Samstag, 16. Oktober 2010

Rassismus der Machteliten - Die "Sarrazin-Debatte"

Wann & Wo: Mittwoch, den 24.11.2010 ab 19.30 Uhr im Linken Zentrum Hinterhof, Corneliusstr. 107, Düsseldorf
Veranstaltet vom Antifa-AK an der FH Düsseldorf und der AG INPUT, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland.
Referent: Jörg Kronauer (Antirassistisches Bildungsforum Rheinland)

Vom "dummen Kopftuchmädchen" bis zum "Juden-Gen": Kaum jemals haben offen rassistische, antisemitische Ressentiments eine solch massenhafte Verbreitung in der deutschen Öffentlichkeit gefunden wie in der Debatte um diverse Pamphlete des Ex-Bundesbankers Thilo Sarrazin. Neu ist nicht der Inhalt: Viele von Sarrazins Behauptungen kennt man schon seit Jahren aus Publikationen der extremen Rechten. Neu ist, dass Teile der deutschen Machteliten und deshalb auch Leitmedien und renommierte Verlage auf den rassistischen Zug aufspringen. Innerhalb von wenigen Wochen hat der Bertelsmann-Konzern gut 650.000 Exemplare von Sarrazins jüngstem Machwerk verkauft, in der einst linksliberalen Süddeutschen Zeitung springt ein früherer SPD-Bundesbildungsminister dem Autor bei und verlangt, man müsse in Deutschland wieder öfter von "Rasse" reden. Die Woge der Aufregung flaut mittlerweile ein wenig ab - Zeit, Bilanz zu ziehen. Was ist anders nach der "Sarrazin-Debatte"? Hat sie der extremen Rechten genutzt? Wird sich eine Partei rechts der Union etablieren? Mutieren die zukünftigen Exzesse des sogenannten Party-Nationalismus nun endgültig zur Rassisten-Party - mit fatalen Folgen für Menschen mit Migrationshintergrund? Und vor allem: Was bezwecken die deutschen Machteliten mit der Öffnung massenmedialer Schleusen für übelste Ressentiments gegen migrantische Unterschichten?

Peter Gingold: Paris - Boulevard St. Martin No. 11 - Lesung aus den Erinnerungen eines jüdischen Antifaschisten und Kommunisten in der Résistance und der Bundesrepublik

Wann & Wo: Dienstag, den 9.11.2010 ab 19:00 Uhr in der VHS Essen

Kursleitung: Alice Czyborra

In Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Essen

Wer Peter Gingold persönlich kannte oder ihn erlebte, wird ihn in seinem Buch "Paris - Boulevard St. Martin Nr. 11" lebendig finden, quirlig wie immer. Mit rhetorischem Talent konnte er besonders junge Menschen begeistern, wenn er aus seinem Leben und dem riesigen Fundus seiner Erfahrungen sprach.
Im Kriegsjahr 1916 wurde er in eine jüdische Familie geboren. Als Jugendlicher erlebte er den aufkommenden Faschismus, den Antisemitismus in Frankfurt/Main, schloss sich der Arbeiterjugendbewegung an und nahm teil am ersten Widerstand gegen das faschistische Hitlerregime. Bereits im Sommer 1933 emigrierte seine Familie nach Frankreich. Peter Gingold, wenige Monate später aus Deutschland ausgewiesen, folgte seiner Familie ins Exil nach Paris, erlebte Existenzkampf fund die Angst vor Abschiebung der Emigranten. Nach der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht schlossen er und seine Frau Ettie sich dem Widerstand in den Reihen der Résistance an. Peter Gingold wurde verhaftet und es gelang ihm in einer unglaublichen Flucht den Fängen der Gestapo zu entkommen. Er nahm am Aufstand zur Befreiung von Paris teil und erlebte den 8. Mai 1945 in Turin mit der italienischen Resistenza.
Zurückkehrt nach Deutschland gestaltete er dort den politischen Neuanfang aktiv mit. Doch dann erlebte er und seine Familie fast zwei Jahrzehnte erneute Verfolgung, Ausbürgerung und Berufsverbot.
Trotz allem, bezeichnete Peter Gingold später sich selbst als Reisender in Mut machen. Mit seinen Erinnerungen verstand es nicht nur, die Leserinnen und Leser in Spannung zu versetzen, seine Erfahrungen sollen Mut zu machen, Mut zur Zivilcourage. Seine Texte verbinden sich deutlich mit Aktivwerden heute,
mit Widerstehen

Es lesen Alice Czyborra, Tochter von Peter Gingold, und sein Enkel Juri Czyborra.

Stadtteilführung durch König Ludwig - Bergarbeiterwohnen im Wandel

Teile des heutigen Recklinghausens waren um die Mitte des 19. Jahrhunderts so gut wie unbewohnt. Mit dem Ausbau der Zechen zum Ende des Jahrhunderts siedelten sich Tausende von Menschen an, um hier zu arbeiten und viele Siedlungen entstanden.
Bei diesem Rundgang besuchen wir einen dieser Siedlungsbereiche: König-Ludwig.
Hier zeigt sich eine Kolonie im Wandel der Zeit. Bei dem Rundgang nehmen wir unter anderem die gut erhaltene Wohnsituation im Bereich der Wörthstraße und die neueren Entwicklungen östlich der Overbergstraße in Augenschein. Anhand früherer und aktueller Stadtentwicklungsplanung kann hier insbesondere der Koloniebegriff hinsichtlich des Wohnens und Arbeitens der dort lebenden Menschen veranschaulicht werden.

Uwe Wlodarczak
Treffpunkt: Antoniuskirche
sonntags, 15.00 - 17.00 Uhr
ab 05.12.10
1 x 2 UStd., 2 Ustd.
gebührenfrei

Anmeldung bei der VHS-Recklinghausen erforderlich.

1968 und die Folgen auch in Gelsenkirchen!?

Gesprächsrunde mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. 
Kursleitung: Prof. Dr. Stefan Goch
ab Di. 26.10.2010
18:00 - 20:00 Uhr
Bildungszentrum, Ebertstr. 19, Raum 207, Gelsenkirchen

Out of Action Workshop - Den Castor stoppen!

Wann & Wo: Am 24.10 um 16:00 im ZAKK, Fichtenstraße 40, Düsseldorf
Veranstalterin: AG Out of Action

Dass man nicht als "freie Radikale" , sondern in Bezugsgruppen zum Castor fährt, ist mittlerweile selbstverständlich. Zu einer funktionierenden Bezugsgruppe gehört allerdings mehr als die Beachtung der wichtigen Orga- und Techniktipps in den Bezugsgruppenreadern. Dieser Workshop dient der Vorbereitung von Bezugsgruppen auf gemeinsame Aktionen im Wendland. Es gibt Anregungen für konkrete Absprachen zu Fragen wie: "Wie reagiere ich in Stresssituationen? Was brauche ich dann, um wieder runterzukommen? Was können wir tun, um uns gegenseitig zu unterstützen? Wo liegen meine Grenzen bei Aktionen, worauf einigen wir uns in der Gruppe? Wie können wir unter Zeitdruck effektiv gemeinsame Entscheidungen treffen?“

Kapitalistische Realität in der Krise: Entwicklung in Indien und China

Wildcat-Veranstaltungen am 20.10.2010 ab 19:00 Uhr im Taranta Babu, Humboldtstr. 44, Dortmund
Die kapitalistische Produktionsweise ist heute nur noch zu verstehen, wenn man eine globale Perspektive behält und die verschiedenen weltweiten Bewegungen und Veränderungen wahrnimmt. Die Produktionsketten durchziehen fast alle Länder auf der Welt, und seit den 90er Jahren ist als die Hälfte der Menschheit direkt durch Lohnarbeit und noch viel mehr indirekt in diese Ketten eingebunden.
Um über emanzipatorische Perspektiven, Kampfmöglichkeiten und unsere Rolle in ihnen diskutieren zu können, ist es wichtig, den Zustand und die Veränderungen der Welt im Auge zu behalten. Als Beitrag zu dieser notwendigen Diskussion machen wir zwei Veranstaltungen zum Stand der kapitalistischen Entwicklung und den Erfahrungen der Lohnarbeiter_innen in Indien und China. Indien und China sind die zwei bevölkerungsreichsten Länder in Asien und haben sich seit den 80ern als »Fabriken der Welt« etabliert, in denen sehr viele der weltweit verbrauchten Konsumgüter produziert werden. mehr

Die letzten Feuer von Porto Maghera

Wann & Wo: Am Sa., dem 16.10.2010 ab 20:00 Uhr emily unberechenBar im Sozialen Zentrum Bochum

Linke Veranstaltungen nehmen ja oft Jahrestage oder Verstorbene zum Anlass um an historische Ereignisse zu erinnern. Nach diesem Muster gibt es einen doppelten Anlass sich die historische Erfahrung der Arbeiterautonomie in Italien noch einmal genauer anzusehen. Zum einen  ist diese Jahr Romano Alquati verstorben, einer der wichtigen Vordenker des Operaismus zum anderen hat der "Marsch der 4000" Angestellten Jahrestag. Dieser stellt den Endpunkt der "Arbeiterinnenbewegung gegen die Arbeit" dar und hatte auch die Form eines Trauermarsches. Die Angestellten demonstrierten schweigend und ohne Spruchbänder für den Abbruch des Streiks beim Fiatwerk Miafiori in Turin.

Wir wollen mithilfe des Films "Porto Maghera: Die letzten Feuer" (Italien 2004, 52 min) diese massive, auf alle Bereiche des ArbeiterInnenlebens ausgedehnte, und von ca. 1964-80 dauernde Erfahrung der Selbstorganisation und des politischen Kampfes diskutieren. Dabei soll die Frage, wie wir heute diese Erfahrungen nutzbar machen können im Vordergrund stehen.


Diese Veranstaltung schließt an die vorangegangen Veranstaltungen zu den revolutionären Versuchen 1936 in Spanien und 1919-21 in Deutschland an.