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Freitag, 17. Mai 2019

Aufruf: Ein Europa für Alle



Deine Stimme gegen Nationalismus!
Sonntag, 19. Mai 2019, Großdemos in den Städten Europas

Die Europawahl am 26. Mai 2019 ist eine Richtungsentscheidung über die Zukunft der Europäischen Union. Nationalisten und Rechtsextreme wollen mit ihr das Ende der EU einläuten und Nationalismus wieder groß schreiben. Ihr Ziel: Mit weit mehr Abgeordneten als bisher ins Europaparlament einzuziehen. Wir alle sind gefragt, den Vormarsch der Nationalisten zu verhindern!

Wir halten dagegen, wenn Menschenverachtung und Rassismus gesellschaftsfähig gemacht werden sollen. Wir appellieren an alle Bürger*innen Europas: Geht am 26. Mai wählen – tretet ein gegen Nationalismus und für ein demokratisches, friedliches und solidarisches Europa!

Gemeinsam sagen wir: Die EU muss sich ändern, wenn sie eine Zukunft haben will. Wir streiten für unsere Vision eines anderen Europas. Unser Europa der Zukunft verteidigt Humanität und Menschenrechte; steht für Demokratie, Vielfalt und Meinungsfreiheit; garantiert soziale Gerechtigkeit und treibt einen grundlegenden ökologischen Wandel und die Lösung der Klimakrise voran.
Sei mit dabei, wenn wir am 19. Mai europaweit mit zehntausenden Menschen gleichzeitig auf die Straße gehen! Für die Zukunft Europas, gegen Nationalismus!

Samstag, 12. April 2014

Euromayday 2014 – Tanz den Verhältnissen


Bild in Originalgröße anzeigenDer Euromayday Ruhr 2014 findet am Samstag, 3. Mai statt. Ab 16 Uhr beginnt der Tanz gegen prekäre Lebens- und Arbeitsbedingungen vom Westentor Ecke Kampstraße durch die Dortmunder Nordstadt. Siehe (und unterstütze) den Aufruf: Euromayday 2014: Tanz den Verhältnissen!
“Der Euromayday ist eine bunte Parade gegen die prekären Lebens- und Arbeitsverhältnisse. Er ist eine Plattform, um die Wut rauszutanzen und eine andere Welt zu fordern. Er ist eine Plattform für Ideen – alle sind aufgefordert, sich mit Aktionen und Aufrufen zu beteiligen und unter dem Motto “Tanz den …!” ihre eigenen Themen einzubringen. 2014 stellen wir fest: Europas Krisen sind nicht vorbei – sie spitzen sich nur zu!...” Der Aufruf auf der Aktionsseite


UnterstüzerInnen schreiben bitte `ne Mail an: euromayday@riseup.net

Sonntag, 6. April 2014

16. April um 7Uhr | Aller guten Dinge sind drei! Kalles Zwangsräumung blockieren!


plakat-kalle-16april
Nachdem Ende Februar die Zwangsräumung bei Karl Heinz „Kalle“ Gerigk, der seit 32 Jahren eine Dachgeschosswohnung im Kölner Agnesviertel bewohnt, erfolgreich blockiert wurde und auch der zweite Räumungstermin abgesagt wurde, ist es am 16. April wieder so weit. Wir stehen früh auf, um den Gerichtsvollzieher endgültig daran zu hindern, die Interessen des Vermieters und Immobilienmaklers Marco Hauschild durchzusetzen. Dem Eigentümer war gerichtlich „Eigenbedarf“ zugebilligt worden, obwohl er die Wohnung im Internet zum Weiterverkauf angeboten hatte.

Dieser Skandal steht in der Öffentlichkeit für eine weit verbreitete Praxis, bei der sich Immobilienfirmen, Banken und gutbetuchte Hausbesitzer die Taschen voll machen und Mieter*innen aus begehrten Wohnlagen verdrängen. Die Kampagne “Alle für Kalle” steht für den lauter werdenden Protest von Vielen, die den alltäglichen Skandal auf dem Wohnungsmarkt, wonach die Bedingungen für Wohnen und Leben in der Stadt ausschließlich profitorientierte Immobilienunternehmen diktieren, nicht länger hinnehmen wollen.

“Alle für Kalle” sorgt dafür, dass Wohnungsnot auch in Köln endlich zu einem heißen Eisen geworden ist. Die Politik steht öffentlich mächtig unter Druck, auch wenn es bisher nur bei unverbindlichen Absichtserklärungen geblieben ist. Unser Protest muss also noch viel lauter, vielfältiger und wahrnehmbarer werden.

Mi 16. April, 7:00 Uhr | Blockade+Straßenfest | Fontanestr.5 | Köln-Agnesviertel

Egal ob ihr euch frühmorgens an der Sitzblockade beteiligt, heiße Getränke zum Straßenfest mitbringt, für Öffentlichkeit im Viertel und im Freundeskreis sorgt oder Kalle anderweitig unterstützen wollt, euer Beitrag ist erwünscht und dringend notwendig. Ihr seid dabei in guter Gesellschaft. Kölner Künstler wie z.B. Rolly Brings werden mit dabei sein und vor Kalles Wohnung in der Fontanestraße für Stimmung sorgen. Es hat sich inzwischen in Köln herumgesprochen:

Wohnungsnot geht alle an und drängt zum gemeinsamen Handeln.
Gegen jede Zwangsräumung! Alle für Kalle und Kalle für Alle!
Kommt vorbei und helft uns, die Zwangsräumung zu verhindern!

Kalle für Alle – Infoabend

Do 10. April, 19 Uhr | Info-Abend | Alte Feuerwache | Großes Forum |Melchiorstr. 3

Es sprechen, bzw. werden vorgestellt: ‘Recht auf Stadt-Köln’, Kalle Gerigk, Mieterrat Zollstock, „R12“ – Wir bleiben alle, MigrantInnen ohne Wohnung, BewohnerInnen von Kölns Obdachlosenunterkünften, Mieterproteste in Spanien

Quelle: Zwangsräumung gemeinsam verhindern, 14.03.2014

Samstag, 18. Januar 2014

Wohnraum-für-alle

header-wohnraumDie Initiative "Recht auf Stadt Köln" führt unter den Motto "Wohnraum für alle" Aktionen an diesem Wochenende in Köln durch. Leider haben wir relativ spät davon erfahren, daher hier der verspätete Aktionsaufruf der Initiative:
"Immer mehr Menschen müssen an den Stadtrand ziehen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Wohnungslosen, die auf der Straße oder unter menschenunwürdigen Bedingungen in Heimen, sogenannten Hotels oder Abbruchhäusern leben. Besonders Migrant-innen haben auf dem Wohnungsmarkt ohnehin kaum Chancen und sind der Willkür von Miethaien ausgesetzt.
In vielen Städten Europas kämpfen die Menschen bereits für das Recht auf Stadt. So jetzt auch in Köln. In Köln-Stammheim wurde kürzlich eine Siedlungs-Baracke besetzt, deren Abriss mit Unterstützung der Nachbarschaft verhindert werden konnte. Gemeinsam mit Nachbar-innen unterstützen wir Kalle, der im Agnesviertel von Zwangsräumung bedroht ist: “Alle für Kalle” heißt die Parole der geplanten Blockade, mit der wir dem Gerichtsvollzieher entgegentreten werden.
Und das sind nur einzelne Beispiele für das, was möglich ist, wenn wir uns zusammentun. Kollektive Gegenwehr tut Not!"

Flüchtlinge entkriminalisieren – Abschiebehaft abschaffen

“853 Tage –  so lange saßen Flüchtlinge in NRW allein im letzten Halbjahr unrechtmäßig in Abschiebehaft. Das haben der Bundesgerichtshof und verschiedene Landgerichte in NRW festgestellt”, schreibt der Flüchtlingsrat NRW in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es: »Der Flüchtlingsrat NRW fordert das Innen- und das Justizministerium NRW auf, ab sofort auf die Anwendung der Abschiebehaft zu verzichten. Die Abschiebehaft kriminalisiert Menschen, die sich nichts haben zuschulden kommen lassen, außer, dass sie nicht daran mitwirken wollen, in die ausweg- und perspektivlose Situation ihres Herkunftslandes zurückzukehren. Zudem verletzt sie in den meisten Fällen das Grundrecht auf Freiheit der Person, denn die Prognose, ob sich jemand tatsächlich einer Abschiebung entziehen möchte, ist höchst unsicher. Für den Flüchtlingsrat NRW ist es unverständlich, dass ausgerechnet in NRW die Zahl der Abschiebehaftgefangenen auch noch regelmäßig deutlich höher ist als in allen anderen Bundesländern.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Euromayday 2014: Ja oder Nein?


Der Euromayday-Vorbereitungskreis  lädt am Montag, den 20.01.2014 um 19:00 Uhr ins Taranta Babu, Humboldtstr. in Dortmund ein. In ihrem Ankündigungstext heißt es:

"Soll der Euromayday Ruhr nochmal stattfinden? Was lässt sich besser machen? Wo könnte man es besser machen? Wie lässt sich die Energie besser mitnehmen?

Wir laden ein.
2014 startet, und schon im Dezember begann die Diskussionen im Euromayday-Vorbereitungskreis: Sollen wir's nochmal machen oder nicht? Kommt vorbei und bringt euch ein (vor allem, wenn ihr meint, dass es sich
lohnt)

Warum?
Der Euromayday soll ein Versuch sein, am 1. Mai eine andere Perspektive auf die Straße zu tragen. Die Perspektive derjenigen, die nicht vertreten werden vom Klüngel zwischen Gewerkschaften und Parteien, und auch derjenigen, die sich davon nicht vertreten lassen wollen. Es geht um diejenigen die in prekären Lebens- und Arbeitssituationen stecken, die keine Beachtung finden oder mit Absicht ausgegrenzt sind.

Dabei war und ist der Anspruch, dass der Euromayday keine kanalisierte Wut-Bürger_innen-Veranstaltung sein soll, sondern eine bunte Parade. Der Euromayday versucht mit der Form kurzer Interviews gepaart mit viel guter Musik das Konzept der Latsch-Demos zu überwinden und Protest mit Spass auf die Straße zu tragen. Dabei wurde er bisher von einem Bündnis aus Organisationen und Einzelpersonen gestaltet. Dieses Bündnis zu (re-)aktivieren ist das Ziel unseres ersten Treffens am 20. Januar 2014 im Taranta Babu.

Dienstag, 14. Januar 2014

Villa Kunterbunt bleibt


Der 1898 erbauten Villa in Bochum Langendreer droht erneut der Abbriss im Auftrag der Stadt. Jahrelange Kaufverhandlungen mit der Stadt als deren Eigentümer_in scheiterten aufgrund des zu hohen Preisangebots, daher versucht die Stadt das alte Gebäude nun baufällig zu schreiben. Doch ein unabhängiger Statiker betitelte die Substanz des Hauses als reparabel. Derzeit bewohnen 14 Menschen die Villa. Also ein bunter Haufen mit Charakter, antifaschistischer Haltung und für ein selbstbestimmtes Leben in Frieden und Freiheit.


Bereits in den 70er Jahren sollte die Villa abgerissen werden. Engagierte Studierende wehrten dies ab, besetzten es und versetzten es durch Renovierungen nach 1,5 Jahren in einen bewohnbaren Zustand.

Die Bewohner informieren auf ihre Website „Viva la Villa“ über aktuelle Ereignisse und Soliaktionen.

Sonntag, 12. Januar 2014

Recht auf Stadt



Am Dienstag, den 14. Januar findet um 19 Uhr im Haus der Begegnung, Alsenstraße 19 das 4. RechtAufStadt-Ruhr-Treffen statt. Geplant ist u. a. bis zum März einen Text zur Frage zu formulieren, was Recht auf Stadt im Ruhrgebiet bedeutet und welche Forderungen sich daraus ergeben. In der Einladung heißt es: “Dazu diskutieren wir nun auf jedem Treffen ein Schwerpunktthema. Beim letzten Mal hatten wir über Freiräume und Leerstände geredet, woraus ein erster Textentwurf entstanden ist. Beim Treffen im Januar nehmen wir uns das Themenfeld Armut, Einwanderung und Segregation vor. Dazu wird es wieder einen Input geben. Des weiteren werden wir über die weitere Umsetzung unser Map alternativer und unkommerzieller Orte reden. Daneben wird auf dem Treffen Zeit zum Austauschen aktueller Ereignisse und kommender Termine sein.”


Quelle: bo-alternativ.de, 10.01.2014

Samstag, 11. Januar 2014

Recht auf Stadt

Am Dienstag, den 14. Januar findet um 19 Uhr im Haus der Begegnung, Alsenstraße 19 in Bochum das 4. RechtAufStadt-Ruhr-Treffen statt. Geplant ist u. a. bis zum März einen Text zur Frage zu formulieren, was Recht auf Stadt im Ruhrgebiet bedeutet und welche Forderungen sich daraus ergeben. In der Einladung heißt es: “Dazu diskutieren wir nun auf jedem Treffen ein Schwerpunktthema. Beim letzten Mal hatten wir über Freiräume und Leerstände geredet, woraus ein erster Textentwurf entstanden ist. Beim Treffen im Januar nehmen wir uns das Themenfeld Armut, Einwanderung und Segregation vor. Dazu wird es wieder einen Input geben. Des weiteren werden wir über die weitere Umsetzung unser Map alternativer und unkommerzieller Orte reden.  Daneben wird auf dem Treffen Zeit zum Austauschen aktueller Ereignisse und kommender Termine sein.”

Quelle: bo-alternativ, 10.01.2014

Samstag, 16. Oktober 2010

Stadtteilführung durch König Ludwig - Bergarbeiterwohnen im Wandel

Teile des heutigen Recklinghausens waren um die Mitte des 19. Jahrhunderts so gut wie unbewohnt. Mit dem Ausbau der Zechen zum Ende des Jahrhunderts siedelten sich Tausende von Menschen an, um hier zu arbeiten und viele Siedlungen entstanden.
Bei diesem Rundgang besuchen wir einen dieser Siedlungsbereiche: König-Ludwig.
Hier zeigt sich eine Kolonie im Wandel der Zeit. Bei dem Rundgang nehmen wir unter anderem die gut erhaltene Wohnsituation im Bereich der Wörthstraße und die neueren Entwicklungen östlich der Overbergstraße in Augenschein. Anhand früherer und aktueller Stadtentwicklungsplanung kann hier insbesondere der Koloniebegriff hinsichtlich des Wohnens und Arbeitens der dort lebenden Menschen veranschaulicht werden.

Uwe Wlodarczak
Treffpunkt: Antoniuskirche
sonntags, 15.00 - 17.00 Uhr
ab 05.12.10
1 x 2 UStd., 2 Ustd.
gebührenfrei

Anmeldung bei der VHS-Recklinghausen erforderlich.

1968 und die Folgen auch in Gelsenkirchen!?

Gesprächsrunde mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. 
Kursleitung: Prof. Dr. Stefan Goch
ab Di. 26.10.2010
18:00 - 20:00 Uhr
Bildungszentrum, Ebertstr. 19, Raum 207, Gelsenkirchen

Kapitalistische Realität in der Krise: Entwicklung in Indien und China

Wildcat-Veranstaltungen am 20.10.2010 ab 19:00 Uhr im Taranta Babu, Humboldtstr. 44, Dortmund
Die kapitalistische Produktionsweise ist heute nur noch zu verstehen, wenn man eine globale Perspektive behält und die verschiedenen weltweiten Bewegungen und Veränderungen wahrnimmt. Die Produktionsketten durchziehen fast alle Länder auf der Welt, und seit den 90er Jahren ist als die Hälfte der Menschheit direkt durch Lohnarbeit und noch viel mehr indirekt in diese Ketten eingebunden.
Um über emanzipatorische Perspektiven, Kampfmöglichkeiten und unsere Rolle in ihnen diskutieren zu können, ist es wichtig, den Zustand und die Veränderungen der Welt im Auge zu behalten. Als Beitrag zu dieser notwendigen Diskussion machen wir zwei Veranstaltungen zum Stand der kapitalistischen Entwicklung und den Erfahrungen der Lohnarbeiter_innen in Indien und China. Indien und China sind die zwei bevölkerungsreichsten Länder in Asien und haben sich seit den 80ern als »Fabriken der Welt« etabliert, in denen sehr viele der weltweit verbrauchten Konsumgüter produziert werden. mehr

Die letzten Feuer von Porto Maghera

Wann & Wo: Am Sa., dem 16.10.2010 ab 20:00 Uhr emily unberechenBar im Sozialen Zentrum Bochum

Linke Veranstaltungen nehmen ja oft Jahrestage oder Verstorbene zum Anlass um an historische Ereignisse zu erinnern. Nach diesem Muster gibt es einen doppelten Anlass sich die historische Erfahrung der Arbeiterautonomie in Italien noch einmal genauer anzusehen. Zum einen  ist diese Jahr Romano Alquati verstorben, einer der wichtigen Vordenker des Operaismus zum anderen hat der "Marsch der 4000" Angestellten Jahrestag. Dieser stellt den Endpunkt der "Arbeiterinnenbewegung gegen die Arbeit" dar und hatte auch die Form eines Trauermarsches. Die Angestellten demonstrierten schweigend und ohne Spruchbänder für den Abbruch des Streiks beim Fiatwerk Miafiori in Turin.

Wir wollen mithilfe des Films "Porto Maghera: Die letzten Feuer" (Italien 2004, 52 min) diese massive, auf alle Bereiche des ArbeiterInnenlebens ausgedehnte, und von ca. 1964-80 dauernde Erfahrung der Selbstorganisation und des politischen Kampfes diskutieren. Dabei soll die Frage, wie wir heute diese Erfahrungen nutzbar machen können im Vordergrund stehen.


Diese Veranstaltung schließt an die vorangegangen Veranstaltungen zu den revolutionären Versuchen 1936 in Spanien und 1919-21 in Deutschland an.

Samstag, 1. Mai 2010

Aufruf zum Euromayday Ruhr

Hast Du bezahlte Arbeit? Kannst Du davon leben? Hast Du freie Zeit? Was kannst Du Dir leisten? Kannst Du Dein Leben selbst bestimmen? Was wünscht Du Dir? Was machst Du im Alter?

Wir haben die Nase voll! Her mit dem schönen Leben – ohne Angst und Unsicherheit, ohne Ausbeutung und Unterdrückung, hier und überall! Der 1. Mai ist unser Tag, um gemeinsam als Parade laut und sichtbar zu sein und unseren Wünschen Ausdruck zu verleihen. Der EuroMayDay ist eine Einladung, um gemeinsam mit anderen zu handeln, zu kämpfen und zu feiern!

Immer mehr Menschen werden Ansprüche und Garantien genommen. Sie werden in unsichere Lebensverhältnisse abgedrängt. Mittlerweile arbeiten bereits ein Drittel aller Beschäftigten unter prekären Bedingungen, das heißt in Leiharbeit, in Minijobs, in befristeten Arbeitsverhältnissen, in mies oder gar nicht bezahlten Praktika, als Ich-AG oder als papierlose MigrantInnen ohne jeglichen Schutz. Besonders in den Bereichen Pflege, Hausarbeit und Einzelhandel arbeiten zumeist Frauen, die angesichts der geringen Löhne und der niedrigen Stundenzahlen kein existenzsicherndes Einkommen erhalten. Diese Prekarisierung und der radikalisierte Wettbewerb setzen auch die so genannten Stammbelegschaften unter Druck. Allein die Anwesenheit von LeiharbeiterInnen in einem Betrieb wirkt (lohn)disziplinierend.

Wir sollen mehr arbeiten und weniger verdienen. Die Bedrohung mit Armut und Ausschluss soll uns gefügig machen, niemand sich sicher fühlen. Das entwürdigende Regime der Hartz-Gesetze erzeugt Angst. Die Entrechtung und Gängelung der Erwerbslosen mit 1-Euro-Jobs, Vorladungen, Hausdurchsuchungen oder Zwangsumzügen wird begleitet von einer widerlichen Missbrauchsdebatte, die ausgrenzen und isolieren soll.

Nach dem Ende von Kohle und Stahl ist diese Situation besonders hier im Ruhrgebiet zu spüren. Die Kommunen sind pleite und leiden unter einer hohen, verfestigten Erwerbslosigkeit. Umfassende Sparprogramme sollen jetzt helfen die Haushalte zu sanieren. Wie üblich wird dabei besonders im sozialen und soziokulturellen Bereich gespart.

Mit der Kulturhauptstadt RUHR.2010 soll der sterbende Dinosaurier Ruhrgebiet zu neuem Leben erweckt werden. Kultur wird zum Standortfaktor und Kreativität auf eine Geschäftsidee reduziert. Gerade der von der Kulturhauptstadt so gefeierte Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft ist das Modell eines stark prekarisierten Arbeitsmarktes. Er wird bestimmt von Zeitverträgen und unsicheren, selbstständigen Arbeitsverhältnissen.

Die Politik bastelt an Prestige-Projekten, wie z.B. dem Bau eines neuen Konzerthauses in Bochum oder dem Dortmunder U-Turm als Zentrum für Kunst und Kreativität. Von der Mehrheit der BewohnerInnen, die das Zeitalter von Kohle und Stahl hier zurückgelassen hat, haben sich die Verantwortlichen längst verabschiedet. Diese Mehrheit der BewohnerInnen wird von diesen Projekten des sogenannten Strukturwandels nicht profitieren.

Öffentliche Gelder müssen allen Menschen, die hier leben, zugute kommen! Kulturelle Infrastruktur muss in erster Linie soziale Infrastruktur sein! Dazu gehört ein Bildungssystem, das nicht selektiert sondern fördert, ebenso wie ein schneller, bezahlbarer, öffentlicher Nahverkehr und eine umfassende Gesundheitsversorgung sowie die Finanzierung von z.B. Stadtteilzentren und Schwimmbädern! Diese Gemeingüter gehören uns allen!

Wir bleiben nicht bei der Verteidigung der Gemeingüter stehen, sondern wissen, dass allen Menschen ein ausreichendes Einkommen zusteht. Alle Menschen sollen ihren Aufenthalts- und Wohnort frei wählen dürfen. Wir wollen eine solidarische Gesellschaft, die mit patriarchalen und rassistischen Gewalt- und Herrschaftverhältnissen bricht.

Deshalb weisen wir jegliche rassistische und nationalistische Spaltung zurück. Rechte Parteien schüren den sozialen Neid und finden auch bei Teilen der bürgerlichen Mitte Unterstützung mit Kampagnen für einen Sozialstaat und Mindestlohn nur für "Volksgenossen". Unter den Slogans "Ausländer raus" und "Deutschland den Deutschen" wird Rassismus verbreitet. Die Angriffe von Neonazis gegen MigrantInnen und politische GegnerInnen nehmen zu, in den letzten Jahren wurden in Dortmund sogar mehrere Menschen von Neonazis ermordet. Die 1. Mai-Demo des DGB wurde im letzten Jahr von Neonazis angegriffen. Es geht also auch darum Dortmund ein anderes Gesicht zu geben und Solidarität zu leben.

Das Fehlen von Sicherheiten und Garantien ist uns gemeinsam: Ob wir als KünstlerInnen oder Reinigungskraft arbeiten. Ob wir akut von einer Betriebsschließung bedroht oder schon erwerbslos sind. Ob wir neben dem Studium als DJ unterwegs sind oder als neue Selbständige unser unternehmerisches Selbst vor uns her treiben. Dieses negative Gemeinsame wollen wir, trotz all unserer Unterschiedlichkeit, zu einem positiven Gemeinsamen wenden, zu einem Recht auf ein gutes Leben. Der EuroMayDay ist die Aufforderung an Euch, dieses positive Gemeinsame zum Schwingen und Tanzen zu bringen. Das meinen wir durchaus wörtlich. Wir wollen dem Wortgeklingel der Kulturhauptstadt und den Zumutungen unseres Lebens unsere Wünsche und Forderungen entgegen stellen und eine große Party auf der Straße feiern.

»Mayday, Mayday« ist das Signal, welches in Seenot geratene Schiffe aussenden. In diesem Sinne: Raus aus den Federn, es kommt auf uns alle an! Der EuroMayDay ist eine offene Parade - alle sind eingeladen, ihre Prekarisierungserfahrungen, Aneignungskämpfe, Ideen und Forderungen einzubringen. Ob mit Kostümen, Schildern, Tänzen, Musik oder anderem ist jedem und jeder selbst überlassen!

Der EuroMayDay startet am 1. Mai 2010 um 15 Uhr in Dortmund am Hauptbahnhof Nordausgang.


Falls ihr den Aufruf als Gruppe oder Einzelperson unterstützen wollt, schreibt uns eine E-Mail.

die 43 Unterstützer_innen-Gruppen (Stand 28.4.2010):

AG Bildungsstreik Bochum | AG Bildungsstreik Duisburg-Essen | AG Kritische Kulturhauptstadt | alternative liste Bochum | Antifa Medienzentrum Dortmund | Antifaschistische Linke Münster | Antifaschistische Union Dortmund | Antinationale Antifa Dortmund | ASJ Herne/Recklinghausen | AStA Ruhr-Uni Bochum | Attac Bochum | attac campus bochum | Bochumer Sozialforum | der_notstand Bochum | FAU Dortmund | FAU Münster | FAU Bielefeld | FAU Essen | FAU Moers | Forum gegen Rassismus Campus Dortmund | Freiraumtanz Bochum | GEW LASS NRW | Globalibre | Hoodstock | INURA-Ruhr | Kultur- und Initiativenhaus Langer August | KulturHaus Taranta Babu | Kunterbunt e.V. | Kulturzentrum Bahnhof Langendreer Bochum | LabourNet Germany | Land for Free | Libertäre Medienmesse 2010 | lippe*alternativ | Radio El Zapote - Autonome Kultur- und Konzertgruppe Bochum | Rattenloch Schwerte | Soziales Zentrum Bochum | Sozialforum Dortmund | Theater Metropol Dortmund | Transnationales Aktionsbündnis | Unabhängige Sozialberatung Bochum | Unrast Verlag | ver.di Jugend NRW | ver.di Jugend Südwestfalen 

Infos & Quelle: EuroMayDay Ruhr

Dienstag, 5. Januar 2010

Die Mauern des Kapitalismus einreißen! Aufruf zur LL-Demo 2010

So., 10.01 ab 10.00 Uhr U-Bhf.Frankfurter Tor, Berlin
ll_demo_2010Am 10. Januar 2010 findet in Berlin die jährliche Demonstration zur Ehrung der beiden Sozialisten und Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht statt. Beide sind eng verbunden mit der Novemberrevolution von 1918. Gerade in Zeiten einer globalen Wirtschaftskrise ist die LL-Ehrung ein Referenzpunkt für eine antikapitalistische Linke.
Aufruf der ALB & ARAB (oder als PDF)

Sonntag, 6. Dezember 2009

Jenseits von Sozialdemokratie und Kommunismus? Zur Problemgeschichte, Programmatik und Aktualität des Linkssozialismus

Konferenz
Veranstalter:Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW (in Zusammenarbeit mit dem Gesprächskreis Geschichte der Rosa Luxemburg-Stiftung) Duisburg
Datum, Ort:11.12.2009-12.12.2009, Alte Feuerwache Duisburg, Friedenstr.5,


  Die Jahrhundertkrise des Kapitalismus zeigt – wie die Weltwirtschaftskrise 1929-1933 – einen Epochenumbruch in der Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaften an. Unklar sind derzeit sowohl die Lösungsform der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise als auch die Veränderungen im politischen Feld.

     Bei der Suche nach Alternativen und linken Lösungsmöglichkeiten werden auch Geschichte und Ideen der sozialistischen Bewegungen wieder zunehmend erforscht und öffentlich diskutiert. Biografie und andere Geschichtswerke erinnern dabei nicht zuletzt an linkssozialistische Traditionen zwischen und jenseits von Sozialdemokratie und Kommunismus. Was war dieser Linkssozialismus eigentlich? In welchem Zusammenhang stand er zu den ökonomischen und gesellschaftlichen Umbrüchen des 20.Jahrhunderts? Und sind seine Probleme und Lösungsvorschläge auch heute noch von Interesse für einen Sozialismus des 21.Jahrhunderts?
     Die zweitägige wissenschaftlich-politische Konferenz thematisiert die Problemgeschichte des Linkssozialismus und versucht, dem Zusammenhang von historischer Erfahrung und programmatischer Aktualität nachzuspüren. Es soll also gefragt werden, was der Linkssozialismus (in seiner ganzen Heterogenität) historisch und programmatisch eigentlich gewesen ist, welche theoretisch-politischen Vorschläge heute weiterhin tragfähig und was die Eckpunkte einer modernen linkssozialistischen Programmatik sind.

Programm:
Freitag, 11.12.2009
13.00 – 13.45 Uhr: Begrüßung, Eröffnungsvortrag von Arno Klönne (Zeitzeuge und Wissenschaftler, Gesamthochschule Paderborn)
14.00 – 15.45 Uhr:
Linkssozialismus als Erbschaft der Sozialdemokratie
- Das Jahr 1934: Die verpasste Chance des Linkssozialismus (Gerd-Rainer Horn, Universität Warwick (UK))
- Die Geburt des Linkssozialismus bei Max Adler (Christoph Jünke, Bochum)
15.45 – 16.15 Uhr: Kaffeepause
16.15 – 18.00 Uhr:
Linkssozialismus und Stalinismus
- Linkssozialismus und Stalinismus im spanischen Bürgerkrieg (Reiner Tosstorff, Universität Mainz)
- Linkssozialistische Strömungen und Alternativen in der und zur SED (Thomas Klein, Zentrum für zeithistorische Forschung, Potsdam)
Samstag, 12.12.2009
a) 10.00 – 12.30 Uhr:
Linkssozialismus als Kritik und Erneuerung von Sozialdemokratie und Gewerkschaften
- Gegen Anpassung und Resignation. Linkssozialistische Kritik der Sozialdemokratie seit den 50er Jahren (Gregor Kritidis, Universität Hannover)
- Linkssozialistische Erneuerung der Gewerkschaftspolitik? Das Beispiel der IG Metall-Bildungsarbeit der 60er und 70er Jahre (Stefan Müller, Duisburg)
- Linkssozialistische Konzepte zwischen Wirtschaftsdemokratie und Rätesystem (Joachim Bischoff, Hamburg)
12.30-13.30 Uhr: Mittagspause (für Essen wird vor Ort gesorgt)
b) 13.30 – 15.45 Uhr:
Problemfragen sozialistischer Politik nach 1945
- Linkssozialistische Staatskritik bei Wolfgang Abendroth und Johannes Agnoli (Richard Heigl, Regensburg)
- „Nicht nach Köpfen, sondern nach Interessen organisieren“. Linkssozialistische Organisationsvorstellungen am Beispiel des Sozialistischen Büros (Gottfried Oy, Frankfurt)
- Frauen im linkssozialistischen Männerbund. Fragen der Geschlechterpolitik? (Gisela Notz, Berlin)
c) 16.00 – 18.00 Uhr:
Sozialistische Transformation in der Krise des Finanzmarktkapitalismus?
Podiumsdiskussion über die Krise als Epochenumbruch, das Erbe des Linkssozialismus und die Herausforderungen für eine programmatische Debatte der politischen Linken.
TeilnehmerInnen: Arno Klönne, Joachim Bischoff, Gisela Notz

Kontakt:Christoph Jünke
Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW e.V. Siegstr. 15 47051 Duisburg
0203 / 31 77 3 -92
post@rls-nrw.de
Infos:http://www.rls-nrw.de/?id=19985


Kultusminister nachsitzen!

Ein breites, gesellschaftliches Bündnis ruft auf zum Protest
gegen die Kultusministerkonferenz am 10. 12 2009 in Bonn


Wer sind wir?

Wir sind SchülerInnen, Azubis und Studierende vom Bildungsstreik, Erwerbslose aus den Erwerbsloseninitiativen und Arbeiter und Angestellte aus den Gewerkschaften.
Im Jahr 2009 gab es viele große Proteste gegen die Politik von Bundesregierung, Landesregierungen und Großkonzernen: Gegen die Abwälzung der Wirtschaftskrise auf die Schultern der arbeitenden Menschen, Erwerbslosen, SchülerInnen, Azubis, Studierenden und Rentner demonstrierten in Frankfurt und Berlin am 28.3. mehr als 55.000 Menschen unter dem Motto „Wir zahlen nicht für eure Krise!“. Am 16. Mai forderten mehr als 100.000 Menschen in Berlin auf einer großen, vom DGB organisierten Demo, „Profiteure zur Kasse!“. Und am 17. Juni demonstrierten SchülerInnen, Azubis, Studierende und erwerbslose Jugendliche für ein anderes, besseres Bildungssystem ohne überfüllte Klassen, ohne Ausbildungsplatzmangel ohne Studiengebühren und gegen die explodierende Jugendarbeitslosigkeit. Mehr als 270.000 Jugendliche haben an diesem Tag ein klares Signal an Politik und Wirtschaft gegeben: Dass sie die Schnauze gestrichen voll haben.
Erster Erfolg der Proteste: Die Einführung der Studiengebühren hat nicht nur gestoppt, sondern der Wind hat sich gedreht. Und zwar sind in Hessen, in Schleswig-Holstein und im Saarland Studiengebühren wieder abgeschafft worden. Die Bildungsstreik-Bewegung hat nun auf ihrem bundesweiten Treffen in Münster zu Protesten und der Blockade der Kultusministerkonferenz („KMK“) aufgerufen. Und die größten Organisationen der Arbeiter, Angestellten und Erwerbslosen Deutschlands, der DGB Köln/Bonn, attac Bonn und das Erwerbslosen Forum Deutschland, sind mit dabei gegen die „KMK“.
Gemeinsam sind wir stark!

Wer sind die „Kultusminister“…?

Die „Kultusminister“, das sind genau die MinisterInnen, die in ihren jeweiligen Bundesländern die Situation des Bildungssystems zu verantworten haben. Sie haben die Möglichkeit zu Veränderungen und wir wollen, dass sie die auch nutzen! Die „Kultusministerkonferenz“ ist ein Zusammenschluss der KultusministerInnen aller 16 Bundesländer, welche für Bildung und Erziehung, Hochschulen und Forschung sowie weitere kulturelle Angelegenheiten zuständig sind. Also für die Bereiche, die uns SchülerInnen, Studierende, arbeitslose Jugendliche und Azubis direkt betreffen. Mehrmals im Jahr treffen sich die KultusministerInnen zur KMK. Und wenn sie über diese Themen beraten, werden unsere Forderungen und Interessen nicht beachtet.
…und was machen sie?
Was tatsächlich herauskommt bei der Politik der KultusministerInnen, das sind weitere Verschlechterungen im Bildungssystem, wie in den letzten Jahren z.B. der Abbau von demokratischer Mitbestimmung in Schule und Hochschule, die Einführung der Studiengebühren, der Lern-Terror durch zentrale Prüfungen, durch das Bachelor/Master-System und durch das Turbo-Abitur („G8“). Dazu kommt das verstärkte charakterliche und soziale Aussortieren und die Unterdrückung kritischer Meinungen durch die „Kopfnoten“.
In der Schule fehlt es an allem: Zu wenige LehrerInnen und überfüllte Klassen machen das Lernen (für beide Seiten!) unerträglich, die Gebäude bröckeln und viele SchülerInnen können sich das Schulmittagessen (falls es das überhaupt gibt) nicht leisten – genauso wie Klassenfahrten und Lehrbücher, Hefte, Stifte usw.
Während der Druck in Schule und Ausbildung immer größer wird, wächst die Jugendarbeitslosigkeit, wächst der Ausbildungsplatzmangel und werden die Löhne kräftig gesenkt, werden die Arbeitsbedingungen immer unsicherer und schlechter („Prekarisierung“). Millionen Jugendliche sind zu kostenlosen „Praktika“ anstelle bezahlter Arbeit gezwungen. Nach der sehr „kulturellen“ Dröhnung der 60-Stunden-Woche in Schule und Ausbildung bleibt dann weder Geld noch Zeit für anderweitige „kulturelle“ Aktivitäten. Und im „Hartz-IV“-Regelsatz sind pro Kind ganze 0,00€ für Bildung und Kultur vorgesehen – aber immerhin 2€ täglich für eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Ein (billiges!) Schulmittagessen kostet 2,50€. Die Krönung hat das Bundessozialgericht am 29.10.09 beschlossen: Schülerfahrkarten müssen aus dem Hartz-IV-Regelsatz gekauft werden. Damit ist SchülerInnen z.B. das tägliche Frühstück entzogen.
Vor der Kamera werden uns die KultusministerInnen vielleicht wieder einmal erzählen, wie toll sie es finden, dass sich Jugendliche z.B. beim Bildungsstreik „engagieren“, und dass sie unsere „Vorschläge“ auf jeden Fall „berücksichtigen“ werden. Damit aber unsere Interessen von den PolitikerInnen großzügigerweise „berücksichtigt“ werden, müssen wir gemeinsam dafür kämpfen – und können uns nicht auf ihre Versprechungen verlassen!
Wofür Protest und ‚Nachsitzen‘?
Der Protest gegen die 16 KultusministerInnen ist oft über das ganze Land verstreut. Jetzt kommen sie alle in Bonn zusammen – und es wird eine Demonstration und eine Blockade geben! Um bei der Bildung und Erziehung der KultusministerInnen etwas nachzuhelfen, helfen vielleicht ein paar Stunden ‚Nachsitzen‘ bei ihrer Konferenz– z.B. durch eine Blockade! Unterstützt uns dabei, die MinisterInnen ‚nachsitzen‘ zu lassen!

Nachsitzen! – Unsere Forderungen an die KMK:

Gegen die katastrophalen Lehr- und Lernbedingungen – für selbstbestimmtes Leben und Lernen


  • Weg mit dem Schulstress durch Schulzeitverkürzung, zentralen Prüfungen, starren Lehrplänen, Kopfnoten und zu großen Klassen!


  • Weg mit dem Leistungsdruck u.a. in Form des Bachelor-Master-Systems!


  • Eine Schule für alle – statt Aussortieren in Haupt-, Real-, Gesamt- und Sonderschüler!


  • Fachlich und pädagogisch gut ausgebildete ErzieherInnen, LehrerInnen, SozialpädagogInnen und DozentInnen! Und davon viel mehr!

  • Freier Zugang zu allen Bildungs- und Kultureinrichtungen und Abschaffung sämtlicher Bildungsgebühren

  • Abschaffung von Studiengebühren, Ausbildungsgebühren und Kitagebühren!


  • Ausbildung mit anschließender Übernahme für alle im erlernten Beruf!


  • elternunabhängiges BAFöG ,ohne Zurückzahlen für jede_n!


  • Weg mit jeglicher Begrenzung des Hochschulzugangs durch Abitur, „NC“ usw.!


  • Kostenlose Fahrt im öffentlichen Personennahverkehr für alle!


  • Kostenlose Einzelbetreuung (Nachhilfe), Verpflegung, Materialien und Klassenfahrten!

  • Öffentliche Finanzierung des Bildungssystems – ohne Einfluss der Wirtschaft

  • Mehr Gehalt für ErzieherInnen, LehrerInnen, SozialpädagogInnen und DozentInnen!


  • Weg mit dem Einfluss von Wirtschaft, Militär und Polizei auf die Bildung!

  • Demokratisierung durch Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen
  • Verfasste Studierendenschaften mit Finanzhoheit und politischem Mandat in allen Bundesländern! Auch für die SVen!

  • Weg mit Hochschulrat und Stiftungsrat als höchste Entscheidungsebene an Hochschulen!

  • Drittelparität in den Schulkonferenzen und an den Hochschulen!

  • Abschaffung der Leih- und Zeitarbeit sowie prekärer Arbeitsverhältnisse – Wir sind nicht eure „Generation Praktikum“!
    Weg mit Hartz IV! Her mit 500€ Grundsicherung, 30-Stundenwoche und 10€ Mindestlohn – Sonst kann man von Bildung und Kultur nur träumen!

    Quelle & mehr Infos: http://www.kmk-nachsitzen.de/

    Montag, 16. November 2009

    Den sexistischen und rassistischen Normalzustand brechen!

    10. Demonstration gegen den Abschiebeknast in Neuss
    28.11.2009 | 14:00 Uhr | Neuss/Marienkirchplatz (Hauptausgang Hbf)

    Zum mittlerweile 10. Mal demonstrieren wir gemeinsam gegen den Frauenabschiebknast in Neuss. Unser Protest richtet sich nicht ausschließlich gegen den Knast in der Neusser Innenstadt, sondern ebenso gegen Abschiebung als ein Element der Migrationskontrolle in Deutschland und der EU. Für Millionen Menschen sind die Zustände, in denen sie leben müssen, so unerträglich, dass sie ihr Leben aufs Spiel setzen, um diese zu überwinden. Dass Abschiebung kein abstraktes Konstrukt ist, sondern konkrete Realität, zeigt die derzeitige Situation von tausenden Roma, die von Abschiebung in den Kosovo bedroht sind. In NRW leben etwa 3.700 Roma, deren Abschiebung nicht unwahrscheinlich ist. Vor dem Hintergrund hunderttausender Roma und Sinti, die verstärkt ab 1938 Opfer des deutschen Faschismus wurden, erscheint der unbedingte Wille, diese Menschen in eine für sie prekäre und lebensbedrohliche Region abzuschieben, mehr als zynisch.

    Staatlicher und gesellschaftlicher Rassismus hat auch im Nachkriegsdeutschland eine lange Tradition: Schon Anfang der 1950er Jahre kam es zur Einrichtung des Ausländerzentralregisters in Köln, da das Bundesinnenministerium die „Notwendigkeit einer verstärkten Überwachung der Ausländer im Bundesgebiet“ gegeben sah.1980 brannten erstmals Flüchtlingsheime. Nachdem mit der so genannten „Drittstaatenregelung“ das Asylrecht in Deutschland seit 1993 faktisch außer Kraft gesetzt ist, sind Flüchtlinge auf „Duldung“ angewiesen und müssen mit der ständigen Gefahr leben, abgeschoben zu werden. Abschiebung bedeutet für die Betroffenen häufig im ersten Schritt eine monatelange Inhaftierung. mehr

    Mehr Informationen: http://www.aha-bueren.de
    Aktionsbündnis globale Bewegungsfreiheit
    Bericht und Bildergalerie von der letzten Demo 2008
    Strategischer Artikel über den Widerstand in der decrypt Ausgabe 3

    Sonntag, 15. November 2009

    Recklinghausen: Angerichtet für die Nazis?

    from Skid Row

    Am 28.11.2009 wollen unabhängige und parteigebundene Neonazis unter dem Motto „Für ein Recht auf Zukunft - Arbeit, Freiheit, Brot durch nationalen Sozialismus!“ in Recklinghausen aufmarschieren. Ihr Sammelpunkt soll um 12:00 Uhr der Recklinghäuser Hauptbahnhof sein.
    Das einfallslos klingende Motto nutzten Neonazis bereits am 17.10.2009 um circa 1.500 Kamerad_innen in Leipzig bei einer vollmundig angekündigen Großdemonstration antreten zulassen. Dort traten ihnen engagierte Bürger_innen aus allen politischen Spektren einschließlich Anarchist_innen und Kommunist_innen unter dem Motto „Bitte Platz nehmen“ entgegen, so dass sie ihren Plan nicht in die Tat umsetzen konnten. Wie ist es um solche Aussichten in Recklinghausen bestellt?

    Eure Zukunft war schon damals Scheiße
    Ziel der Kamerad_innen, ob sie nun als „Nationaler Widerstand“, „autonome Nationalist_innen“ oder eben als NPD fungieren ist die Errichtung eines mörderischen Staates und „ethnische Säuberungen“, Vertreibungen und Massenmorde nach altbekannten Vorbild. Und daraus machen sie keinen Hehl: Der Slogan dieses Aufmarsches benennt lediglich um einer justiziellen Strafe aus dem Weg zu gehen als Ziel den nationalen Sozialismus statt einfach vom Nationalsozialismus zu sprechen. Und mit solchen billigen Tricks kommen sie offenbar bei Polizei und Justiz auch immer wieder durch. Auf ihrer Homepage rühmen sie sich, anlässlich einer Flugblattverteilung in der Recklinghäuser Innenstadt am 14.11.2009 ein Lied gesungen zu haben, welches in alten Liederbüchern der SS zu finden und dementsprechend heutzutage verboten ist. Die Polizei bedrängte offenbar unterdessen jugendliche Gegendemonstranten und hatte für Straftaten gerade keine Zeit. Berichten besagter jugendlicher Gegendemonstrant_innen zufolge hatte die Polizei auch später keine Zeit um Anzeigen von Neonazigegner_innen aufzunehmen, die bei Beginn ihrer Heimreise in die Dörfer und Städte des Kreises Recklinghausen am Bahnhof von Neonazis mit Flaschenwürfen attackiert worden waren.
    Wir möchten dafür eintreten, dieser Zukunft eine Absage zu erteilen. Die Ziele dieser Bewegung sind so verbrecherisch wie ihre Methoden. Sich ihr in den Weg zu stellen ist berechtigt und nötig. Sie zu ignorieren ist Selbstaufgabe. Sie Ohnmacht erfahren zu lassen ist das Ziel.


    Stadt und Kreis Recklinghausen weisen für Beobachter_innen von außerhalb einige Besonderheiten auf. Nirgendwo fiel die Sozialdemokratie, losgetreten durch Skandale und Korruption, aus solcher Höhe kommunaler Verankerung so tief, nirgendwo hinterließ sie ein solche zivilgesellschaftliche Wüste. Selbst die sozialdemokratische Neugründung „Die Linke“ hat vor diesem Hintergrund einen schweren Stand. Es fällt halt schwer, gegen die Privatisierung von Wohnungen einzutreten, wenn die Bevölkerung mit öffentlichem Eigentum nur von Sozis geplünderte Kassen verbindet. mehr

    Wir verweisen auf die wohl aktuellste Homepage rund um die Aktivitäten gegen den Neonaziaufmarsch am 27.11./28.11.2009, bitte informiert Euch da: naziswegmoben.blogsport.de
    Aufruf der Anarchistisch-Syndikalistische Jugend Herne/Recklinghausen
    Aufruf der Offenen Antifa Recklinghausen

    Montag, 5. Oktober 2009

    Her mit dem AZ – und zwar sofort!


    Aufruf von pyranha - Kampagne für ein Autonomes Zentrum …mit Euch in Köln!

    Ein autonomes Zentrum in Köln als Ort emanzipatorischer Praxis, politischer Organisation und pyranhabecken für selbstorganisierten, unkommerziellen Hedonismus!

    Vor neun Monaten formierte sich nach der Schließung der „Schnapsfabrik“ die Kampagne pyranha für ein autonomes Zentrum (...mit Tanzfläche) – als ein Zusammenschluss aus Gruppen und Einzelpersonen des politischen und kulturellen Spektrums, mit dem Ziel in Köln ein unkommerzielles und selbstverwaltetes Zentrum für Politik, Kunst und Kultur zu schaffen ein Autonomes Zentrum!

    Dies ist in Köln nicht der erste Versuch dieser Art und wir schließen explizit an die vergangenen Versuche an, an denen wir teilweise auch mit beteiligt waren. Die Erfahrung zeigt, dass diese Versuche oft von sehr kurzer Dauer waren. Selbst die zuletzt angemietete und privat finanzierte „Schnapsfabrik“ hat gezeigt, dass ein solcher Ort ständig durch Repression von Stadt und Staat gefährdet ist.
    Mit pyranha haben wir uns daher sehr viel Zeit gelassen und zunächst mehrere Monate mit unseren „Autonomen Kulturprogramm“ mit zahlreichen Veranstaltungen im öffentlichen Raum und inhaltlicher Auseinandersetzung für breite Unterstützung und Aufmerksamkeit für unser Anliegen gesorgt. Die Aktionen von Umsonstflohmarkt bis Untergrundlesung, Finanztanz bis Tanzdemo trafen dabei auf überwältigenden Anklang. Anfang August beteiligten sich mehrere hundert Besucher aktiv mit an einer Wochenendbesetzung.
    Dort haben wir das Leben und den Umgang miteinander in einem AZ erprobt. Jetzt wollen wir nicht länger warten und fangen an unsere Vorstellungen für ein AZ in die Tat umzusetzen.

    Wie, watt, wo Autonomes Zentrum?

    Ein Autonomes Zentrum, wie wir es uns vorstellen, bedeutet dabei einen Ort an dem jede und jeder sich gleich beteiligen kann auf der Grundlage einer antikapitalistischen Zielsetzung und mit dem aktivem Bestreben Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und andere menschenverachtende Denkmuster und Verhaltensweisen zurückzudrängen und zu bekämpfen.
    Autonomie verstehen wir als das Bestreben nach Selbstbestimmung, Unabhängigkeit, Selbstverwaltung und Entscheidungsfreiheit. Die Idee ist, den herrschenden Werten und Regeln von Staat und bürgerlicher Demokratie in Form einer gelebten Alternative entgegenzutreten und einen Ort einzurichten, an dem versucht wird gesellschaftliche Zwänge zu überwinden, solidarisch miteinander umzugehen und sich Repression gemeinsam entgegenzustellen.

    Antikapitalistisch – geht doch gar nicht?
    Wenn wir uns als antikapitalistisches Projekt bezeichnen, ist uns bewusst, dass wir nicht die Möglichkeit haben – aber trotzdem das Ziel verfolgen – uns von kapitalistischen Strukturen frei zu machen. Wir machen uns nicht die Illusion, ein AZ wäre die Lösung aller Probleme, insbesondere nicht die lokale Überwindung des Kapitalismus. Vielmehr verstehen wir darunter einen Ort zur Erprobung einer Praxis für eine spätere freie Gesellschaft. Diese zu erreichen bedeutet emanzipatorische Kleinstarbeit, der dann eine größere Veränderung der Gesellschaft folgen kann.
    Emanzipation ist ein kollektiver Prozess und bedarf ebensolcher Orte, an denen man zusammenkommen, sich kennenlernen, informieren, diskutieren und politisch organisieren kann, um in die Gesellschaft und in soziale Kämpfe zu intervenieren und einen Angriff auf die Verhältnisse zu starten.

    Unkommerzieller Hedonismus oder Subkultursumpf?
    Wenn wir uns schon nicht frei machen können von der kapitalistischen Verwertungslogik, so wollen wir versuchen ein AZ so unkommerziell wie möglich zu gestalten. Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass
    Angebote, Essen und Getränke und vieles mehr Geld kosten werden - und damit Personen von der Nutzung ausgeschlossen sind, weil sie sich das nicht leisten können oder wollen. Unser Anspruch besteht dennoch darin, die Preise so niedrig wie möglich zu halten bzw. so etwas auch kostenlos hinzubekommen.
    Es wäre aber falsch zu glauben, ein AZ wäre eine billigere Alternative zur sonstigen - kommerziellen - Partykultur. Die Veranstaltungen leben davon, dass sich alle mit einbringen und sich an der Planung und Durchführung der Veranstaltungen als auch an der Organisation der Abläufe beteiligen. Das bedeutet eine Menge Arbeit.
    Dennoch – oder gerade wegen der ganzen Scheiße – wollen wir einen Ort, wo man für wenig Geld Parties und Konzerte feiern, mit netten Leuten veganes Essen genießen und ein Stück besseres Leben hier und jetzt verwirklichen kann – ohne in der eigenen, alternativen Subkultur zu versumpfen!

    Wir wollen ein AZ für größere Konzerte, Convergence Center, VoKü und Café; Gruppenräume und Werkstätten für Kunst und D.I.Y., damit MENSCH sich frei von Verwertungslogik ohne Hierarchien selbstorganisiert gegenseitig etwas beibringen kann.

    Gegen den Scheissismus!
    Ein AZ als offener Ort, der zum Besuch und mitwirken einlädt, ist niemals frei von Ausgrenzung, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Hierarchie. Gesellschaftliche Verhältnisse spiegeln sich im persönlichen Verhalten wider und werden durch das persönliche Verhalten reproduziert. Wer die gesellschaftlichen Zustände angreifen will, muss auch die eigenen Verhaltensweisen gegenüber anderen reflektieren. Eine Gesellschaft, in der alle Menschen in Würde leben können, erfordert einen respektvollen
    Umgang aller Menschen miteinander.
    In einem autonomen Freiraum können deshalb unterdrückende oder diskriminierende Verhaltensweisen nicht geduldet werden. Wir verstehen ein autonomes Zentrum als einen Schutzraum, in dem sich alle Menschen ungeachtet ihrer zugeschriebenen und gewählten Attribute frei bewegen können und die Sicherheit haben, bei einem Übergriff von allen unterstützt zu werden!
    Trotzdem soll ein AZ nicht Rückzugsraum aus den beengenden und unter-drückenden gesellschaftlichen Verhältnissen sein, sondern der Startpunkt für den Angriff auf selbige.

    Also raus auf die Straße am 17. Oktober!
    Wir wollen jetzt – gemeinsam mit allen Gruppen und Einzelpersonen, die ein Autonomes Zentrum nutzen und gestalten wollen – ein deutliches Signal setzen. Mit einer Demonstration vom Dom nach Kalk fordern wir lautstark und vielstimmig:
    HER MIT DEM AUTONOMEN ZENTRUM – UND ZWAR SOFORT!
    Im Anschluss an die Demo kann mensch auf verschiedenste Aktionen (Film, Futter, Diskussion, Konzert, Infoveranstaltung, DIY, etc.) in Kalk gespannt sein, denn Kalk wird zum Autonomen Zentrum!

    Mehr unter: pyranha.info
    pyranha - Kampagne für ein Autonomes Zentrum …mit Euch!