angestrebt wird eine Art innenpolitische NATO mit der Schaffung einer “euro-atlantischen Kooperation im Bereich Freiheit, Sicherheit und Recht” ab 2014.

Auch in der NATO wird europäischer Innenpolitik eine zentrale Rolle beigemessen. Einerseits werden immer mehr Polizeimissionen in “Drittstaaten” lanciert, die dort Aufgaben der Militärs verrichten, Aufstände niederschlagen und lokale Polizeien trainieren. Zum anderen spielen NATO-Strategen den europäischen Innenministern den Ball gern zurück und verweisen auf die Wichtigkeit europäischer “Homeland
Security”, ohne die eine “starke Verteidigung” nach außen nicht möglich
sei. Die NATO sieht sich als Garant der “Sicherheit kritischer Infrastruktur” (z.B. Energie, Transport, Kommunikation) innerhalb der Mitgliedsländer.
Das Strategiepapier “Towards a Grand Strategy for an Uncertain World” von fünf Ex-Generälen, die in der Rüstungsindustrie verankert sind, fordert den Ausbau der “zivil-militärischen Zusammenarbeit”. Als “zivile Elemente” gelten z.B. Polizei, Nachrichtendienste, Forschung, Akademien, Zivilschutz, aber auch die private Sicherheitsindustrie. Die NATO will verstärkt auf die “Europäische Gendarmerietruppe” zurückgreifen.
Mit der “zivil-militärischen Zusammenarbeit” verschärft sich die Militarisierung sozialer Konflikte, unterfüttert durch innenpolitische Aufrüstung und neue “Anti-Terror”-Gesetze.

Der frühere EU-Kommissar für “Justice and Home Affairs”, Franco Frattini, wechselte nach den Wahlen in Italien 2008 ins Kabinett Berlusconis. Als neuer Außenminister ist er nun zuständig für den G8 auf der sardinischen Insel La Maddalena. Frattini sieht “Sicherheit” als zentrales Profil der neuen G8-Strukturen: “Europa kann, statt bloß Konsument, ein Produzent von Sicherheit werden. EU und NATO müssen sich
aber integrieren statt sich zu überlagern. Wir werden diesen Gedankengang im Rahmen des G8 wieder aufgreifen”.
Italien verabschiedet “Sicherheitspakete” mit weitreichenden Verschärfungen für MigrantInnen. Nachdem die EU Lybien bereits mit Finanzhilfe zur Flüchtlingsabwehr ausgestattet hatte, hat auch Italien ein neues Kooperationsabkommen mit der lybischen Regierung unterzeichnet. Der italienische Rüstungskonzern Finmeccanica liefert Schnellboote, das Innenministerium freut sich dass Migration nun “auf
null” reduziert würde.
Frattini bereiste Anfang 2009 Angola, Sierra Leone, Senegal und Nigeria um “Rücknahmeabkommen” für MigrantInnen auszuhandeln, die Länder mit Flüchtlingslagern auszustatten und fälschungssichere Pässe einzuführen.
Es geht um Rohstoffsicherheit und ihre polizeiliche Durchsetzung: Im Gegenzug räumt Frattini den Regierungen eine Audienz beim G8-Gipfel ein, um den “Dialog zwischen erdölproduzierenden und – konsumierenden Ländern zu fördern”. Im Gefolge Frattinis reiste der italienische Polizeichef, um sofort die Umsetzung neuer Verträge zur Polizeiausbildung und Kooperation einzuleiten.

Als Auswirkungen des Zusammenbruchs des globalen Kapitalismus werden weltweit mehr Aufstände erwartet. Mit den jüngsten Riots in Griechenland, Island, Schweden, Litauen, Lettland, Bulgarien, Frankreich, Guadeloupe und Lampedusa ist Europa unmittelbarer Austragungsort heftiger Widersprüche und militanter Kämpfe geworden. Die in den zahlreichen Richtlinien, bilateralen Abkommen und Verträgen der letzten Jahre abgestimmten Maßnahmen für “Europa als Raum von Freiheit, Sicherheit und Recht” werden längst gegen antikapitalistischen Widerstand in Stellung gebracht, radikale Projekte und Bewegungen mit Ermittlungen und Verfahren nach “Terrorismus” überzogen. “Gemeinsame Ermittlungsgruppen” forschen, unterstützt von Europol, internationale Netzwerke aus. Handbücher und Datenbanken über “Troublemaker” sollen
Proteste bei internationalen Großereignissen unter Kontrolle bringen.

Widerstand gegen die Zunahme von Überwachung und Kontrolle, gegen Repression und Aufstandsbekämpfung bleibt noch viel zu oft auf nationalstaatlicher Ebene stecken.
Wir rufen deshalb dazu auf, 2009 in mehreren grenzüberschreitenden Mobilisierungen die Entwicklung eines transnationalen Kampfes gegen die “Sicherheitsarchitekturen” voranzutreiben, egal ob sie von der NATO, den G8 oder EU zusammengezimmert werden sollen.
Wir sehen den Aktionstag zum NATO- Gipfel als Auftakt einer Kampagne für einen “Summer of Resistance 2009” gegen das globale “Sicherheitsregime”:

1. – 5. April | Frankreich/ Deutschland | NATO-Gipfel in Strasbourg, Baden-Baden und Kehl
8. – 10. Juli | Italien | G8-Gipfel | La Maddalena
25. – 31. August | Griechenland | no border camp | Lesvos
November oder Dezember | Schweden | Treffen der EU Innen- und
Justizminister | Stockholm

Sicherheitsarchitekturen einstürzen!

¡No Pasarán! France | Gipfelsoli | Dissent! France | NoLager Bremen | Resistance des deux rives / Widerstand der zwei Ufer | transact | six hills Berlin | kein mensch ist illegal Hanau

* http://stockholm.noblogs.org
* http://euro-police.noblogs.org

Freitag, 6. März 2009

Internationaler Frauenkampftag

Anläßlich des Internationalen Frauenkampftages am 8. März ruft die Gruppe f zur Teilnahme an der Demo vom 7. März auf. Treffpunkt 13 Uhr am UFA-Kino / HBF, dann Demo ab DGB-Haus.

Der Kampf der Frauen geht weiter...


Aufruf des Cenî – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V. zur 8. März Frauendemonstration am Samstag, 7. März 2009

13:00 Uhr - Friedrich-Ebert-Str. 34, (DGB-Haus) / HBF Düsseldorf


Der 8. März, Internationaler Frauentag, steht traditionell immer im Zusammenhang mit der Forderung nach Freiheit, selbstbestimmtem Leben, Gleichwertigkeit, sozialen Rechten, Gerechtigkeit und Demokratie.

Bei den gegenwärtigen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen ist es wichtig, sich diese Tradition noch einmal ins Bewusstsein zu rufen:

Die gegenwärtige Systemkrise wirkt sich in unterschiedlicher Form auf alle Lebensbereiche aus. Im ersten Schritt büßte das kapitalistische System seine Maske der sozialen Marktwirtschaft ein. Soziale Rechte wurden zunehmend beseitigt, die öffentliche Daseinsversorgung privatisiert, die Arbeitsverhältnisse massiv verschlechtert. Die Zahl der Erwerbslosen stieg infolge von Massenentlassungen an, Menschen wurden mit Gesetzen wie Hartz IV in die Armut gedrängt. Im Gegenzug wurden die Möglichkeiten für Unternehmer und Konzerne immer weiter ausgebaut.

Die Finanzkrise als Produkt dieses Systems beeinträchtigt in erster Linie das Leben von Frauen und wirkt sich auf deren ohnehin ungünstiges Geschlechterverhältnis noch negativer aus. Die Arbeitskraft von Frauen ist noch immer weniger wert als die der Männer, oder die Erwerbsarbeit ist der Reproduktionsarbeit übergeordnet. Wir beobachten, wie die Armut zunehmend ein weibliches Gesicht bekommt. Soziale Probleme führen meist auch zu innerfamiliären Problemen, die oft in Form von Gewalt gegen Frauen ausgetragen werden.

Den Einfluss patriarchaler und religiöser Strukturen, die Frauen auf die Rolle der Hausfrau und Mutter reduzieren wollen, von Frauen erkämpfte Rechte bedrohen und in vielen Ländern Schwangerschaftsabbruch wieder kriminalisieren wollen, müssen wir zurückdrängen.

Das neoliberale System, welches aufgrund seiner Profitgier keine Staatsgrenzen mehr respektiert, verändert gewaltsam bestehende Grenzen und lässt je nach Interessenlage auch neue Staaten entstehen, wie wir es im Kosovo erleben konnten. Außenpolitisch setzt die neoliberale Politik auf Krieg und Instabilität und instrumentalisiert hierfür ungelöste Konflikte für eigene imperiale Interessen. Wir sehen dies heute im Nahen und Mittleren Osten, im Kaukasus und in vielen afrikanischen Staaten.

Als kurdische Frauen wissen wir genau, was Kriege und Zerstörung bedeuten. Von allen Seiten sind Kurdinnen der Gewalt ausgesetzt. Sie erleiden staatliche Verfolgung als Kurdinnen; sie werden verhaftet und gefoltert, weil sie sich für ihre demokratischen Rechte einsetzen. Zugleich werden Frauen durch feudal-patriarchale Gesellschafts- und Familiennormen unter Druck gesetzt, zwangsverheiratet oder im Namen der Ehre bedroht und ermordet, weil sie sich den patriarchalen Traditionen widersetzen.

Die Unterdrückung der Frauen ist eine weitere wichtige Säule einer Herrschaftspolitik, die auf patriarchaler Dominanz basiert. Über die Frauenfrage wird die Unterdrückung bis in die Gesellschaft und Familien hineingetragen und aufrechterhalten. Krieg und Besatzung festigen Gewaltverhältnisse und erhöhen das gesellschaftliche Gewaltpotential, das sich insbesondere in der Ausbeutung von Frauen und Kindern manifestiert.

Darum spielt die Frauenfrage bei der Überwindung des Systems eine Schlüsselrolle. Die Frauenfrage als Grundsatzfrage besitzt das Potential, Veränderungen auf allen Ebenen feministischer und somit gerechter zu gestalten.

Damit unsere Wünsche und Visionen Wirklichkeit werden, wollen wir uns austauschen, vernetzen, anfreunden, und lernen, organisiert und weltweit gemeinsam zu kämpfen, für Gleichberechtigung und ein befreites Leben in einer befreiten Gesellschaft.

Lasst uns am 07. März 2009 gemeinsam für unsere Rechte auf die Strasse gehen! Wir laden alle Frauen dazu ein, sich an der 8. März Bündnisdemo zu beteiligen.

Auch dieses Jahr sagen wir wieder:


Es lebe der 8. März – Frauen und Mädchen international für Frieden, Freiheit und Gleichberechtigung!

Schluss mit den Ehrenmorden überall!

Meine Ehre ist meine Freiheit!

Kein Krieg – Kein Staat – Kein Patriarchat!



Cenî – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V.

Mittwoch, 11. Februar 2009

SIN(A)PSIS: Videoprojekt aus Chile

Am Freitag, dem 20. Februar, findet um 19:30 Uhr im Sozialen Zentrum, Josephstr. 2 eine Veranstaltung statt, die über ein Videoprojekt in Santiago de Chile berichtet. In der Ankündigung heißt es: Die Productora de Comunicación Social ist eine anarchistische Organisation aus Chile. Ihr Zweck ist die Verbreitung von antiautoritären und sozialen Ideen und Praktiken mittels der Videozeitschrift SIN(A)PSIS. Ein Beispiel. SIN(A)PSIS enthält verschiedene Videoclips z.B. über die SchülerInnen-/StudentInnen-Proteste, den Konflikt mit der ursprünglichen Bevölkerung (Mapuche), politische Gefangene und Morde polizeilicher seits. Wir haben einige Dokumentation-Kurzfilme auf Deutsch übersetzt und möchten diese vorstellen. Auch werden wir über die entsprechenden Themen sprechen, da wir in Chile dabei waren.”
Außerdem wird berichtet über Volnitza: Eine Hausbesetzung (in Santiago/Chile) in Not.

Montag, 12. Januar 2009

Gegen Deutschland, EU und Nato --- Für die soziale Revolution weltweit!

Aufruf von AG/R (Hamburg) und AnaRKomM (München) zu den Aktionen gegen Münchner Sicherheitskonferenz und zu den Anti-NATO-Aktionen Gegen Deutschland, EU und NATO -- Für die soziale Revolution weltweit!

2009 stehen Aktionen gegen die Münchner Sicherheitskonferenz im Februar und gegen die 60-Jahr-Feier der NATO im April an, danach wie immer die Ostermärsche.


Zwar wird von der Friedensbewegung der Rückzug der BRD-Truppen aus Afghanistan und manchmal auch die Auflösung der NATO gefordert, doch darin erschöpft sich zumeist die Kritik am BRD-Staat. Wichtig ist uns aber, den Kapitalismus als Grundproblem zu erkennen. Da dessen Funktionsprinzip expansiv ist, führt die Erschließung neuer Märkte zu einer Kapitalisierung des gesamten menschlichen Lebens weltweit. Die militärische Absicherung globaler Vorrechte der westlichen Industriestaaten und ihrer Konzerne - vor allem in Hinsicht auf aktuelle Krisensituationen - stellt die Wehrhaftigkeit des Kapitals gegenüber den Ausgebeuteten im globalen Maßstab dar.

Sind auch die Interessen der einzelnen Akteure in Teilbereichen different, liegen den NATO-Staaten doch erhebliche Gemeinsamkeiten zugrunde, wie der Wunsch - nach einer Absicherung des Status Quo, sprich die Aufrechterhaltung des freien Zugangs zu Nationalökonomien für das Kapital weltweit (bzw. dort, wo das nicht gewährleistet ist, die Herstellung dieses Zugangs), - nach der Beherrschung ökonomisch wichtiger Regionen (z.B. um die Ölversorgung abzusichern) - oder nach einer Niederhaltung jedweder Bestrebungen, die die Herrschaft des Kapitals auch nur partiell in Frage stellen.
Hierin herrscht Einigkeit unter den NATO-Staaten, bei gleichzeitigen Differenzen im Detail oder in Fragen des optimalen Vorgehens.

Es gibt aber auch eine innerimperialistische Konkurrenzsituation im wesentlichen zwischen den USA und den EU-Staaten, teilweise auch mit Japan, China oder Russland, die immer wieder zu Streitigkeiten führen, die nicht militärisch ausgetragen werden, sich aber in unterschiedlichen
Vorgehensweisen ausprägen (z.B. beim Irak-Krieg, in wirtschaftlichen Fragen wie der Regulierung der Finanzmärkte oder dem Euro als Kampfansage an den Dollar als Weltleitwährung). Latent ist Kerneuropa um Deutschland und Frankreich in dieser Konkurrenz ökonomisch am längeren Hebel und hat daher das Interesse, per wirtschaftlicher Durchdringung vorzugehen und internationale Beziehungen zu verrechtlichen, im Wissen um die eigene militärische Schwäche, verglichen mit den USA. Die USA setzen auf ihre militärische Stärke, um ihrem Kapital exklusiveren Marktzugang
zu sichern.

Die EU will aus ihrer relativen militärischen Handlungsunfähigkeit (wodurch sie häufig auf die USA angewiesen bleibt) herauskommen und ihre Militärkapazitäten ausbauen. Deutlich zu sehen an der rasanten Entwicklung auch in der BRD:

DER HAUPTFEIND STEHT IM EIGENEN LAND

Auf dem militärischen Sektor hat sich in den letzten Jahren einiges
geändert:

* Neue Seekriegsmittel wie außenluftunabhängige U-Boote Klasse 212A, die neuen Korvetten K130 für den küstennahen Einsatz, Schiffsgeschütze für Feuerunterstützung an Land auf den Fregatten F125 sind bereits eingeführt oder kurz vor ihrer Einführung.

* Der dritte Einsatzgruppenversorger mit erweiterter Bordhubschrauberkomponente kommt, die Pläne für einen Hubschrauberträger sind bei ThyssenKrupp Marine Systems seit Jahren fertig: MHD Multirole Helicopter Dockship.

* Unter dem Begriff "zivil-militärische Zusammenarbeit" wird alles dem Militär unterstellt. Wenn vorgegeben wird, dass diese "Zusammenarbeit" "… ein Beitrag zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland …" sei, ist es doch eher anders herum: Eine Gefährdung der Menschen. Das Sagen haben immer die militärischen Stellen.

* In diesem Zusammenhang muss auch das sogenannte "Outsourcing" angesprochen werden. Die Bundeswehr setzt für viele Aufgaben, vor allem in den Bereichen Kommunikation, Transport und Logistik zunehmend "zivile" Firmen ein und kann sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.

* Auch die Kommandostrukturen sind völlig anders geartet als noch vor wenigen Jahren, hier seien nur das Streitkräfteunterstützungs- und das Einsatzführungskommando der Bundeswehr, die Kommandos Führung von Operationen von Spezialkräften, operative Führung Einsatzkräfte und
strategische Aufklärung der sog. Streitkräftebasis (SKB) genannt. Dazu kommen eigene diverse Führungskommandos von Marine und Luftwaffe.

* SAR-Lupe, das im Weltraum stationierte strategische Aufklärungsmittel, konnte kürzlich die ersten Satelliten in Betrieb nehmen, die nächsten werden nach und nach von russischen Trägerraketen in den Weltraum geschossen werden.

* Das Europäische Satellitennavigationsprojekt Galileo ist der EU Milliarden wert, denn um in diesem Bereich von den USA unabhängig zu sein, ist es von großer militärischer Bedeutung.

* Kurz sollen noch das europäische Transportflugzeug A400M, der Luftüberlegenheitsjäger "Eurofighter", der Kampfhubschrauber "Tiger" und der europäische Hubschrauber NH90 erwähnt werden.

* seit Jahren existieren die Großverbände DSO (Division Spezielle Operationen) und die DLO (Division Luftbewegliche Operationen).

* Jeder einfache Infanterist wird mit dem System "Infanterist der Zukunft" zur Kampfmaschine gemacht, vorbei sind die Zeiten mit Stahlhelm, G3 und ein bisschen oliv.

* Und zu schlechter Letzt sei noch das Aufrüstungsgebot erwähnt, das nach dem Willen der Bundesregierung unbedingt in die EU-Grundsatzerklärung eingehen muss.

Diese kleine Auswahl von Fakten zeigt deutlich, was bevorsteht bzw. schon Realität ist: ein zumindest im Verbund mit westeuropäischen Kernstaaten wie Frankreich weltweit interventionsfähiges Deutschland.

HELDEN UND GEFALLENE

Nach den Konsequenzen aus dem verlorenen Weltkrieg und einer enorm großen Friedensbewegung in den 80er Jahren hat es die Bundesregierung schwer, die Bevölkerung der BRD auch mental kriegsfähig zu machen. Sie hat es daher, obwohl der Krieg in Afghanistan für die deutsche Bevölkerung fern ist, nötig, von "Helden" und "Gefallenen" zu sprechen. Dies liegt sicher nicht in erster Linie an der zunehmenden Zahl von Soldaten, die nur noch im Sarg nach Deutschland zurück gebracht
werden können, sondern an der weiteren Einstimmung der Bevölkerung auf Kriege.

REPRESSION NACH INNEN

Neue Versammlungsgesetze in Bayern und Baden-Württemberg, Anwendung des § 129b, verschärfte Anwendung des § 129a gegen linke Strukturen wie aktuell in Norddeutschland und Berlin, Aufrüstung der Polizei, Onlinedurchsuchungen und Vorratsdatenspeicherung und und und … sind sicher nicht nötig, um den eher symbolischen antikapitalistischen Widerstand heute zu bekämpfen, sondern den Widerstand der Zukunft.

Mehr Armut, auch in den kapitalistischen Kernländern, im "Herzen der Bestie", wird zwangsweise Widerstand hervorrufen, für viele wird es irgendwann keine andere Perspektive mehr geben können als sich zu wehren.

REVOLUTION ODER REFORM

"Linke" Parteien, Gewerkschaften und alle möglichen systemkonformen Verbände versuchen heute schon, Protest zu kanalisieren und militanten Widerstand zu denunzieren (wie es rund um Heiligendamm 2007 zu beobachten war), sie erklären sich zu Sachwaltern der Antiglobalisierungs- oder der Antikriegsbewegung. De facto stabilisieren sie dadurch das herrschende System. Aufrufe werden abgeschwächt, ein bisschen Antifaschismus, ein bisschen Antirassismus, ein bisschen Pazifismus gehört zum Erlaubten und dabei soll es bleiben. Der Kapitalismus – mit allen seinen Widerlichkeiten – wird von der Kritik weitgehend ausgeklammert. Dabei setzt der heutige Kapitalismus auf einen institutionalisierten Rassismus und versucht zugleich, sich einen antifaschistischen Anstrich zu geben, indem in Sonntagsreden der gewalttätige Rassismus von Straßenschlägern und Neonazis gescholten wird. Zugleich können faschistische Organisationen unter dem Schirm von Polizei und Justiz gewaltförmige Aufmärsche durchführen und ihre Strukturen ausbauen. Ganz ähnlich hat dieser Staat auch längst gelernt, von Frieden zu reden, wenn er Krieg meint.

SOZIALE REVOLUTION!

Raus aus Afghanistan würde nichts an der grundsätzlichen Politik und den weltweiten Ausbeutungsverhältnissen ändern.
Auch eine Auflösung der NATO reicht uns nicht. Wir wollen die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen abschaffen. Wir wollen alle Verhältnisse, in denen der Mensch ein geknechtetes, erniedrigtes Wesen ist, umwälzen.

Soziale Revolution ist für uns die selbstorganisierte Revolution der Ausgebeuteten, Erniedrigten und Unterdrückten, bei der alle Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnisse niedergerissen werden – ohne von neuen ersetzt zu werden, ohne von Parteien, Gewerkschaften oder anderen Verbänden vertreten oder geführt zu werden!

Die Münchner Sicherheitskonferenz, die mit dem neuen Veranstalter Ischinger noch mehr als früher zu einer Regierungsinstitution wird, und auch die NATO, die nichts anderes als ein Kriegsbündnis ist, stößt auf unseren Widerstand.

GEGEN KRIEG UND KAPITAL! GEGEN UNTERDRÜCKUNG UND AUSBEUTUNG!
SOFORTIGE AUFLÖSUNG VON NATO, EU & BUNDESWEHR!
VOM INTERNATIONALEN KLASSENKAMPF ZUR WELTWEITEN SOZIALEN REVOLUTION!
ALLE MACHT DEN RÄTEN!

AG/R (Anarchistische Gruppe/Rätekommunisten)
AnaRKomM (Anarchistinnen/RätekommunistInnen München)

Freitag, 9. Januar 2009

International Dissent! meeting from the 16th to 18th January 2009 in Strasbourg

Bild: Plakat

The revolts which are presently rising in Europe and the other parts of the world are a reaction to the global economic and social situation which deteriorates at an exponential rhythm.
The impoverishment of resources also causes numerous conflicts. IMF have already asked the countries to get ready to face numerous uprisings due to the generalized recession, insisting on the importance to be able to control those resistances to insure the safety of capitalism.

Actually NATO seems to have the will to appear as an army in the service of a global security, merging interior and external security, what implies a military vision of the management of every type of crises. Naturally we know that it is only their own interests which they try to protect and to widen…
The 3rd and 4th April, representatives of the countries members of NATO will meet again to celebrate their 60 years of domination, but also in order to develop their new plan to “defend freedom” and quoting the terms of their own generals: “A great strategy for an uncertain world.”

Source: email weiter...

Quellen & Infos:
http://www.dissent.fr
http://www.gipfelsoli.org
http://sommet-otan-2009.blogspot.com

Montag, 10. November 2008

Niels Seibert: Vergessene Proteste. Internationalismus und Antirassismus 1964-1983.

Lesereise

Niels Seibert stellt Proteste aus der Bundesrepublik Deutschland in der Zeit von Mitte der 1960er bis Mitte der 1980er Jahre vor. Schwerpunkt ist die Zeit des Anwachsens sowie der Fraktionierung der 68er-Studentenbewegung, in der neue Gruppen und Bewegungen entstanden, die an den Internationalismus der Studentenbewegung anknüpften. Diese Zeit, Ende der 1960er bis Anfang der 1970er, war von einer weltweiten Aufbruchstimmung geprägt. Auf allen Kontinenten revoltierten Menschen auf den Straßen, in Betrieben und an den Universitäten gegen die herrschenden Verhältnisse. Die politischen Aktivitäten, zu denen Niels Seibert recherchierte, sind vielfach in Vergessenheit geraten. Ausgewählt wurden Proteste der Studenten- und Internationalismusbewegung, die sich innerhalb der Themenbereiche Kolonialismus und Neokolonialismus, internationale Solidarität, bundesdeutsche Ausländerpolitik sowie Flucht und Asyl bewegen. Die politischen Aktionen und Kampagnen waren einerseits eine praktische Kritik an staatlicher Politik und hatten andererseits Einfluss auf politische Entscheidungen. In diesem Wechselverhältnis vermitteln sie sowohl etwas über die politischen Verhältnisse als auch über die Bewegungen dieser Zeit.

Ravensburg
Freitag 14.11.2008, 19 Uhr, Kulturladen Rhizom, Bachstr. 27 88214 Ravensburg
http://www.pumuck.de/itermin.htm
hier

Nürnberg
Samstag 15.11.2008, 16 Uhr, Linke Literaturmesse, K4, Königstraße 93, Weißer Saal
www.linke-literaturmesse.org

Bonn
Mo. 17.11.2008, 20 Uhr, Buchladen Le Sabot, Breite Str. 76, Bonn
www.lesabot.de

Bochum
Di. 18.11.2008, 19.30 Uhr, Soziales Zentrum, Rottstr. 31 Hinterhaus
www.sz-bochum.de


Weitere Veranstaltungen sind geplant. Anfragen sind willkommen.

Bücher zum Termin:

Cover Vergessene Proteste
Vergessene Proteste
Internationalismus und Antirassismus 1964-1983.


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Quelle & Infos: Veranstaltungen / unrast-Verlag

Sonntag, 28. September 2008

Gabriel Kuhn: ›Neuer Anarchismus‹ in den USA<

Lesereise

Die Proteste gegen das Treffen der Welthandelsorganisation in Seattle 1999 übten wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung gegenwärtiger US-amerikanischer Widerstandskultur aus. Ein bemerkenswerter Aspekt dieser Entwicklung ist das Wiedererstarken einer anarchistischen Bewegung, die heute zu einem großen Teil die politische Dissidenz des Landes definiert. Der vorliegende Band präsentiert diese Bewegung anhand neunzehn individuell eingeleiteter und kommentierter Texte. Die Texte verbinden die Präsentation einflussreicher AutorInnen (Lorenzo Komboa Ervin, David Graeber, John Zerzan, Starhawk, Ward Churchill), Kollektive (CrimethInc., NEFAC, ALF/ELF) und Konzepte (Black Anarchism, Primitivismus, post-linke Anarchie, Postanarchismus, Freeganism) mit Darstellungen anarchistischer Alltagskultur (Evasion, Sascha Scatters Nachruf auf Brad Will) sowie Diskussionen um die Renaissance des Schwarzen Blocks (ACME-Kollektiv), Machoattitüden innerhalb der anarchistischen Szene (Rock-Bloc-Kollektiv), Segregationsprobleme sozialer Bewegungen (Elizabeth Martinez) und anarchistische Ökonomie (Michael Albert). Ein allgemeiner Einführungstext zur Geschichte des Anarchismus in den USA eröffnet den Band.

Termine

6.10. Köln Realitäten und Möglichkeiten der US-Linken im Lichte der Präsidentschaftswahlen
Ort: Köln, DGB Haus, Hans Böckler Platz 1, Großer Saal ,50672 Köln
Uhrzeit: 19:30 Uhr
VeranstalterInnen: RLS und Linker Dialog Köln

07.10. Düsseldorf
Einlass: 19.30 Uhr | Beginn ca 20.00 Uhr
Ort: Hinterhof, Corneliusstr. 108, Düsseldorf
VeranstalterInnen: Brot & Spiele Kneipe, Freie ArbeiterInnen Union Düsseldorf / Anarcho-SyndikalistInnen

10.10. Duisburg/Mühlheim
im AZ Mülheim ab 19:30 Uhr
Buchvorstellung mit Gabriel Kuhn: Neuer Anarchismus in den USA
ab 21 Uhr
Konzert und Soli-Party zur Deckung der Gerichtskosten eines
antifaschistischen FAU-Aktivisten
Veranstalterin: FAU Duisburg
Weblinks:
http://fau-duisburg.tk/
http://www.fau.org/
http://www.az-muelheim.de/

11.10. Bochum
Veranstalter: FUB-Café, www.protestkomitee.de
Veranstaltungsort: Soziales Zentrum Bochum, Rottstraße 31, Hinterhaus www.sz-bochum.de

25.11. Görlitz
Beginn: 20.30 Uhr
Veranstalter: HausundHof e.V.
Veranstaltungsort: Hospi30 (Hospitalstr. 30 in 02826 Görlitz)

Wenn keine anderen Angaben: Eintritt frei!

Quelle & weitere Infos: Unrast-Verlag

CH 2009: Erste libertäre Büchermesse in Winterthur (Schweiz)

Einladung der Libertäre Aktion Winterthur

Liebe Genossinnen, liebe Genossen,

nächstes Jahr werden in Winterthur zum fünften Mal die Anarchietage stattfinden. Ohne falsche Bescheidenheit können wir sagen, dass diese Veranstaltungsreihe nicht nur der grösste und wichtigste jährlich stattfindende libertäre Anlass in der Schweiz ist, sondern es auch international zu einiger Bekanntheit gebracht hat. Als Ergänzung wird nächstes Jahr vorgängig eine libertäre Buchmesse stattfinden - unseres Wissens ein Novum in der Deutschschweiz. Während den letzten Jahren sind immer mehr solche Messen entstanden: in Bulgarien, England, Frankreich, Irland, Italien, Kanada, Kroatien,Mexiko, Portugal, Spanien... - nicht aber im deutschsprachigen Raum.

Dabei gäbe es gute Gründe: Einerseits gibt es auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchaus ein anarchistisches Verlagswesen, das aber trotz einem interessanten Programm ein Nischendasein führt.

Anderseits zeigen Erfahrungen aus anderen Ländern, dass solche Buchmessen ein Publikum weit über die anarchistische Szene hinaus anziehen können, daneben sich aber auch hervorragend als Treffpunkt der internationalen libertären Bewegung anbieten. Durch die anschliessenden Anarchietage, die auch diese Mal mit einem spannenden Programm aufwarten werden, lohnt es sich zudem gleich doppelt, die Reise nach Winterthur anzutreten.
Die Buchmesse wird vor den eigentlichen Anarchietage am Wochende vom 31.Januar und 1. Februar 2009 in Räumlichkeiten der 'Alten Kaserne' stattfinden. Tische stehen zur Verfügung, ebenso Übernachtungsmöglichkeiten (s. Anmeldeformular). Die Teilnahme ist kostenlos, doch können wir Spenden immer gebrauchen! Fahrtkosten können wir keine erstatten. Während der Buchmesse wird zusätzlich die Möglichkeit bestehen, Workshops durch- oder Filme vorzuführen. Diese werden jedoch vom Organisationskomitee nicht aktiv geplant, sondern sind von der Eigenintiative der Besucherinnen und Besucher abhängig.
Angemeldete Workshops sind auf der Website einsehbar.

=> http://www.buechermesse.resistencia.ch / http://www.buechermesse.ch


LAW c/o Verein für libertäre Kultur Vl

Postfach 286 CH-8406 Winterthur

 http://www.libertaere-aktion.ch

02.10.08: Bewegung transnational: Der 2. Oktober 1968 in Mexico und die Bewegung der Zapatisten

Veranstaltungshinweis

Am 2. Oktober 2008 jährt sich zum 40. Mal das Massaker von Tlatelolco, das das abrupte Ende der ‚68er-Bewegung’ in Mexico bedeutete. Der Jahrestag wird noch heute begangen, nicht zuletzt weil die Zahl der Opfer bis heute ungeklärt ist. Aktuell wird 68 dort von der seit 2001 regierenden PAN als der Beginn eines Demokratisierungsprozess propagiert, dennoch nimmt die Militarisierung des Landes aktuell wieder zu. Diese richtet sich nicht zuletzt gegen die Zapatisten: eine Bewegung, die auch als eine Folge von 68 zu interpretieren ist, nicht zuletzt aufgrund ihrer Abkehr von Staatsfixierung und nationalen Identitäten.

Was den 68ern in Mexiko nicht möglich war, nämlich sich dem positiven Bezug auf die Nation zu verweigern, wird bei den Zapatisten heute zum Vorbild einer ‚post-solidarischen’, transnationalistischen Bewegungsorientierung jenseits von der Eroberung der Staatsmacht und der Solidarität nationaler Befreiungsbewegungen. Was aber nutzt der Bezug auf 1968 heute, 40 Jahre später? Am Beispiel Mexikos soll am Vorabend des ‚deutschen Nationalfeiertages’ nicht zuletzt die Gretchenfrage der Linken gestellt werden: ‚Wie hältst du’s mit der Nation?’, dem Aufruf aus Chiapas folgend, dort zu kämpfen, wo wir leben: „im Herzen der Bestie“. Eine Erinnerungspolitik, die verstehbar macht, was warum „damals“ passiert ist - in Mexico wie auch hier zulande -, soll im Sinne einer linken Geschichtsschreibung für heutige Kämpfe produktiv gemacht werden.


Ablauf:

Textlese-Seminar [ab 18:00]
(Auftakt zur Lesereihe)

Texte:
Sergio Raúl Arroyo: Die Macht der Erinnerung
http://www.goethe.de/ges/ztg/prj/akt/wlt/ame/mex/de2999655.htm
Übersetzung: Anne Huffschmid, Sergio Raúl Arroyo ist Leiter des "Memorial del 68" und Direktor des Centro Cultural Universitario Tlatelolco (UNAM)

Oliver Marchart: Was ist ein Info-Monument? Zum Memorial del 68 in Mexico City
http://www.linksnet.de/de/artikel/21024
Dieser Artikel erschien in Bildpunkt. Zeitschrift der IG Bildende Kunst, "zwei, drei, viele… achtundsechzig", Wien, Frühjahr 2008.

Vortrag & Diskussion [ab 20:15]
N.N. (B.A.S.T.A. Münster)
Ist eine transnationale Bewegung möglich? – Von der „Neuen Linken“ zum „Aufstand der Würde“

Moderation:
Sevim Dagdelem (angefragt)

Veranstaltung der Rosa Luxemburg NRW und der AG68 in Kooperation mit dem Auslandsbüro der RLS in Mexico City, dem Wahlkreisbüro Sevim Dagdelen (Bochum)

Ort: Bochum, Soziales Zentrum Bochum
Uhrzeit: 18:00 Uhr

Weitere Infos: 40 Jahre 1968

Freitag, 22. August 2008

Erwin Youth: Ausstellungseröffnung "Mexiko Nordgrenze" mit Vendigo + Superbond




Die Themenreihe & Ausstellung "mexiko Nordgrenze" wird eröffnet.
Themenmonat zur mexikanischen Nordgrenze

Die Grenze zwischen Mexiko und den USA ist eine der bedeutendsten Grenzen der Welt. Immer stärker militarisiert, trennt sie - ähnlich der südlichen Grenze Europas - den "armen Süden" vom "reichen Norden". Bei dem Versuch, diese Grenze zu überschreiten, sterben jedes Jahr viele Menschen. Grenzstädte wie Tijuana und Ciudad Juárez sind geprägt von Billiglohnfabriken und extremem Bevölkerungswachstum. Hier zeigt sich immer wieder, wie die politische Grenze Kulturen, Lebensgeschichten, Sprachen und Körper zerschneidet und prägt. Schmerzhaft wird die Brutalität sozialer und ökonomischer Unterschiede deutlich.

Der Grenzraum ist aber auch ein Ort der Bewegung und des Widerstandes.
Ein Raum, in dem nationale, kulturelle und politische Identitäten in Frage gestellt und immer wieder neu ausgehandelt werden. Ein Raum, in dem alternative Identitätskonzepte möglich werden.

Es spielen Vendigo + Superbond, anschließend Party !

Quelle & Infos: Linkes Zentrum Hinterhof