Montag, 16. November 2009

Den sexistischen und rassistischen Normalzustand brechen!

10. Demonstration gegen den Abschiebeknast in Neuss
28.11.2009 | 14:00 Uhr | Neuss/Marienkirchplatz (Hauptausgang Hbf)

Zum mittlerweile 10. Mal demonstrieren wir gemeinsam gegen den Frauenabschiebknast in Neuss. Unser Protest richtet sich nicht ausschließlich gegen den Knast in der Neusser Innenstadt, sondern ebenso gegen Abschiebung als ein Element der Migrationskontrolle in Deutschland und der EU. Für Millionen Menschen sind die Zustände, in denen sie leben müssen, so unerträglich, dass sie ihr Leben aufs Spiel setzen, um diese zu überwinden. Dass Abschiebung kein abstraktes Konstrukt ist, sondern konkrete Realität, zeigt die derzeitige Situation von tausenden Roma, die von Abschiebung in den Kosovo bedroht sind. In NRW leben etwa 3.700 Roma, deren Abschiebung nicht unwahrscheinlich ist. Vor dem Hintergrund hunderttausender Roma und Sinti, die verstärkt ab 1938 Opfer des deutschen Faschismus wurden, erscheint der unbedingte Wille, diese Menschen in eine für sie prekäre und lebensbedrohliche Region abzuschieben, mehr als zynisch.

Staatlicher und gesellschaftlicher Rassismus hat auch im Nachkriegsdeutschland eine lange Tradition: Schon Anfang der 1950er Jahre kam es zur Einrichtung des Ausländerzentralregisters in Köln, da das Bundesinnenministerium die „Notwendigkeit einer verstärkten Überwachung der Ausländer im Bundesgebiet“ gegeben sah.1980 brannten erstmals Flüchtlingsheime. Nachdem mit der so genannten „Drittstaatenregelung“ das Asylrecht in Deutschland seit 1993 faktisch außer Kraft gesetzt ist, sind Flüchtlinge auf „Duldung“ angewiesen und müssen mit der ständigen Gefahr leben, abgeschoben zu werden. Abschiebung bedeutet für die Betroffenen häufig im ersten Schritt eine monatelange Inhaftierung. mehr

Mehr Informationen: http://www.aha-bueren.de
Aktionsbündnis globale Bewegungsfreiheit
Bericht und Bildergalerie von der letzten Demo 2008
Strategischer Artikel über den Widerstand in der decrypt Ausgabe 3

Sonntag, 15. November 2009

"Antiziganistische Zustände - Zur Kritik eines allgegenwärtigen Ressentiments"

INPUT - antifaschistischer Themenabend mit Referent: Markus End
Mittwoch, 25. November, 19.30 Uhr, Zentrum Hinterhof, Corneliusstraße 108, Düsseldorf

Antiziganismus ist ein weit verbreitetes und virulentes Phänomen, das in den westlichen Gesellschaften tief verankert ist. In nahezu allen Staaten Europas werden Menschen als „Zigeuner“ stigmatisiert, häufig kriminalisiert, strukturell diskriminiert und sind von gewalttätigen Übergriffen bedroht. Es scheint unmöglich, eine Beschreibung von Roma, also der Gruppe, die am stärksten von Antiziganismus betroffen ist, jenseits romantisierender oder ablehnender Stereotype zu finden. Dennoch wird das Thema, abgesehen von Selbstorganisationen von Roma und Sinti, erschreckend wenig behandelt. Es mangelt an politischen und theoretischen Analysen. Das gilt auch für eine linke Kritik, die oft nicht über moralische Empörung hinaus geht. Einer tiefergehenden Kritik scheinen die angemessenen Begriffe zu fehlen.
Im Vortrag wird eine Einführung in die lange Geschichte und die gegenwärtigen Praxen des Antiziganismus in Europa gegeben. Danach wird auf eine mögliche Theoriebildung zu Antiziganismus auf der Basis Kritischer Theorie eingegangen. Dabei werden die Stereotype nach ihrem Entstehungszusammenhang und ihrer Funktion bei der Herausbildung einer bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft hinterfragt. Die Kategorien „Arbeit“, „Nation“ und „Geschlecht“ nehmen hierin eine zentrale Rolle ein.
 Markus End ist Mitherausgeber des Sammelbandes „Antiziganistische Zustände“ und promoviert in Berlin zu Semantiken des Antiziganismus.

INPUT – antifaschistischer Themenabend findet jeden letzten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr im Linken Zentrum, Corneliusstr. 108 in Düsseldorf statt. Unregelmäßig werden INPUT-Spezial-Veranstaltungen an wechselnden Orten angeboten. Veranstalter: Antifa-Arbeitskreis an der FH Düsseldorf und AG INPUT, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland (ABR)

Recklinghausen: Angerichtet für die Nazis?

from Skid Row

Am 28.11.2009 wollen unabhängige und parteigebundene Neonazis unter dem Motto „Für ein Recht auf Zukunft - Arbeit, Freiheit, Brot durch nationalen Sozialismus!“ in Recklinghausen aufmarschieren. Ihr Sammelpunkt soll um 12:00 Uhr der Recklinghäuser Hauptbahnhof sein.
Das einfallslos klingende Motto nutzten Neonazis bereits am 17.10.2009 um circa 1.500 Kamerad_innen in Leipzig bei einer vollmundig angekündigen Großdemonstration antreten zulassen. Dort traten ihnen engagierte Bürger_innen aus allen politischen Spektren einschließlich Anarchist_innen und Kommunist_innen unter dem Motto „Bitte Platz nehmen“ entgegen, so dass sie ihren Plan nicht in die Tat umsetzen konnten. Wie ist es um solche Aussichten in Recklinghausen bestellt?

Eure Zukunft war schon damals Scheiße
Ziel der Kamerad_innen, ob sie nun als „Nationaler Widerstand“, „autonome Nationalist_innen“ oder eben als NPD fungieren ist die Errichtung eines mörderischen Staates und „ethnische Säuberungen“, Vertreibungen und Massenmorde nach altbekannten Vorbild. Und daraus machen sie keinen Hehl: Der Slogan dieses Aufmarsches benennt lediglich um einer justiziellen Strafe aus dem Weg zu gehen als Ziel den nationalen Sozialismus statt einfach vom Nationalsozialismus zu sprechen. Und mit solchen billigen Tricks kommen sie offenbar bei Polizei und Justiz auch immer wieder durch. Auf ihrer Homepage rühmen sie sich, anlässlich einer Flugblattverteilung in der Recklinghäuser Innenstadt am 14.11.2009 ein Lied gesungen zu haben, welches in alten Liederbüchern der SS zu finden und dementsprechend heutzutage verboten ist. Die Polizei bedrängte offenbar unterdessen jugendliche Gegendemonstranten und hatte für Straftaten gerade keine Zeit. Berichten besagter jugendlicher Gegendemonstrant_innen zufolge hatte die Polizei auch später keine Zeit um Anzeigen von Neonazigegner_innen aufzunehmen, die bei Beginn ihrer Heimreise in die Dörfer und Städte des Kreises Recklinghausen am Bahnhof von Neonazis mit Flaschenwürfen attackiert worden waren.
Wir möchten dafür eintreten, dieser Zukunft eine Absage zu erteilen. Die Ziele dieser Bewegung sind so verbrecherisch wie ihre Methoden. Sich ihr in den Weg zu stellen ist berechtigt und nötig. Sie zu ignorieren ist Selbstaufgabe. Sie Ohnmacht erfahren zu lassen ist das Ziel.


Stadt und Kreis Recklinghausen weisen für Beobachter_innen von außerhalb einige Besonderheiten auf. Nirgendwo fiel die Sozialdemokratie, losgetreten durch Skandale und Korruption, aus solcher Höhe kommunaler Verankerung so tief, nirgendwo hinterließ sie ein solche zivilgesellschaftliche Wüste. Selbst die sozialdemokratische Neugründung „Die Linke“ hat vor diesem Hintergrund einen schweren Stand. Es fällt halt schwer, gegen die Privatisierung von Wohnungen einzutreten, wenn die Bevölkerung mit öffentlichem Eigentum nur von Sozis geplünderte Kassen verbindet. mehr

Wir verweisen auf die wohl aktuellste Homepage rund um die Aktivitäten gegen den Neonaziaufmarsch am 27.11./28.11.2009, bitte informiert Euch da: naziswegmoben.blogsport.de
Aufruf der Anarchistisch-Syndikalistische Jugend Herne/Recklinghausen
Aufruf der Offenen Antifa Recklinghausen

Kreativer Protest am International Students' Day in Bochum

Die deutschen Medien sind langsam aufgewacht und so ist es kaum noch zu überhören oder zu überlesen: Die deutschen Bildungseinrichtungen werden wieder bestreikt und besetzt. Den Auftakt soll es eigentlich erst am 17.11.09 geben, besetzt sind jedoch jetzt schon einige Universitäten in Deutschland. Am International Students' Day sind weltweit Aktionen von Studierenden, Schülerinnen und Schülern, Lehrenden,Erziehenden und Pflegenden angekündigt. Auch in Bochum wird es Aktionen geben.

Der Funke springt über

Vor drei Wochen begannen in Österreich die Proteste gegen die Bologna-Reform und ihre Folgen. Schnell breitete sich der Protest von Wien erst über Österreich und dann nach Deutschland aus. Das zeigt deutlich, dass nicht nur in Deutschland die Studierenden mit der Situation unzufrieden sind: Volle Hörsäle und Seminarräume, Lernen und Wieder vergessen im Eiltempo durch beständige Prüfung, Demokratieabbau und dafür sogar noch bis zu 500 Euro bezahlen, das ist die momentane Situation. Aber neben den ganzen persönlichen Nachteilen, die die Reform den europäischen Studierenden brachte, ist es vor allem das veränderte Verständnis von Bildung, welches die Aktivistinnen und Aktivisten kritisieren: Die Wirtschaft diktiert den Studierenden den Stoff, anstatt dass Bildung im Humboldtschen Sinne, als humanistisches Ideal zur kritischen Reflexion der Gesellschaft, stattfindet.

Aktionen in Bochum
Am 17.11. 09 um 14.00 Uhr geht es am Bochumer Hauptbahnhof mit einer Kundgebung los, wo die Beteiligten ihre Kritik am Bildungssystem und ihre Forderungen an die Politiker formulieren werden. Unter den Rednern werden die Schülerinnen und Schüler, die Studierenden und auch die Auszubildenden vertreten sein. Danach sind verschiedene kreative Aktionen rund um das Thema Bildung geplant, bei denen besonders die Spontaneität der Protestlerinnen und Protestler gefordert wird: Die AG Bildungsstreik Bochum ruft dazu auf, seine Kritik möglichst kreativ und künstlerisch zu gestalten. "Bring ein Instrument, deine Tanz-, Schauspiel-, Artistikgruppe usw. mit oder einfach nur Spontaneität", heißt es im Aufruf.

Weitere Proteste?
Eine Diskussion aller interessierten Studierenden der Ruhr-Universität Bochum um den Bildungsstreik und die mittlerweile europaweiten Besetzungen von Hörsälen soll es am Donnerstag, den 19.11.09 um 14.00 Uhr im Hörsaal HZO10 der RUB geben. Dort ist eine studentische Vollversammlung geplant. "Wir möchten gerne mit allen Studierenden den Bildungsstreik reflektieren. Gleichzeitig soll gemeinsam abesprochen werden, wie die Studierenden der RUB sich den weiteren Protest hier an der Uni vorstellen", so der AStA-Referent für Hochschul- und Bildungspolitik Michael Wolf.

Alle Informationen zum Bildungsstreik in Bochum unter:
www.bildungsstreik-bochum.de
 Alle Informationen zum bundesweiten Bildungsstreik unter: 
www.bildungsstreik2009.de

Sonntag, 8. November 2009

Das Pogrom und der "Tag der Deutschen"

Am Sonntag, den 08.11.09, beendete der Sprecher der Tagesschau seine Moderation mit einem Ausblick, der Ankündigung eines weiteren Beitrags zu den Vorbereitungen der Feierlichkeiten des 20. Jaherstages des Mauerfalls in Berlin. Wörtlich sagte er: "09. November - Tag der Deutschen". Letzte Worte einer Moderation, die es verdienen in die einschlägigen Verzeichnissen "berühmter letzter Worte" Aufnahme zu finden.

Ja hallo? Gehts noch, liebe ARD? Es ist die Aufgabe von Linken, die nun einmal keine FreundInnen von Vaterland und Nationalgeschichte sind, darauf hinzuweisen, dass die Massenvernichtungsverbrechen der Deutschen unter der NS-Herrschaft eine Radikalisierung des deutschen Nationalsmus, wie er im 19. Jahrhundert formuliert worden ist, darstellt. Eure Aufgabe als einer von zwei Regierungskanälen des 1990 wieder hergestellten deutschen Nationalstaates ist es, auf die Diskontinuitäten der Geschichte deutscher Nationalstaatlichkeit hinzuweisen, die Tendenzen, welche Anlass zu der Behauptung geben, es hätte auch anders kommen können.

"9. November - Tag der Deutschen", was soll dass denn heissen? Dass der Novemberpogrom 1938, der Übergang von Ausgrenzung und Verfolgung der Jüdinen und Juden im Nazireich des Jahres 1938 zu ihrer Ermordung, beginnend mit der Invasion Polens 1939 in einer Linie mit dem Mauerfalls 1989 steht?

Ist es dass, was "die Deutschen", zu deren Tag der 09. November von euch erklärt worden ist, ausmacht? Jüdinnen und Juden ausrauben, erschlagen, in Gefängnisse und Konzentrationslager verschleppen und industriell ermorden? Und die von den Siegern des 2. Weltkriegs, jenen also, welche unter Anwendung militärischer Macht den Morden ein Ende setzten, verordnete Trennung überwinden? Gehört eine solche Erzählung der deutschen Geschichte nicht eher in die Junge Welt, verfasst von Egon Krenz zur Rechtfertigung der  Herrschaft jener Kaste, deren letzter Vorsteher er war?

Also, wir hier können eigentlich immer noch nicht glauben, dass dies zu hören war: "9. November - Tag der Deutschen". Feiertag der Deutschen.

Samstag, 7. November 2009

Gedenken zum 9. November

Bochum:  Gedenken an die Reichspogromnacht

Auf der zentralen Bochumer Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht am 9. November wird in diesem Jahr an die Verschiffung von 10.000 jüdischen Kindern und Jugendlichen nach Großbritannien. In der Einladung des Bochumer Kinder- und Jugendringes heißt es: “Die Reichspogromnacht am 9. November 1938 führte der Weltöffentlichkeit drastisch vor Augen, dass Juden in Deutschland brutal verfolgt wurden. Die strengen Einreisebedingungen vieler Länder verhinderten jedoch, dass jüdische Familien Deutschland verlassen konnten. Als Reaktion auf die Übergriffe in der Reichspogromnacht setzten Menschenrechtsorganisationen die Einreisemöglichkeit von 10.000 jüdischen Kindern und Jugendlichen nach Großbritannien durch. Die Eltern der jüdischen Kinder waren gezwungen, in einer verzweifelten Situation eine unmenschliche Entscheidung zu treffen. mehr auf bo-alternativ


Düren: Mahnwache gegen Nationalsozialistische Ideologie und Ausländerfeindlichkeit am 9.November, von 19.00 – 20.00 Uhr in der Schützenstraße

Düren In einer Mahnstunde am 09. November 2009, von 19.00 bis 20.00 Uhr werden wir auch in diesem Jahr wieder an der Rückriemstele in der Schützenstrasse derer gedenken, die durch den die Greultaten der Nationalsozialistischen Regierung sowie Teilen der deutschen Bevölkerungen aufgrund ihres Glaubens und ihrer Abstammung ums Leben gekommen sind. Dürener Mädchen und Jungen, die sich auf ihre Firmung in der Gemeinschaft der Gemeinden Düren-Mitte vorbereiten, werden traditionell diese Mahnwache zusammen mit dem Büro der Regionaldekane (Kirche im Bistum Aachen) sowie des Bundes der Katholischen Jugend (BDKJ) gestalten. mehr auf den Seiten des Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt


Gedenkkundgebung in Düsseldorf, 9. November, 17 Uhr am Fürstenplatz, Kirchfeldstr 141
Anläßlich der Reichspogromnacht ruft der Antifa-KOK zur Teilnahme an der Kundgebung vor der Gedenktafel für Dagobert Lubinski auf. Am 7. Oktober 1927 beginnt der 34-jährige deutsch-jüdische Journalist Dagobert Lubinski aus Breslau seine Tätigkeit als Wirtschaftsredakteur für die einflussreiche kommunistische Parteizeitung „Freiheit“ in Düsseldorf. Ein Jahr später wird er aus der KPD ausgeschlossen und gilt fortan als führender Kopf der "Kommunistischen Partei Opposition", kurz KPO, in Düsseldorf. Seine Karriere als intellektueller Linker wird jäh beendet, als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kommen. Lubinski wird mehrfach verhaftet, in den Emslandlagern interniert und 1936 erneut verhaftet. Nach seinem Prozess in Wuppertal wird er am 6. April 1938 im Zuchthaus Lüttringhausen inhaftiert. Auf der Häftlingskarte ist das voraussichtliche Ende seiner Haftzeit mit dem 6. November 1946 angegeben. In den fünf Jahren seiner Haft verfasst er eine große Zahl von Briefen an seine Familie, in denen er persönliche Ansichten aber auch seine politischen und gesellschaftlichen Vorstellungen formuliert. Zwischen dem 19. und dem 23. Januar 1943 wird Lubinski als politischer Häftling nach Auschwitz deportiert. Als Todesdatum gibt das Standesamt Auschwitz II den 22. Februar 1943 um 6.45 Uhr an.

Anschließend: Kommt zur antifaschistischen Gedenkdemonstration am 9. November in Leverkusen!



Der 9. November 1938 mit seinen Pogromen ist ein Symbol für faschistischen und antisemitischen Terror, der von der großen Mehrheit der Deutschen aktiv unterstützt oder zumindest toleriert wurde. Er ist der Beginn von Deportation, Zwangsarbeit und industriellem Massenmord an Millionen Menschen jüdischen Glaubens und der Verfolgung aller, die sich dem entgegenstellten.
Unter dem Motto „Kein Vergeben – Kein Vergessen!“ wollen wir auch zum 71. Jahrestag am 9. November den Opfern des Nationalsozialismus gedenken.
Außerdem wollen wir ein deutliches Zeichen gegen Alle setzen, die sich heute positiv auf den Nationalsozialismus beziehen, die die Shoah relativieren oder leugnen, auf Ausgrenzung bauen, und Allen, die antisemitische, rassistische und faschistische Hetze verbreiten oder sie verharmlosen.
Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg!

Kommt zur antifaschistischen Gedenkdemonstration
am Montag, den 9. November 2009 um 19.00 Uhr
in der Bahnhofstraße in Leverkusen-Opladen

Treffpunkt zur gemeinsamen Anreise: 17.50 Uhr, UFA Kino am HBF Düsseldorf

Quelle & weitere Informationen: Antifa KOK


Essen: 9.11.: Gedenkkundgebung in Borbeck



Nie wieder Faschismus – Nie wieder Volksgemeinschaft!
Antifaschistische Kundgebung
im Gedenken an die Pogromnacht am 9. November 1938

Montag, 9.11.2009 – 18.30 Uhr – Borbecker Platz – Essen Borbeck
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ereigneten sich im gesamten deutschen Reichsgebiet massive Gewaltexzesse und Sachbeschädigungen gegenüber jüdischen Bürgern und ihrem privaten und öffentlichen Besitz wie Geschäften und Synagogen. Auch wenn dies in den längst gleichgeschalteten deutschen Medien so dargestellt wurde, handelte es sich nicht um eine spontane Erhebung eines wie auch immer gearteten ‚deutschen Volkszorns‘, sondern um eine abgestimmte Aktion unter Anführerschaft der nationalsozialistischen Schlägertruppen, der SA. Am Morgen des 10. November konnte man im ganzen Reich eine grausame Bilanz ziehen: Hunderte Geschäftsräume, Friedhöfe und Synagogen waren verwüstet, zerstört oder in Brand gesetzt, Menschen waren auf offener Straße verprügelt oder gar getötet worden. mehr


Gelsenkirchen: Gedenken am 9. November 2009

Demonstration & Kundgebung der Demokratischen Initiative Gelsenkirchen
am 9. November 2009 zum Gedenken an die Pogrome in der so genannten Reichskristallnacht

18.30 Uhr: Treffen auf dem Rudolf-Bertram-Platz vor dem Horster St. Josef-Hospital, Buerer Straße. Gesangsbeitrag von Frau Yael Izkovic, anschließend Schweigezug zum Schloss Horst
19.00 Uhr: Kundgebung in der Glashalle von Schloss Horst, Gedenkrede des Oberbürgermeisters der Stadt Gelsenkirchen, Herrn Frank Baranowski, Erstaufführung des Videoclips „hier Name“ der Gelsenkirchener Künstlerin Claudia Lüke, Auszüge aus dem Erinnerungsprojekt „Spurensucher“ der Gesamtschule Buer-Mitte
Wir rufen alle Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener auf: Beziehen Sie mit Ihrer Teilnahme an der Demonstration und Kundgebung Stellung!
Veranstalter: Demokratische Initiative gegen Diskriminierung und Gewalt, für Menschenrechte und Demokratie - Gelsenkirchen
 
Köln:  Kein Vergeben-Kein Vergessen.

Der Opfer der Novemberprogrome Gedenken.
Den Lern- und Gedenkort Jawne Erhalten.
Die Allianz zur Verantwortung Ziehen.

 Kein Vergeben-Kein Vergessen.

Die Pogrome des 9. November 1938 waren der Auftakt des Holocaust. In ganz Deutschland verwüsteten Nazis und "normale Bürger" jüdische Geschäfte, Einrichtungen, Wohnungen und Synagogen. In Köln wurde unter vielen anderen Gebäuden die Synagoge am Offenbachplatz niedergebrannt. Der erste Teil unserer Demonstration ist daher dem Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome gewidmet. Dabei unterstützt uns musikalisch die Klezmer Akademie Köln.

Den Lern- und Gedenkort Jawne erhalten.
In den Pogromen wurden auch die Gebäude in der St. Apernstraße, einem Zentrum jüdischen Lebens, verwüstet. Darunter befand sich das einzige jüdische Gymnasium im Rheinland, die Jawne; ihre Lehrer wurden in das KZ Dachau verschleppt. Der damalige Direktor Erich Klibansky hatte bereits vorher begonnen, die sog. "Kölner Kindertransporte" nach England zu organisieren und konnte so bis Juli 1939 130 seiner Schüler_innen retten. 1100 Kinder wurden im Verlauf der weiteren Jahre auf dem Schulhof der Jawne zusammengetrieben und in die Vernichtung deportiert. An sie erinnert heute ein Gedenkbrunnen auf dem Erich Klibansky Platz, am historischen Ort der Jawne in der heutigen Helenenstraße. Dort befindet sich auch ein kleiner Lern- und Gedenkort, um an die Geschichte der jüdischen Kölner Kinder zu erinnern. Diesem droht nun das Aus. mehr auf vergessen.tk


Münster: „… dass Auschwitz nicht noch einmal sei …“

Gedenkspaziergang durch Münster zum 9. November 2009 – 71. Jahrestag der Reichspogromnacht

Am 9. November 1938 wurden in Münster genau wie in vielen anderen Städten des Deutschen Reiches tausende Jüdinnen und Juden im Auftrag des nationalsozialistischen Staatsapparates angegriffen, mißhandelt, gedemütigt,  eingeschüchtert, in Konzentrationslager verschleppt. Die Synagogen – Orte des jüdischen kulturellen, sozialen und religiösen Lebens – wurden in Brand gesetzt und genau wie viele Privatwohnungen und zahlreiche Geschäfte, die sich in jüdischem Besitz befanden, verwüstet und zerstört.
Der Gedenkspaziergang will an die antisemitische Ausgrenzung, Entrechtung und Vernichtung während des Nationalsozialismus in Münster erinnern. Anhand verschiedener Stationen sollen sowohl die damaligen Ereignisse in Münster als auch der Entwicklungsverlauf von allmählicher Entrechtung über die Reichspogromnacht bis hin zur Vernichtung von sechs Millionen Menschen durch die industrielle Tötungsmaschinerie von Auschwitz und Co. veranschaulicht werden.


Montag, 9. November 2009
Beginn: 18 Uhr
Wo? Rathausvorplatz Münster (Prinzipalmarkt)
Veranstalterin: Jugendgeschichtswerkstatt Münster
 
Rheine: Gedenkveranstaltung zum 71. Jahrestag der Reichspogromnacht

Am 08.11.2009 und am 09.11.2009 veranstalten wir als Initiativgruppe „Rheine stellt sich Quer“  im Rahmen des Gedenktages der „Reichspogromnacht“ ein Zeitzeugengespräch und eine Mahnwache, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu Gedenken und für die Zukunft zu mahnen.
08.11.09 Zeitzeugengespräch mit Herrn Bert Woudstra
18 Uhr
Großer Saal, Kulturetage, Stadtbibliothek Rheine, Matthiasstr. 37

mehr Informationen: Rheine stellt sich quer



Wuppertal: Nie wieder Faschismus - nie wieder Krieg!
  

DEMONSTRATION am 09.11.09 - 18 Uhr vor den CITYARKADEN

Am 30.8. waren in Wuppertal Kommunalwahlen. Das Ergebnis: Es sitzen wieder zwei Faschisten im Stadtrat. Einer von der NPD und einer von den Republikaner.

Diese und andere Organisationen - ob sie sich nun offen auf die Tradition der Nazis berufen oder sich als "bürgerlich-konservativ" tarnen - existieren heute in Deutschland und Europa. Sie nennen sich NPD, Republikaner, DVU, Freie Kameradschaften, "Autonome Nationalisten" u.v.m. Vielen von ihnen gelingt es, zu wachsen und ihren Einfluss auszudehnen - vor allem im Osten Deutschlands, aber auch in manchen Regionen in Nordrhein-Westfalen. Sie hetzen gegen alle, die nicht in ihr nationalistisches und rassistisches Weltbild passen, dies auch häufig mit gewalttätigen Übergriffen, vor allem gegen jüdische und muslimische Menschen, Menschen ausländischer Herkunft und politisch Andersdenkende. Die neuen Nazis stehen mit ihren Absichten in der Tradition der alten Nazis. Die antifaschistische Bewegung in Wuppertal ruft angesichts dieser unerträglichen Situation dazu auf, aus Anlass des 71. Jahrestages der Reichspogromnacht der Opfer des Nazi-Terrors zu gedenken und ein aktives Zeichen gegen den heutigen Faschismus und Rassismus zu setzen.

Der 9.November 1938 darf nicht vergessen werden!
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in Deutschland und auch in Wuppertal die Synagogen und jüdische Geschäfte. Die Nazis an der Macht hatten dieses Pogrom organisiert und es war für sie der Auftakt zur „Endlösung der Judenfrage“. Dies war wörtlich gemeint: Millionen von jüdischen Frauen, Männern, Alten und Kindern aus ganz Europa wurden in die Gaskammern von Auschwitz und anderen Konzentrationslagern getrieben. Dem ging in den Jahren zuvor systematische antijüdische Hetze und immer weitergehende Entrechtung der jüdischen Menschen voraus.
Dieses Datum mahnt: Nie wieder! Nie wieder Faschismus - nie wieder Krieg!

Wir erinnern uns!
Am 09.11.09 laden wir alle ein, sich an der Demonstration zum Gedenken an die Reichspogromnacht zu beteiligen, um dieses Ereignis nie zu vergessen.
Der Auftakt beginnt um 18 Uhr vor den CITYARKADEN in WPT-Elberfeld.
Eine Aktion des Koordinationskreis-Antifaschismus-Wuppertal

Quelle & weitere Informationen: VVN-BdA Wuppertal

Freitag, 16. Oktober 2009

Aktiv gegen Rechts

Unter dem Motto «Aktiv gegen Rechts» findet am Samstag, 31. Oktober, die erste regionale Zusammenkunft von unterschiedlichen Bündnissen und Initiativen gegen Neonazis im Raum Aachen statt. 
Die Konferenz beginnt um 10 Uhr in der Waldschule Gesamtschule Eschweiler. Das Programm aus Podiumsdiskussion und Arbeitsgruppen wird ergänzt durch die Möglichkeit für die lokalen Initiativen, mit Infoständen und Wandtafeln über ihre Arbeit zu informieren.

Die Region ist von neonazistischen Aktivitäten besonders stark betroffen. Wer mehr darüber erfahren möchte, siehe auf:  Klarmanns Welt

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