Samstag, 21. Juni 2008

18. Friedensfestival - Umsonst und Draussen vom 27.06. - 29.06.2008 in Iserlohn

Veranstaltungshinweis

Vom 27.06. bis zum 29.06.2008 findet das 18. Friedensfestival auf dem Friedensplatz an der Bauernkirche in Iserlohn statt.

Eine Besonderheit des Festivals liegt darin, das alle Helfer/-innen, Vorbereiter/innen, Bands und Redner/innen auf eine Bezahlung verzichten. Es gibt auch diesmal wieder keine Sponsoren, die in das Konzept reinreden und auch auf Geld der Stadt wird gepfiffen.
Die größte Einnahmequelle bildet der Verkauf von Essen und Getränken zu günstigen Preisen.

Falls Überschüsse aus dem Festival resultieren, so kommen diese im Anschluss der Flüchtlingsarbeit und sozialen Projekten zu Gute.

Das erneut ein Friedensfestival in Iserlohn stattfindet, zeigt dass es sich hierbei - um mehr als eine tolle Party handelt und das durch Zusammenhalten, Solidarisieren und Kooperation mehr bewegt werden kann. In diesem Jahr soll das Friedensfestival dazu ermuntern, den Kopf nicht in den Sand zustecken angesichts der Probleme, die den Einzelnen bedrücken oder die Gesellschaft, Gruppen und Initiativen gegenüberstehen.

Die Teilnehmer_innen des Festivals werden um Toleranz gegenüber Musik und Meinungen gebeten, die ihnen fern stehen und die sie gegebenenfalls nicht mögen. Auch sollten Teilnehmer_innen Zeit und Geduld mitbringen, um z.B. alle ehrenamtlichen Helfer_innen, die hinter dem Bierstand stehen, nicht zu stressen. Aufgrund der anstehenden Reinigung des Platzes am Montag, sollte auf das Mitschleppen von Müll und Zigarettenkippen auf dem Platz verzichtet werden.

Spontanes Helfen ist seitens der Organisator_innen sehr erwünscht, z.B. könnte es in einem beherzten Mitanpacken bestehen, falls jemanden die Puste ausgeht, dem Mithelfen der anschließenden Reinigung des Platzes und/oder der Mitorganisation des Festivals im nächsten Jahr, falls Leute sich an der Kasse melden.

Quelle und Informationen zum Festival findet Ihr unter: http://www.friedensfestival.de/
und http://www.myspace.com/friedensfestival
Auf dieser Website findet sich auch die Programmübersicht, Anfahrt, Fotos

Wir wünschen viel Spaß den Organisator_innen und Teilnehmenden des Festivals!

Einladung zum Vortrag "160 Jahre "Manifest der Kommunistischen Partei" des Marx-Lesekreis an der RWTH Aachen und die Fachschaft Philosophie (7/1)

Veranstaltungshinweis

Der Marx-Lesekreis an der RWTH Aachen und die Fachschaft Philosophie (7/1) laden ein:


160 Jahre „Manifest der Kommunistischen Partei“




Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. sc. phil. Thomas Marxhausen (Halle/Saale)

160 Jahre sind eine lange Zeit. Zeit nagt an Texten. Wieviel Text ist übriggeblieben vom „Manifest“? Ist das, was die Zeiten überdauert hat, handhabbar in unserer Zeit? Falls ja, was heißt das? Wie kann das „Manifest“ gehandhabt werden? Und durch wen?

Der Vortrag wirft diese und weitere Fragen auf; er wird keine fix und fertigen Antworten bieten, sondern stellt seine Sichten von uns zum „Manifest“ und vom „Manifest“ zu uns zur Diskussion.

Freitag, 27.6.2008, Hörsaal FO 6 der RWTH Aachen
(Auditorium Karman-Straße)

Kleiner Hinweis:
Es empfiehlt sich, den (kurzen) Text vorher zu lesen (die Lektüre macht, im Gegensatz zu tausend seitdem erschienenen politischen Pamphleten, Spaß - garantiert!) und mit Anstreichungen zu versehen, mit Fragezeichen und Kommentaren!


Über den Referenten:

Professor Thomas Marxhausen ist Publizist und Dozent in der Erwachsenenbildung und ehemaliger Redakteur des Historisch-kritischen Wörterbuch des Marxismus. Derzeit wirkt er an der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) mit.

Nazidemo in Bonn blockieren!

Aufruf der Antifa Bonn/Rhein Sieg für den 12. Juli 2008


Die Antifa Bonn/Rhein-Sieg ruft zur Blockade der Nazidemo am 12. Juli in Bonn-Duisdorf auf.

Nazifreie Zone Bonn Innenstadt...
In den 90er Jahren wurden Auseinandersetzungen mit Nazis konsequent für die Antifa entschieden. Das Bonner Stadtbild blieb seitdem weitestgehend frei von offen extrem rechts positionierten Personen und Gruppen. Migrant_innen und Linke können sich hier weitgehend frei bewegen und mussten lange weder mit rechten Pöbeleien noch mit Übergriffen rechnen.
Führende Neonazikader, wie der Bonner Norbert Weidner von der mittlerweile verbotenen FAP, haben sich in intellektuell anmutende Burschenschaften zurückgezogen. Anstatt in gefährlicher Körperverletzung zu enden, wird ihre Gewaltbereitschaft heute in den Schmiss für den Kommilitonen kanalisiert.

Naziaktivitäten in Bonn
Im Herbst 1998 wurde vor dem Hintergrund der Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944“ letztmals in Bonn eine Demonstration von Rechtsextremen angemeldet. Ein breites Bündnis konnte damals die Nazis stoppen kurz bevor sie den alten jüdischen Friedhof erreichten und wurde dann von der Polizei brutal angegriffen und eingekesselt.
Seitdem ist es ruhig geworden im Bonner Stadtbild. Irgendwann gab es die vom Neonazi Trimborn geführte und von seinesgleichen besuchte Kneipe „Formel 1“ am Berta-von-Suttner-Platz. Doch durch konsequenten Steinschlag stiegen die Versicherungskosten so enorm an, dass das wenig frequentierte Lokal schließen musste. Heute befindet sich dort ein florierender Dönerladen. Eins zu Null für uns.

Der geplante Aufmarsch...versuch
Nun ist nach 10 Jahren erstmals wieder eine Nazidemonstration angemeldet worden. Das „Aktionsbüro Mittelrhein“, ein Zusammenschluss extrem rechter, militanter Kleingruppierungen, ruft für den 12. Juli 2008 unter dem Motto „Für Meinungsfreiheit – gegen staatliche Zensur! Zensurbehörden abschalten!“ zur Demo gegen die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn-Duisdorf auf. Mittlerweile mobilisieren auch die NPD NRW, die selbst ernannten „Freien Nationalisten Euskirchen“, diverse Nazi-Internetforen und das „Nationale Infotelefon Rheinland“ (N.I.T.) um die bundesweit bekannten Nazikader Sven Skoda und Christian Malcoci.
Organisator des Aufmarsches ist kein Unbekannter. Der aus Bonn-Duisdorf stammende Hans Robert Klug meldete schon die bereits erwähnte Demo gegen die so genannte Wehrmachtsausstellung im Jahr 1998 an. Unseren Einschätzungen zufolge ist am 12. Juli mit einer Teilnehmerzahl bis zu 500 Nazis aus Freien Kameradschaften, Autonomen Nationalisten und Parteigebundenen zu rechnen.

Worum gehts?
Für die Nazis ist Musik ein effektives Instrument, um rechtsoffene Jugendliche an die organisierte Naziszene zu binden. Ein viel zitiertes Beispiel hierfür ist die „Schulhof CD“ der NPD. Außerdem liefern geheim organisierte Konzerte den allwochenendlichen Thrill, das Katz und Maus-Spiel mit der Polizei für sich zu entscheiden. Es gelingt nur gelegentlich, gegen Neonazi-Konzerte erfolgreich vorzugehen. Eigene CD-Label, Internetversände und nicht zuletzt der finanzielle Gewinn von Rechtsrockkonzerten fließen zu fast 100% wieder zurück in die eigene Szene. Damit hängt die finanzielle Unabhängigkeit einer großen Zahl von Nazifunktionären entscheidend vom Geschäft mit der Musik ab. Durch Indizierungen bleibt der Szene der wirtschaftliche Nutzen vorenthalten. So ist das Vorgehen gegen die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ganz pragmatisch mit finanziellen Interessen zu erklären.

Fight back – stand up!
In Bonn hat sich ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien, Institutionen und linksradikalen Gruppen unter dem Motto „Kein Fußbreit den Faschisten“ gegen den geplanten Aufmarsch...versuch formiert. Wir sagen ganz klar: den Nazis entschlossen und mit allen Mitteln entgegen treten. Daher unterstützen wir die geplante Blockade des Bündnisses, indem es viel Platz für die unterschiedlichsten Protestformen geben wird. Die Demonstration der Nazis soll von Anfang an Scheitern. Wenn ihr auch eine_n abbekommen wollt: Kommt nach Bonn! Wir haben gelernt zu teilen...

Quelle und weitere Information: Antifa Bonn/Rhein-Sieg

Edelweißpiratenfestival

Veranstaltungshinweis

Zu Zeit findet das Edelweißpiratenfestival in Köln statt.

Das Edelweißpiratenfestivals erfreut sich bereits seit dem 10.06.2008 einem vielseitigen Rahmenprogramm mit sehr interessanten Zeitzeugen, Historikern, Künstlern etc.,
welches sich insbesondere dem Spezialthema des diesjährigen Festivals »Von Christen, Kommunisten und anderen Idealisten« widmet, aber auch den Ort
des Geschehens, die Musik und die Alltagskultur der
damaligen Jugend genauer untersucht. »Details«

Edelweißpiratenfestival 2008 - Programmüberblick über kommende Termine noch:

Fr. 20.06., 16 Uhr,
Eierplätzchen, Teutoburger / Mainzer Str.
"Römer- und Friedenspark im Wandel der Zeit"
Historische Parkführung mit Musik

An sieben Orten schildern Karla Krieger und Sabine Eichler das Leben rund um den Park in verschiedenen Epochen (1895 - 1945). Die Zeit der Planung über Umgestaltungen bis zur Nutzung durch das Hitler-Regime wird Geschichte mit Geschichten gegenübergestellt. Musikalisch unterstützt von Eierplätzchenband & Freunden.


Sa. 21.06., 15 Uhr,
Eierplätzchen, Teutoburger / Mainzer Str.
"Im Zentrum der Macht" - Historische Parkführung für Kinder
(ab 12 J.) Rund um Römer- und Friedenspark.

Rund um Römerpark und Friedenspark gab es zwischen 1933 und 1945 neben der Hitlerjugend auch Mädchen und Jungen die sich dem Gruppenzwang verweigerten.
Sabine Eichler erzählt amüsante, traurige und manchmal auch kuriose Geschichten von der Südstadtjugend jener Zeit.


Sa. 21.06., 19 Uhr,
Kirche St. Maternus, Alteburger Str. 70,
Ecke Siegfriedstr.
"Südstadt unterm Hakenkreuz",
Podiumsgespräch mit Zeitzeugen, Historikern und Musik

Der Ort des Edelweißpiratenfestivals der Friedenspark, vormals Hindenburgpark, hatte früher nicht nur die Gauleitung Köln/Aachen als Nachbarn, sondern auch eine ungehorsame Kirchengemeinde, die für manche Südstadt-Mädchen und -Jungen eine Oase in der Nazibarbarei darstellte. Dort in der Kirche St. Maternus, erzählen Zeitzeugen von Ihren prägenden Erlebnissen zwischen Anpassung und Widerstand. Historiker geben einen
Überblick über das Handlungsspektrum der unangepassten Jugend. Es berichten und diskutieren die Südstädter: Gretel Franken, die ihre Jugend in der St-Maternus-Gemeinde verbrachte; Franz Lottner, ein Zeuge der Elsaßstraßen-Revolte; Jean Jülich,
der den berühmten Ehrenfelder Edelweißpiraten angehörte und seit vielen Jahren (mittlerweile erfolgreich!) für die Rehabilitation seiner Bewegung kämpft; Pfarrer Josef Embgenbroich, als Gastgeber und feidenschaftlicher Brückenbauer zwischen den Generationen; Dr. Werner Jung, Direktor des NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, u.a. Mitveranstalter des Edelweißpiratenfestivals; Dr. Wolfgang Üllenberg - van Dawen, Kölner DGB-
Vorsitzender, hat als Historiker über den Widerstand der sozialistischen Jugend promoviert sowie Sabine Eichler vom Festival-Team, die als passionierte Südstadtchronistin diesen Abend leitet. Unterstützt von Krätzchensänger Philipp Oebel mit zeitgenössischen kölschen Liedern!


Sa. 21.06., 21 Uhr,
Baui, Titusstr. / Oberländer Wall
Ivana Kupala / Festa de São João /
Sommersonnenwende
Große Festivalparty und Lagerfeuersingen nach Edelweißpiratenart

Der Zufall will, dass unsere Festivalparty auf die Sommersonnenwende fällt, ein heidnisches Fest, das Christen und Kommunisten gern in ihren Festkalender aufnahmen. Osteuropa und Südamerika gelten als die Hochburgen der Johannisfestkultur, deshalb zeigen uns die Kompott-DJs Katja Rubikova & Katja Kubikova und das XiqueXique-Team um
DJ Jan Ü. wo der Hammer hängt! Sowjetpop, Balkan Beat, Forro, Samba, Funk etc! + Überrraschungs-Act!
Anders als beim Konzertparcours am Sonntagnachmittag steht bei der Festivalparty nicht die handgemachte Musik im Vordergrund, sondern engagierte Discjockeys, die Partymachen auch als kulturpolitisches Statement verstehen. So bietet die Kompott-Party im (Kölner Stadtgarten) mit ihrer progressiven, augenzwinkernden Ostalgie, eine der originellsten Auseinandersetzungen mit der neueren Geschichte Osteuropas. Das Köln-Münchner Xique
Xique-Team propagiert die unglaubliche Vielfalt der brasilianischen Musik, vom Dorftanz bis zur Ghetto-Rap.

Ort: Baui, Titusstr. / Oberländer Wall, Kölner Südstadt -
Eintritt 7,-/5,-

Paralell zur DJ-Party, klanglich abgeschirmt auf der Kellerwiese, heisst es Lagerfeuersingen nach Edelweißpiratenart. Für alle offen - Gitarren und Liederbücher mitbringen!


So. 22. Juni, 14.30
Friedenspark, Köln, Titusstr. / Oberländer Wall
Edelweißpiratenfestival 2008
5 Bühnen mit 22 Bands, Zeitzeugen + Ausstellung etc.

Los Chupacabras - Mestizo, Ragga, Cumbia ...
Kunstsalonorchester + Gäste - Ltg. Klaus von Wrochem
Jamaika Jupp - Ska, Kölsch-Karibisch
Einstürzende Heuschober - Kirmes-Folk
EleganCi - Zigeunerpunk, Tango
Frieda - Hunsrücker AcappellaFolk
Baui-Kids - Musical und Band
Rolly Brings & Band - Liedermacher
Carlos Robalo Combo - Guinea Bissau in Köln
Verena Guido - Chanson, Klezmer, ...
De Familich - Kölsche Leeder, ... (Gast: Jean Jülich)
Schlagsaite - Folk-, Chanson-, Liedermaching
Consenso - Deutschsprachiger Reggae, Folk, ...
Schmackes - Kölschinternational
Zugvögel - Zigeunerpunk, Tango
Little Red Taxigirl & the Nevergoinghomes -
New made old style Blues
Original Matrosenchor der Schwarzmeerflotte - Internationale Blechmusik
Dirk Hespers - Bündischer Liedermacher
Tim + - Rap, Deutsch
Fleur Earth Experiment - Soul, Folk, Reggae
Niko Held - Liedermacher
Humboldt Batuque - Samba Percussion mit Gesang
Freitag - Ska, Brass
...
Mucki Koch, Hans Fricke, Jean Jülich und weiteren Zeitzeugen.
Zu Ehren der naziresistenten Jugend während der Hitlerdiktatur werden am letzten Wochenende vor den Sommerferien mehr als 20 tolle, sehr unterschiedliche
Bands von Klassik bis Pop, von Folkrock bis Reggae, den Friedenspark in der Kölner Südstadt mit eigenen Songs und Edelweißpiratenliedern beschallen.
Es beginnt mit einer Begrüßung um 14.30 Uhr auf der Südwiese und dauert bis ca. 20 Uhr.

Sa. 21. + So. 22.06.: Ausstellung während des Festivals:
»Von Navajos und Edelweißpiraten – Unangepasstes Jugendverhalten in Köln 1933 bis 1945« im Baui Saal! Die preisgekrönte Ausstellung des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln bietet einen differenzierten Blick auf die Jugendkultur unterm Hakenkreuz.
www.nsdok.de

Ort: Titusstr./Oberländer Wall, Kölner Südstadt
Überall freier Eintritt (Ausnahme Festivalparty),
Spenden willkommen
Aktuelles unter www.edelweisspiratenfestival.de


Schirmherrin: Bürgermeisterin Angela Spizig
Veranstalter: Edelweisspiratenclub e.V.,
Jugendzentrum "Baui" Friedenspark und NS-
Dokumentationszentrum // Unterstützer:
Kulturamt der Stadt Köln, Bezirksvertretung Innenstadt, Grüne Fraktion im LVR, Rapido,
Litho, Dialog, Lotta, Kölncampus, Domforum, Känguru, Stadtrevue, Gruppenfoto.de, ...

Freitag, 20. Juni 2008

Mattarello (TN) - Mahnwache gegen den Beginn der Bauarbeiten für die Militärbasis gewaltsam geräumt

Aus einer Mail, die an AktivistInnen der NoTav Valsusa gesandt wurde, A-infos 19.06.2008:

"Ich bin der Genosse aus Trient, der Euch gestern nachmittag den Gruß der NoTav-Komitees im Trentino übermittelt hat.

Heute morgen wurde die kleine Mahnwache gegen die Vorbereitungsarbeiten für die Militärbasis, die sie auf 30 ha Land bei Mattarello (einer Vorstadt 5km vor der Stadt Trient) bauen wollen, mit Gewalt geräumt.

Das ist genau die Mahnwache, die ich gestern nachmittag erwähnt habe und die Anfang vergangene Woche nach der erfolgreichen Blockade der ersten Arbeitsversuche eingerichtet wurde.

Wie Ihr dem Bericht entnehmen könnt, den ich beifüge, wurden 36 freie Personen angegriffen, die sich gegen die drohende Verwüstung ihres Landes und die Schaffung eines neuen Kriegsinstruments gewehrt haben. Euch gegenüber möchte ich einen besonderen Aspekt unterstreichen, der angesichts der Schwere der Vorfälle sonst unbeachtet bleiben würde. Unter den Verhafteten und Angeklagten von heute morgen (Verdacht auf vier Straftaten: private Gewalt, Eindringen auf ein Gelände, ungenehmigte Demonstration, Unterbrechung öffentlicher Arbeiten) sind sehr viele Jungs um die 20, auch viele Minderjährige; niemand war zufällig dort.

Es sind die gleichen, die es am 28.4.2008 - als bei Aicha in der Provinz Bozen die TMB-Fräse für die Bohrung des Erkundungsstollens für den Brenner-Basistunnel eingeweiht wurde - gemeinsam mit ein paar Erwachsenen geschafft haben, sich vor allen anderen am Eingang der Baustelle festzusetzen und Napolitano, der für die Party extra aus Rom kam, unsere Spruchbänder zu zeigen. Auch in diesem Fall gab es Anzeigen."

(it) Mattarello (TN) - Sgomberato violentemente il presidio contro l’inizio dei lavori di costruzione della base militare

Date Mon, 16 Jun 2008 19:50:45 +0200

boesner bosse böse? Proteste gegen die Künstlerbedarfskette Boesner

Aus der Fauchthunrundmail 18.06.2008

Am Samstag, den 7. Juni, kam es in 5 Städten (Köln, Frankfurt,
Berlin, Wien und Graz) zu Protestaktionen vor Filialen der
Künstlerbedarfskette Boesner. Aufgerufen hierzu hatte die IWW Köln,
die in der Kölner Filiale eine Betriebsgruppe hat. Anlaß war die

Verhinderung einer Betriebsratswahl durch die Geschäftsführung und
die Einführung der Samstagsarbeit. An dem Protesttag beteiligten
sich neben der IWW Gruppen und Mitglieder der FAU und der
neugegründeten österreichischen Föderation der
ArbeiterInnen-Syndikate (FAS).


Es wurden Flugblätter an die Kundschaft verteilt, Redebeiträge
gehalten, lautstark und sichtbar auf die Behinderung und
Einschüchterung aktiver und kritischer ArbeiterInnen durch die
Geschäftsleitung bei Boesner Köln hingewiesen. Nicht wenige
Kundinnen und Kunden fühlten sich angesprochen und
solidarisierten sich mit den Protestierenden.


Wir dokumentieren hier das Flugblatt der FAU Berlin:

boesner bosse böse?
Demokratie auch für ArbeiterInnen

Der Künstlerbedarf Boesner präsentiert sich gern als
humanistisches,
weltoffenes Unternehmen.
Die Realität sieht allerdings auch bei dieser Holding,

zumindest was die Rechte der Beschäftigten
angeht, anders aus.



Interessenvertretung unerwünscht

Im Januar 2008 verhinderte die Geschäftsführung der
Kölner Boesner-Filiale den Versuch einer
Betriebsratsgründung mittels Drohungen (Einführung
der Samstagsarbeit, Streichung des Weihnachtsgeldes,
Streichung des kostenlosen Mittagsessens...) und
persönlichen Einschüchterungen. Mit diesem Erfolg
im Rücken macht sie sich nun daran, das damalige
Drohszenario in die Realität umzusetzen.


Mehrarbeit für Lau

In einem ersten Schritt wurde die Samstagsarbeit eingeführt.
Was auf den ersten
Blick, gerade im Einzelhandel, als eine
normale Entwicklung erscheinen mag, bedeutet für die
Belegschaft eine Erhöhung des Arbeitsdrucks.

Neueinstellungen, die die Mehrarbeit auffangen könnten, sind
bislang nicht vorgesehen.
Die KollegInnen werden einfach noch
mehr rennen müssen. Auch Wochenendzuschläge wird es
nicht geben.


Protest und Solidarität

Die Kolleginnen und Kollegen in Köln wehren sich dagegen
und protestieren am
Samstag, den 7. Juni, mit einem Aktionstag
vor der Kölner Filiale. Wir solidarisieren uns mit ihnen.


Expansion auf Kosten der Belegschaft

Es ist kein Zufall, was gerade in Köln passiert. Über eine Holding
versucht Boesner derzeit offenbar, sein Geschäft umzugestalten
und weiter zu expandieren.

In einer solchen Situation der verschärften Profitmaximierung
braucht es keiner
hellseherischen Kräfte, um sich auszurechnen,
auf wessen Kosten das ganze gehen
wird. Eben deshalb ist es
gerade jetzt wichtig, die Standards zu halten und das
Recht der
Beschäftigten, ihre Interessen zu vertreten und sich ohne
Einschränkungen zu organisieren, zu verteidigen.


Was tun?

Wir werden auch weiterhin die Belegschaft bei Boesner
unterstützen und fordern
alle Beschäftigten auf, mit einer
der beteiligten Gewerkschaften (FAU oder IWW)
Kontakt
aufzunehmen und direkt mit den Kolleginnen und Kollegen
in Köln in Verbindung zu treten. Die IWW Köln ruft
zudem alle Kundinnen und Kunden dazu auf, sich bei
Boesner über die Praktiken in der Kölner Filiale zu
beschweren:


Boesner GmbH Holding
Gewerkenstraße 2 / 58456 Witten
Tel: 02302-973 11-10
Fax: 02302-973 11-33
koeln@boesner.com / kontakt@boesner.com
(Kopie an: boesner@wobblies.)

FAU Berlin und IWW Berlin
Kontakt zur Belegschaft in Köln: boesner@wobblies.de

Cafe Bunte Bilder Jubiläumsparty

Veranstaltungshinweis

Am Samstag, den 21.06.2008 lädt das Cafe` Bunte Bilder zum feiern ein. Auf der Website des Linken Zentrum heißt es daher: "Kommt wir feiern! Zehn Jahre Chaos, Filme und Krawalle!
Café Bunte Bilder hat Geburtstag!
Ihr alle - ehemalige Bunte Bilder, FreundInnen und GenossInnen, BesucherInnen, KritikerInnen, neue und alte Gesichter - seid alle zu unserer Jubiläumsparty eingeladen!
Erst Grillen mit lecka veganem Buffet und Cocktails und danach Party in der Halle mit special Bunte Bilder DJ und riots an den Wänden."

Sonntag, 15. Juni 2008

'Volksrepublik China - alt und neu'

Veranstaltungshinweis
Die DKP Gelsenkirchen lädt ein zu einem 'Politischen Reisebericht mit Multimedia-Präsentation'

am Montag, 23. Juni, 19.30 Uhr
in den Räumen der 'Alternative e.V.'
(Ecke Florastrasse - Husemannstrasse).

Wohin geht die immer noch von einer kommunistischen Partei regierte Volksrepublik China?

Gisela Blomberg und Hermann Kopp unternahmen, auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage, im Juni letzten Jahres eine Reise in das Riesenland. Sie nahmen teil an einer wissenschaftlichen Konferenz über Probleme der "sozialistischen Marktwirtschaft", lernten die Megastädte Peking und Shanghai kennen, aber auch einen autonomen Bezirk im zurückgebliebenen Südwesten des Landes, der vor allem von Tibetern bewohnt wird. Sie hatten die Gelegenheit zu Gesprächen z.B. mit Ökonomen und Soziologen der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, mit dem Rektor und dem Gewerkschaftsvorsitzenden der Universität von Guilin, besuchten eine ländliche Grundschule, waren Gast der Parteischule von Shanghai. Sie werden Fotos von ihrer Reise zeigen und über ihre -durchaus widersprüchlichen - Eindrücke berichten.

siehe auch: http://www.dkp-ge.de/china/china.html

JAPAN: ZUNEHMENDE REPRESSION GEGEN GEWERKSCHAFTLICHE UND SOZIALE AKTIVISTINNEN

Im Vorfeld des diesjährigen G8-Gipfels, der vom 7. bis 9. Juli auf der japanischen Nordinsel Hokkaido stattfinden soll, hat die japanische Polizei bislang mehr als 40 AktivistInnen aus gewerkschaftlichen, sozialen und anarchistischen Gruppen verhaftet oder vorübergeghend
festgenommen. Einige von ihnen sollen offensichtlich bis zum Ende des Gipfels inhaftiert bleiben. Bei anderen scheint die Strategie der Polizei mehr auf Einschüchterung angesichts der "heißen Phase" der Proteste zu liegen, die diese Woche aus Anlass der ersten Vortreffen von Diplomaten und Bürokraten beginnen sollen.


DURCHSUCHUNGEN UND FESTNAHMEN

Zu den Festgenommenen gehört Kin, ein Aktivist der »Kamagasaki Patrol«.
Er wurde am 12. Juni festgenommen und stand seit längerem unter permanenter Beobachtung der Polizei. Freunde gehen davon aus, dass er bis zum Ende des Gipfels in Haft bleiben wird.

Am 10. Juni überfielen knapp 20 Polizisten der Abteilung für »Öffentliche Sicherheit« in Kyoto ein Gewerkschaftsbüro in Rakunan. Das Büro wurde durchsucht, zwei Gewerkschaftsmitglieder festgenommen. Das Lokal dient als Treffpunkt der »Rakunan Union«, des »Independent Workers Network« (Jiritsu Rooren) und der Aktionsgruppe »Asia Kyodokodo«. Im Verlauf der mehrstündigen Durchsuchung stellte die Polizei u.a. eine Liste der Gewerkschaftsmitglieder und die Zahlungsbelege über Gewerkschaftsbeiträge sicher. Zeitgleich wurde die Wohnung eines
Gewerkschaftsaktivisten überfallen, gegen den extra ein Haftbefehl wegen eines vier Jahre zurückliegenden angeblichen "unberechtigten Bezugs von Arbeitslosengeld" ausgestellt worden war.

Bereits am 29. Mai waren 38 Leute verhaftet worden, die an einer Versammlung gegen den G8 teilgenommen hatten, die an der Hosei Universität in Toyko stattgefunden hatte.

In der ersten Juniwoche nahm die Polizei Tabi Rounin fest, einen bekannten libertären Aktivisten und Blogger. Auch ihm wurde zunächst signalisiert, dass man ihn nicht vor Ende des Gipfels freilassen würde.

Als AktivistInnen seinen Fall international öffentlich machten und die Behörden mit Protesten überschüttet wurden, ließ die Polizei Tabi überraschender Weise am 13. Juni frei.


AUSEINANDERSETZUNGEN IN OSAKA

In Nishinari, einem Stadtteil von Osaka, kam es stundenlangen Protesten vor einer Polizeistation nachdem ein Gewerkschaftsmitglied zuvor in einem Einkaufszentrum festgenommen worden war. Als Berichte die Runde machten, wonach er auf der Wache wiederholt von mehreren Polizisten ins Gesicht geschlagen, getreten und kopfunter aufgehängt worden sei, zogen mehr als 300 KollegInnen vor die Wache und verlangten, der Polizeichef solle herauskommen und sich entschuldigen. Im weiteren Verlauf der Proteste und nachdemn weitere Detais der Polizeibrutalitäten bekannt geworden waren, verlangten die aufgebrachten ArbeiterInnen auch lautstark die Entlassug der vier beteiligten Polizisten.

Die Proteste gingen erst gegen Mitternacht zu Ende, nachdem ingesamt 35 Transporter mit Aufstandsbekämpfungseinheiten angerückt waren, die sich offensichtlich darauf vorbereiteten, die protestierenden Arbeiter anzugreifen. Am nächsten Tag zogen erneut viele Menschen vor die Wache.

Offensichtlich aufgrund der anwesenden Presse und aus Sorge vor internationaler Aufmerksamkeit im Vorfeld des G8-Gipfels verzichtete die Polizei auf zunächst auf einen Angriff und verschanzte sich in der festungsartig ausgebauten Polizeistation.


DER LANGE ARM DER REPRESSION

Repression gegen soziale und gewerkschaftliche AktivistInnen hat in Japan eine lange Geschichte. Häufig spielt sie sich eher im Verborgenen ab. Demonstrationen sind in Japan eher selten und gelten bei vielen als unschicklich und geradezu obszön. Deshalb kommt es recht selten zu Fällen offensichtlicher polizeilicher Straßenbrutalität gegen DemonstrantInnen, ausgeschlossen ist sie aber nicht. So wurden in den letzten Jahren die Mayday-Umzüge der Prekären-Gewerkschaft »Allgemeinen Freeters Union« (Freeter Zenpan Roso) wiederholt von der Polizei attackiert.

Viel häufiger findet Repression jedoch meist unbemerkt von der Öffentlichkeit statt. AktistInnen werden mit "Hausbesuchen" oder Ermittlungsverfahren mit oftmals konstruierten Vorwänden unter Druck gesetzt. Bereits in den 80er Jahren wurden beispielsweise die Mitglieder der kleinen anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft Rôdôsho Rentai Undô (RRU) teilweise rund um die Uhr von der Polizei überwacht. Ausländische BesucherInnen wurde gewarnt, dass Treffen mit Mitgliedern der RRU zur Ausweisung und zur Erteilung eines permanenten Einreiseverbots führen könnten.

[ Quelle: http://www.fau.org/artikel/art_080615-065236 ]

Donnerstag, 12. Juni 2008

Aufwind für die Berlusconi-Freunde

Artikel dradio vom 29.05.2008

Heftige Auseinandersetzungen zwischen linken und rechten Studierendengruppen

Von Thomas Migge

Die Zeiten gewalttätiger Zusammenstöße zwischen links- und rechtsradikalen Studierenden hielten Soziolgen für beendet, doch an Roms Uni herrscht seit Wochen ein Klima wie in den 70er Jahren. Seit dem Wahlsieg Silvio Berlusconis fühlen sich vor allem rechtsradikale Gruppierungen an den Hochschulen im Aufwind.

Es begann mit Schimpfwörtern, dann kam es zu Rempeleien und schließlich zu einer handfesten Schlägerei, an der Dutzende von Studierenden beteiligt waren.
weiter: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/campus/792886/


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Featere auf Indymedia: Italiens Antziganismus

Bild Seit den landesweiten Wahlerfolgen der Rechten in Italien kommt es vermehrt zu rassistischen Ausschreitungen. Nach den rassistischen Ausschreitungen gegen Zigeuner/innen-Lager hat die Regierung von Silvio Berlusconi jetzt gesetzliche Anweisungen zur Lösung des "Zigeunernotstands" erlassen. "Neo"(?)-Faschismus in Italien.

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Jetzt reichts! Protestwelle schwappt nach NRW

PM des Aktionbündnis gegen Studiengebühren

Landesweite Demo in Düsseldorf

Fehlende Studienplätze, unsoziale Studiengebühren, Bachelorabsolventen ohne Perspektive. Unter diesem Vorzeichen steht die landesweite Demonstration am 17.06.2008, zu der das bundesweite Aktionsbündnis gegen Studiengebühren, das LandesAstenTreffen NRW, die Gewerkschaften und die LandesschülerInnen aufrufen.
Aus Sicht der aufrufenden Organisationen gibt es seit dem Amtsantritt der schwarz-gelben Landesregierung im Jahre 2005 einen rasanten Anstieg bildungspolitischer Fehlentwicklungen.
„Ein Ausdruck dieser verfehlten Politik sind insbesondere die zum Wintersemester 2006/2007 erstmals erhobenen Studiengebühren und die überhastete und nicht durchdachte Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge“, erklärt André Schnepper vom bundesweiten Aktionsbündnis gegen Studiengebühren. „Vor allem die Auswirkungen der Gebühren sind mehr als offenkundig. Trotz steigender Schulabsolventenzahlen studieren immer weniger Menschen in NRW.“

„Und obwohl sich die Studierende mit jedem Semester immer weiter verschulden, werden viele von Ihnen keinen Masterstudienplatz erhalten“, ergänzt Kerstin Reichel vom LandesAstenTreffen NRW und macht deutlich: „Die Hochschulen werden hier von der Landesregierung alleine im Regen stehen gelassen. Gerade jetzt, wo viele Studierende auf das Ende ihres Bachelorstudiums zusteuern, steigt die Unzufriedenheit.“

„Viele sorgen sich ganz einfach um ihre Zukunft“, so Jan Schröder von der GEW. „Schließlich ist ein Bachelorabschluss in vielen Bereichen noch immer nicht anerkannt und erst recht nicht berufsqualifizierend.“

„Doch selbst wenn ein Bachelor berufsqualifizierend wäre, sollte jeder und jede die Gelegenheit erhalten, einen Masterstudium aufzunehmen“, unterstreicht Kerstin Reichel die Forderung nach einem Master für alle.

Am Tag der Demo werden die Studierenden jedoch auch einen Blick nach Hessen werfen, wo parallel im hessischen Landtag Studiengebühren nun endgültig abgeschafft werden sollen.
„Wir freuen uns mit den hessischen Kommilitonen, wenn das Hin und Her in Hessen dann endlich vorbei ist“, unterstreicht André Schnepper. „Sollten die Gebühren in Hessen endgültig kippen, wird dies auch eine Initialzündung für die Studierendenbewegung in NRW sein.“

Infos zur Demo:
Landesweite Demo gegen Studiengebühren und für einen Master für alle
17.06.2008, Düsseldorf
Route: HBF, Königsallee, Burgplatz
Start: 12:00
Ende: ca. 14:30

Ansprechpartner:
André Schnepper
Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren
0163/7590841

Die Forderungen der Demonstranten im Einzelnen:
- Gebührenfreies Studium vom Bachelor bis zur Promotion.
- Einen Masterstudienplatz für alle.
- Abbau aller Bildungshürden.
- Studierbare Studiengänge

Bambule in Frankfurt – Großer Protest gegen Urteil des Staatsgerichtshofes

PM des ASTA der Johann-Wolfgang-Goethe-Uni Frankfurt am Main am 8. Juni 2008

Das politische Urteil über die Verfassungsmäßigkeit der Studiengebühren in Hessen stößt auf große Ablehnung in der Bevölkerung. Am Abend begaben sich über 1500 Demonstrierende vom Südbahnhof aus in die Frankfurter Innenstadt. Trotz der erfolgreichen Demonstration kritisieren die Frankfurter ASten der Universität und der Fachhochschule die massive Attackierung vereinzelter Personen durch die polizeilichen Einsatzkräfte auf das Schärfste.

Zu einer Demonstration des Frustes sollte es trotz des Urteils des Staatsgerichtshofes, welches gespannt erwartet worden war, nicht kommen. Folglich war es an der Zeit, die ungerechtfertige Schlappe geschlossen zu verurteilen und die gemeinsamen Ziele umso selbstbewusster zum Ausdruck zu bringen. Die Gebührenbilligung konnte nicht ohne vehementen Protest hingenommen werden. „Die aktuellen Vorgänge schmälern die Argumente gegen Studiengebühren nicht. Gerade das unsägliche Verhalten Kochs in der letzten Woche und das zweifelhafte Urteil des Staatsgerichts-hofes am heutigen Tage“, erklärt der anmeldende AStA-Vorsitzende der Fachhochschule Christian Tomaszewski, „hat die Teilnehmenden der Demonstration bewegt, wieder selbst die Verantwortung für ihre Belange in die Hand zu nehmen und ihre Bedürfnisse klar zu artikulieren.“

Forderungen waren allem voran die Abwahl des geschäftsführenden Ministerpräsidenten und die Abschaffung der Studiengebühren durch den Landtag. Auch die Rückzahlung der allgemeinen Studiengebühren der letzten Semester wurde als fällig erachtet, wenn dies schon nicht der Staats-gerichtshof anordne. Nun mal sind und waren Studiengebühren zu keinem Zeitpunkt gerechtfertigt.

Ihr unsozialer Charakter spiegelt sich in dem Minderheitenvotum des Urteils wieder. Trotz diesem muss sich der deutsche Rechtsstaat die Frage gefallen lassen, nach welchen Kriterien er urteilt. „Ein Sozialstaat, welcher sich auf Darlehen zur Herstellung von Sozialverträglichkeit stützen darf, trägt seinen Namen unverdient. Auch hier wird ersichtlich, dass ein entschiedener Widerstand gegenüber dem herrschenden Paradigma der Ökonomisierung auch nach der Studiengebührenabschaffung zu führen ist“, analysiert der AStA-Referent für Hochschulpolitik der Universität David Malcharczyk.

Zu der Gewalt durch unsoziale Politik mischten sich erneut brutalste Attacken der Polizei gegen einzelne Studierende, welche aus der Masse herausgezogen und teils schwer verletzt wurden. Das eskalierende Vorgehen der Bundespolizei stach aus dem übergroßen Aufgebot von Einsatzkräften heraus. Gegenüber der sich solidarisierenden Menge wurde Pfefferspray zum Einsatz gebracht.

Zu der Demonstration hatten die hessische LandesAStenKonferenz (LAK), die hessische LandesSchülerInnenVertretung (LSV), die Studierenden in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen (GEW-Studis), das Aktionbündnis gegen Studiengebühren (ABS) und das Bündnis für Politik- und Meinungsfreiheit (PM-Bündnis) aufgerufen.


Spontandemonstration gegen Staatsgerichtshofurteil

PM des ASTA Marburg am 12.06.2008

Spontaner Protest regte sich am gestrigen Mittwoch in Marburg. Am Mittag hatte der hessische Staatsgerichtshof mit einer Stimme Mehrheit das von der CDU eingeführte Studienbeitragsgesetz (HStuBeiG) für verfassungskonform erklärt. Daraufhin demonstrierten rund 250 Marburger Studierende und UnterstützerInnen der Verfassungsklage.

"Der Staatsgerichtshof hat heute ein zutiefst widersprüchliches Urteil verkündet", so Josephine Bergmeier, AStA-Referentin für Hochschulpolitik. "Dass im HStuBeiG gerade finanziell schwache Studierende gezwungen werden, sich über Darlehen zusätzlich zum BAföG zu verschulden, ist schlimm. Dass nun aber das Urteil des Staatsgerichtshofs dies als Förderung sozialer Gerechtigkeit wertet und damit der schwindenden Koch- Regierung nach dem Mund redet, ist blanker Zynismus."

Als die Demonstration an der CDU-Parteizentrale vorbeizog, flogen auch Eier. ?"Eine deutliche Absage an die kommissarische Landesregierung und das Gefälligkeitsurteil des Staatsgerichtshofs", kommentiert Julia
Flechtner, Vorsitzende des AStA Marburg. "Das Urteil wird weder der wirtschaftlichen und sozialen Realität Studierender und Studieninteressierter, noch der Intention der Verfassung gerecht. Diese fordert gebührenfreie Bildung als notwendige Grundlage jeder demokratischen Organisationsform."

Die Polizei versuchte aus bislang ungeklärten Gründen, einzelne TeilnehmerInnen der Demonstration festzunehmen und ging dabei mitunter gewaltsam vor. "Wir werden uns davon aber nicht abschrecken lassen", versichert Josephine Bergmeier. "Der heutige Tag hat gezeigt, dass soziale Rechte auf dem politischen Weg eingefordert werden müssen. Wir werden bis zur endgültigen Abschaffung von Studiengebühren und der Realisierung weiterer Schritte hin zu freier Bildung immer wieder auf die Straße gehen!"

Weitere Zeitungsberichte:
Als erstes Bundesland: Hessen schafft Studiengebühren wieder ab ...
Studiengebühren-Entscheidung: Wütende Proteste mit Eiern und ...
Hessen schafft Studiengebühren wieder ab
Studiengebühren: Koch verweigert sich - trueten.de - Willkommen in ...
Nach Staatsgerichtshof-Urteil: Linke Mehrheit beharrt auf Aus für ...
http://www.jungewelt.de/2008/06-11/060.php
Bildungsprotest goes bundesweit
Bundesweite Schülerproteste morgen

Kassel, wir hören nichts /Protest in Kassel
Augsburg: Studenten protestieren gegen Studiengebühren ...

NEU: Broschüre von Block-G8

Mitteilung von Antifa Versand Red Stuff am 12.06.2008

Die Blockaden des G8-Gipfels 2007 haben ein Stück Widerstandsgeschichte geschrieben. Ihre letztendliche Bedeutung werden sie aber dadurch erhalten, was wir und Ihr aus diesen Erfahrungen macht, wie Block G8 zum Referenzpunkt oder zum Steinbruch für kommende Aktionen wird.
Mit der G8-Broschüre "Chef, es sind zu viele" verabschiedet sich Block G8 als politische Struktur und versucht, den Erfolg und Erfahrungen schriftlich zu dokumentieren und damit für die Bewegung festzuhalten und diskutierbar zu machen [bestellen].

Rechtsextreme: Die NPD schlägt Wurzeln in Sachsen

Mit 45 Abgeordneten zieht die NPD nach der Kommunalwahl in alle zehn Kreistage Sachsens ein. Zwar lässt sich der Erfolg der Rechtsextremen rechnerisch leicht relativieren - sicher ist jedoch: Vielerorts hat sich die Partei etabliert.

Von Philipp Wittrock (Spiegelonline 10.06.2008)

Den vollständigen Artikel unter
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,558908,00.html

Weitere Artikel auf Spiegel online
-Rechtsextremen- Hochburg: "Die Leute müssen endlich aufwachen"
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,558695,00.html
- NPD in Sachsen: Bürgermeister gibt Bundesregierung Mitschuld
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,558578,00.html
- Reinhardtsdorf- Schöna: Jeder Vierte wählte NPD
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,558463,00.html


Weitere Informationen unter
NPD-Erfolg schockt andere Parteien | MDR.DE
Endstation Rechts - Kommunalwahl Sachsen: Stimmenzuwachs für die NPD
NETZEITUNG DEUTSCHLAND NACHRICHTEN: Skinheads auf NPD-Wahllisten ...
Autonome Antifa Freiburg - Aktuell
Planet Antifa - Sachsen-Anhalt

VRR kündigt Vertrag mit Bahn fristlos

Interessen der Fahrgäste werden über Auferlegung des Verkehrs geschützt!

Pressemitteilung des VRR /Gelsenkirchen, 12. Juni 2008

Heute hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) seinen Verkehrsvertrag mit der DB Regio NRW (DB) mit sofortiger Wirkung außerordentlich gekündigt. Der Entschluss fiel um 13 Uhr im Rahmen der Sitzung des Vergabeausschusses der VRR AöR in Essen. Das Kündigungsschreiben ist der DB in Düsseldorf direkt im Anschluss zugestellt worden. Auslöser für diese drastische Maßnahme sind grobe Vertragsverletzungen der DB bei der Erbringung von Sicherheits- und Serviceleistungen im S-Bahn-Bereich nach 19 Uhr. Eine mehrmonatige Stichprobenuntersuchung des Verbundes brachte die Täuschung ans Tageslicht. Anstelle der zugesicherten Bestreifungsquote von 90 Prozent nach 19 Uhr in den S-Bahnen ergaben umfangreiche Stichprobenanalysen eine tatsächliche, indiskutable Quote von durchschnittlich 17 Prozent - mit fallender Tendenz. Bezahlt wurden hingegen die neunzig Prozent. Daher zieht der Verbund nun die Reißleine.
Zusätzlich unternimmt der VRR im Rechtsstreit mit der DB den nächsten Schritt. Direkt morgen legt der VRR die Nahverkehrsleistungen aus seinem Verbundraum der Deutschen Bahn (DB) auf. Um die Mobilität trotz der offenen juristischen Fragen zu gewährleisten, wird der VRR die im Januar 2008 bereits öffentlich angekündigte Auferlegung als hoheitlichen Akt umsetzen. Dieser Verwaltungsakt verpflichtet die Bahn dazu, alle Nahverkehrsleistungen im Umfang der bestehenden Verkehre zu erbringen. Die Kunden vor Ort sind somit von der Auseinandersetzung auch weiterhin nicht betroffen. Zusätzlich entwickelt der Verbund zügig ein Wettbewerbskonzept und strebt damit schnellstmöglich die Vergabe von Verkehrs- und Sicherheitsleistungen über Ausschreibungen an.


VRR-Vorstand Martin Husmann zeigt sich empört über die offensichtliche Täuschung der Bahn. „Diese Verfehlungen reihen sich nahtlos in die Kette der Schlechtleistungen von Unpünktlichkeiten, Zustand der Fahrzeuge und das Erscheinungsbild der Bahnhöfe ein“, erklärt Husmann. „Die Deutsche Bahn tritt als öffentliches Unternehmen das hohe Gut der Sicherheit mit Füßen und verspielt somit Vertrauen der Fahrgäste“, so Husmann weiter.
„Wir lassen uns durch den Renditedruck der DB AG im Vorfeld des Börsengangs nicht verschaukeln. Jetzt haben wir einen handfesten Beweis, dass die DB Regio NRW zu Lasten der Kunden spart. Verträge sind dabei egal und auch vor der Täuschung der Steuerzahler schreckt die Bahn nicht zurück, “ so Husmann abschließend.

Für die Fahrgäste an Rhein und Ruhr ändert sich nichts. Die Deutsche Bahn wird aufgrund einer morgen ausgesprochenen Auferlegung ohne Veränderungen weiterfahren. Als aktuelle Konsequenz aus dem Rechtsstreit heraus ist der VRR gehalten, eine neue Rechtsgrundlage zu schaffen, um seiner Verpflichtung einer ausreichenden Bedienung der Bevölkerung mit Nahverkehrsleistungen nachzukommen. „Daher bedienen wir uns dem juristischen Instrument der Auferlegung“, erklärt VRR-Vorstand Martin Husmann. „Dieses ist im europäischen Beihilferecht verankert. Die Züge werden wie bisher fahren, bis wir die auferlegten Verkehre im Wettbewerb vergeben haben,“ ergänzt Husmann. Vor diesem juristischen Hintergrund ist auch die Kündigung hilfsweise und vorsorglich ausgesprochen worden, da aus VRR-Sicht der Vertrag nichtig ist.

Der Verbund ist Kraft der durch das ÖPNV-Gesetz (Gesetz über den Öffentlichen Personennahverkehr) übertragenen hoheitlichen Befugnisse dazu berechtigt. „Der VRR strebt schnellstmöglich die Vergabe von Verkehrsleistungen über Ausschreibungen an“, erläutert Martin Husmann das künftige Vorgehen. „In diesem Sinne entwickeln wir gerade ein entsprechendes Konzept mit einer gleichzeitig gestuften Aufhebung der Auferlegung in allen relevanten Bereichen. Die Sicherheitsleistungen werden aber unverzüglich an andere Unternehmen vergeben. Sicherheitsdefizite in der S-Bahn nach 19.00 Uhr können wir uns nicht länger erlauben“, so Husmann weiter.

Hinweis an die Redaktionen: Zu diesem Thema findet morgen um 09.30 Uhr eine Pressekonferenz im Rathaus in Essen statt.

Quelle und Information: Verkehrsverbund Rhein-Ruhr - 12.06.2008: VRR kündigt Vertrag mit deutscher Bahn fristlos

Weitere Artikel zum Thema:
http://www.derwesten.de/nachrichten/2008/6/12/news-55147211/detail.html
http://www.rp-online.de/public/article/wirtschaft/news/577738/NRW-Bahn-mit-Rekordgewinn.html

Mittwoch, 11. Juni 2008

Boesner: Demokratie auch für ArbeiterInnen?

Pressemitteilung der IWW Köln

Protestaktionen vor Boesner-Fililaen in 5 Städten: Gegen die Verhinderung betrieblicher Interessensvertretung, gegen unbezahlte Mehrarbeit

Am Samstag dem 7. Juni 2008 fanden zwichen 10 und 13 Uhr Protestaktionen von den Filalen der Künstlebedarfskette boesner in Köln, Frankfurt am Main, Berlin, Wien und Graz statt. Es ging um die Verhinderung einer Betriebsratswahl im Januar 2008 in Köln und die Einführung der Samstagsarbeit am 7. Juni 2008 in der Kölner Filiale. Zwischen beiden Ereignissen besteht ein direkter Zusammenhang.

Es wurden Flugblätter an die Kundschaft verteilt, Redebeiträge gehalten, lautstark und sichtbar auf die Behinderung und Einschüchterung aktiver und kritischer ArbeiterInnen durch die Geschäftsleitung bei Boesner Köln hingewiesen. Nicht wenige Kundinnen und Kunden fühlten sich angesprochen und solidarisierten sich mit den Protestierenden.

Aufgerufen hatten die Industrial Workers of the World (IWW) im deutschsprachigen Raum. Die IWW ist in der Kölner Filiale durch Mitglieder vertreten und hat die versuchte Betriebsratsgründung in Köln in Zusammenarbeit mit der Belegschaft begleitet.


Betriebsratsgründung verhindert

In der Kölner Boesner-Filiale arbeiten ca. 25 abhängig Beschäftigte. Laut Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) dürfen sie einen Betriebsrat mit drei Mitgliedern (und drei Stellvertretern) wählen. Als eine Gruppe von Angestellten Anfang 2008 von diesem demokratischen Recht Gebrauch machen wollte, führte sich die Geschäftsführerin und Gründerin der Kölner Filiale, Carmen Gieselmann, auf, als wollte man sie enteignen und ihr Privatvermögen in eine gemeinnützige Stiftung überführen.

Der Paragraph 119 des BetrVG stellt zwar jegliche Beeinflussung einer Betriebsratswahl unter Strafe. Das kümmerte Frau Gieselmann allerdings wenig. Sie setzte zwei außerordentliche Betriebsversammlungen nach Feierabend an, auf denen sie - flankiert von ihren Günstlingen - die Belegschaft mit Drohungen und rhetorischen Manövern in die Ecke trieb und unter Rechtfertigungsdruck setzte. Es gab im wörtlichen Sinne Geschrei und Geheule. Zudem wurden Beschäftigte in Einzelgesprächen unter Druck gesetzt. Die massive Einflussnahme verfehlte ihre Wirkung nicht. Der aktive Teil der Belegschaft zog die Betriebsratswahl entnervt zurück, nachdem eine zunächst sicher scheinende Mehrheit abschmolz.


Zur Strafe: Samstagsarbeit

Die Einführung der Samstagsarbeit ist nun die Quittung für die abgebrochene Betriebsratswahl. Zur Abdeckung des 6. Arbeitstages gibt es bislang keine Neueinstellungen oder Wochenendzuschläge. Vielmehr wird die Personaldecke an den einzelnen Tagen verkleinert, so dass z. B. an der Kasse fortan 4 Leute stehen, anstatt wie bisher 5. Der Arbeitsdruck, der zu Stoßzeiten schon erheblich ist, wird sich somit weiter steigern.


Boesner-Holding: Expansion nach amerikanischem Vorbild

Die Boesner-Kette hat in Deutschland momentan ca. 24 Filialen. Nach unseren bisherigen Informationen gibt es lediglich in der Filiale Witten einen Betriebsrat. Warum ist das so? Über eine Holding versucht Boesner sein Business offenbar nach amerikanischen Vorbildern umzugestalten und weiter zu expandieren. So stoßen Pläne in der Belegschaft auf Ablehnung, nach dem Vorbild von Hamburger-Ketten und Baumärkten eine einheitliche Berufskleidung einzuführen, die aus selbstbewussten und individuell gekleideten Angestellten zum Verwechseln ähnliche durchgestylte Service-Sklaven machen soll. Betriebsräte sind vermutlich unerwünscht, weil sie die ungehemmte Expansion und beliebige Umgestaltung der Boesner-Kette bremsen könnten.

Wir fordern:

· Samstagsarbeit in Köln nur mit zusätzlichem Personal und Wochenendzuschlag oder gar nicht!
· Anerkennung des Rechts auf eine unabhängige betriebliche Interessenvertretung und gewerkschaftliche Organisierung!

Auch wir ArbeiterInnen können expandieren!

An diesen ersten Protesten nahmen Mitglieder der Industrial Workers of the World (IWW), der Freien ArbeiterInnen-Union (FAU) und der österreichischen Föderation der ArbeiterInnen-Syndikate (FAS) sowie aktive Mitglieder anderer Gewerkschaften teil.

Sollten bei Boesner in Köln die Rechte der ArbeiterInnen in Zukunft nicht respektiert, werden, sind wir willens und fähig, zusammen mit unseren FreundInnen und UnterstützerInnen den öffentlichen Druck weiter zu erhöhen, ihn auf zahlreiche Städte - auch außerhalb des deutschsprachigen Raums - zu erweitern.

Wir bitten um Berichterstattung!

Heiner Stuhlfauth / Delegierter der IWW Köln (stuhlfauth[a]wobblies.de)

PS: Die IWW Köln ist daran interessiert, Kontakt zu Beschäftigten aus anderen boesner-Filialen zu bekommen. Interessierte können unter folgender Mail-Adresse Kontakt mit den Kölner KollegInnen aufnehmen: boesner[a]wobblies.de .

Sonntag, 8. Juni 2008

Den 30. August 2008 zum Tag ohne Abschiebung machen!

Dezentraler Aktionstag ohne Abschiebungen – gemeinsam legen wir das Abschiebesystem lahm!

Überall in der BRD und Österreich werden wir um den 30. August 2008 herum blockieren, stören, verhindern. Unser Protest richtet sich gegen das System der Migrationskontrolle, gegen die Selektion von EinwanderInnen und gegen die Brutalität des Abschiebesystems.

Wir beharren dagegen auf dem Recht zu wandern, auf dem Recht zu bleiben, auf dem Recht auf Bewegungsfreiheit. Unsere Solidarität gilt den Verfolgten, den Illegalisierten, den Ausgebeuteten, den Abenteurern!

Wir legen das Abschiebesystem lahm – mit Aktionen an Abschiebeknästen und –lagern, bei Ausländerbehörden, auf Flughäfen und bei Profiteuren – bei allen Agenten der rassistischen Behandlung und Kontrolle von Menschen.

Wir erklären uns solidarisch mit allen, die für ein Bleiberecht kämpfen, die sich wehren gegen die Zumutungen der rassistischen Sondergesetze für Flüchtlinge und MigrantInnen, die Abschiebungen verhindern, die sich ihr Recht auf Bewegungsfreiheit nehmen.
Mit dem Aktionstag reihen wir uns ein in die alltäglichen Kämpfe um Würde und Rechte.

Mit Demonstrationen, Blockaden, Ämterbesuchen und kreativen Protestaktionen werden wir Sand ins Getriebe streuen. So wollen wir den Blick auf die Unmenschlichkeit der Zuwanderungsverhinderung lenken, auf die rassistischen Schikanen und Angriffe von Behörden, Polizei und Nazis und die Diskriminierung durch Sondergesetze wie Residenzpflicht, Abschiebehaft und Lagerunterbringung.

Beteiligt euch mit eigenen Aktionen am Tag ohne Abschiebungen – damit das Migrationsregime Geschichte wird!

Haltet euch auf dem Laufenden unter:
http://abschiebefrei.blogsport.de

Hintergründe von politischer Kriminalisierung BRD

aus der Fauchthunrundmail 8.6.2008

Hier zum Schluß noch ein interessantes älteres Video über die Unterstützungsarbeit der kriminalisierten Anti-Militaristen, die 2007 einige Monate unter dem Gummiparagraphen §129a inhaftiert waren: http://freundeskreis-videoclips.de/

Es vermittelt die Hintergründe von politischer Kriminalisierung seitens des Staates hier in Deutschland, legt Sinn und Zweck staatlicher Repression offen und zeigt Möglichkeiten auf, sich
erfolgreich dagegen zu wehren.
In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf den in Stuttgart Stammheim laufenden Prozeß gegen fünf vermeintliche Mitglieder der türkischen DHCP-C verweisen. Sie sind unter anderem nach § 129b angeklagt. Es ist das erste Mal, dass in Deutschland Aktivisten einer ausländischen
Organisation für Aktivitäten, die sich ausserhalb der BRD zugetragen haben, mit Terrorismusvorwürfen überzogen werden. Interessanterweise stützen sich die alleinigen "Beweise" auf Aussagen eines Agenten des türkischen Geheimdienstes, der vorher in Deutschland wegen Spionage bereits inhaftiert war. Nähere Hintergründe http://www.political-prisoners.net/home.php?id=29&lang=de&action=campaign

Besonders bedrohlich erscheint in diesem Zusammenhang die gesundheitliche Situation von Mustafa Atalay, der 2006 drei Wochen nach einer By-Pass Operation verhaftet wurde und seit dem in Isolationshaft in Stuttgart-Stammheim sitzt. Sein Gesundheitszustand hat sich dermassen verschlechtert, dass er an manchen Prozeßtagen nur sehr kurze Zeit verhandlungsfähig ist.
Ebenfalls am 5. Juli findet daher in Stuttgart eine Demonstration zur Unterstützung der fünf Gefangenen und gegen den § 129b statt.

Es ist sehr bedauerlich, dass große Teile gerade der politischen Linken einen in den 90ern stattgefundenen inner-organisatorischen Machtkampf dieser Organisation zum Anlaß nehmen, sich nicht zu verhalten. Dieser Prozeß ist ein Testballon, um zu sehen, wie weit die
politischen Rechte von Migrant_innen beschnitten werden können. Das Ergebnis wird in Zukunft Auswirkungen auf viele andere in diesem Land haben.

Internationalen RassistInnen-Kongress verhindern!

von AKKU - Antifaschistische Koordination Köln & Umgebung , 10.05.2008

anti-nazi.jpgVom 19. bis zum 21. September 2008 wollen RassistInnen und NeofaschistInnen aus ganz Europa in Köln einen so genannten "Anti-Islamisierungs-Kongress" durchführen.

Auf Einladung der selbsternannten "Bürgerbewegung pro Köln" wollen bis zu 1000 Rechte verschiedenster Couleur (vom klassischen Neonazi bis hin zum rechten Rand der CDU) unter dem Deckmantel einer vermeintlichen Islamkritik ihre Propaganda gegen Menschen anderer Herkunft und Religion verbreiten.

"pro Köln" ist eine extrem rechte Organisation, die seit Jahren in Köln und auch überregional rassistische Politik betreibt. Viele Funktionäre und Mitglieder von "pro Köln" kommen aus neonazistischen Parteien und Gruppierungen wie etwa der NPD, den "Republikanern" und der "Deutschen Liga für Volk und Heimat". In letzter Zeit hetzte "pro Köln" vorrangig gegen den Bau einer Moschee in Köln-Ehrenfeld und ging mit rassistischer und extrem rechter Propaganda auf Wählerfang.

Für den Kongress im September haben sich unter anderem Vertreter extrem rechter Parteien aus Österreich (FPÖ), Belgien (Vlaams Belang), Italien (Lega Nord), den USA (Robert Taft Group), Großbritannien (British National Party), Spanien und Ungarn angesagt. Außerdem soll der international bekannte Vorsitzende der extrem rechten Front National (FN) Jean Marie Le Pen anläßlich des Kongresses in Deutschland auftreten. Mit ihrem europaweiten Hetzkongress verfolgen die altgedienten Neofaschisten von "pro Köln" zwei Ziele: Erstens soll die die Zusammenarbeit extrem rechter Parteien aus ganz Europa ausgebaut werden.


Zweitens will "pro Köln" mit dieser Großveranstaltung den Wahlkampf für die NRW-Kommunalwahlen 2009 eröffnen.

Wir werden weder ein solches internationales rassistisches Treffen dulden, noch zulassen, dass "pro Köln/pro NRW" im Kommunalwahlkampf ungestört ihre rassistische Propaganda betreiben kann.

Daher rufen wir dazu auf, diesen Kongress zu verhindern!

Dies kann uns nur gelingen, wenn an diesen Tagen möglichst viele Menschen gemeinsam den Veranstaltungsort blockieren und den Rechten den Durchgang versperren. Bei aller Unterschiedlichkeit unserer politischen Ansichten verbindet uns dieses Ziel. Wir werden ihnen dabei unsere Entschlossenheit entgegensetzten und durch unsere Gemeinsamkeiten und Vielfalt unberechenbar sein. Mit dem Mittel des zivilen Ungehorsams werden wir "pro Köln" und Gefolge in die Schranken weisen.

Beteiligt euch an Massenblockaden rund um den Kongressort! Sie kommen nicht durch!

Kontakt: akku@riseup.netDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können
www.nazifrei.tk
www.koeln.antifa.net

Katakombensozialismus – Die Linke an den Hochschulen vor „68“

Veranstaltungshinweis

In Kooperation der RLS NRW mit attac campus bochum presents Vortrag und Diskussion mit Thorsten Koska "Katakombensozialismus - Die Linke an den Hochschulen vor "68"" am 10.06.2008 um 19.30 im Club der Evangelische StudentInnengemeinde, Kirchenforum an der Ruhr-Uni Bochum.

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Studenten und später auch StudentInnen an deutschen Hochschulen strikt nationalistisch ausgerichtet. Das brachte sie kurzfristig in Konflikt mit den „Landesherren“ der deutschen Kleinstaaten und in die Nähe demokratischer Ideen. Spätestens mit Gründung des Kaiserreichs entfiel jedoch jede Distanz zu autoritären, antisemitischen und „völkischen“ Positionen.

Erst im Zuge der Umbrüche, die unter dem Kürzel „68“ diskutiert werden, gelang es linksgerichteten StudentInnenverbänden, die Lufthoheit der Rechten und extremen Rechten an den Hochschulen zu brechen. Unter den Verbänden, die diesen Durchbruch erzielen konnten, ist der „Sozialistische Deutsche Studentenbund“ (SDS) bis heute der bekannteste.

Wie gelang es dem SDS, diesen Umbruch vorzubereiten? Unter welchen Bedingungen begann er seine Aktivitäten? Welchen Widerständen sah er sich gegenüber und von welche Verbündeten standen ihm Dabei zur Seite?

weitere Infos: http://AG68.rls-nrw.de

Antikapitalismus von rechts - Mythos oder Realität?

Veranstaltungshinweis:

Juni-Move Ya: Wie immer mit Drinks und veganem Essen zu kleinen Preisen in gemütlicher Atmosphäre. Open 19:00h / Vortrag 20:00h

Die Soziale Frage hat in der Agitation der extremen Rechten zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die NPD Niedersachen stellte ihren diesjährigen Landtagswahlkampf unter das Leitmotto “Sozial geht nur national”. Naziaufmärsche wenden sich verstärkt gegen Massenarbeitslosigkeit oder die Globalisierung. Die soziale Frage soll nationalisiert werden.

Doch neben der alt bekannten Hetze gegen ausländische MitbürgerInnen (”Arbeitsplätze zuerst für Deutsche!”) sind scheinbar neue Töne hörbar. Teile der NPD, ihrer Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten und vor allem die aktionistischen Netzwerke der Freien Kameradschaften haben sich einen “Antikapitalismus von Rechts” auf die Fahnen geschrieben. Ihre historischen Bezüge sind vielfältig: Mal beziehen sie sich auf die Idee eines “Preußischen Sozialismus”, mal auf den von Hitler 1934 ausgeschalteten NSDAP-Flügel um die Brüder Strasser, mal auf die Sozial- und Wirtschaftspolitik des NS-Staates. Dabei bleiben ihre Vorstellungen aber immer in der kapitalistischen Gesellschaft gefangen. Gefordert wird lediglich eine protektionistische Wirtschafts- und Handelspolitik oder ein Arbeitsmarkt, der sich nach rassistischen Prinzipien zu richten habe. Ihre Kritik an sozialen Missständen baut auf ihrem nationalsozialistischen Weltbild auf. Als Schuldige gelten nicht nur ausländische ArbeiterInnen, sondern vor allem Juden, die als “Strippenzieher” und “Weltenlenker” ausgemacht werden.
Trotzdem erreicht dieser “Antikapitalismus von Rechts” seine Zielgruppen und verhilft der NPD zu Wahlgewinnen, vor allem im Osten. Warum das so ist, welche Funktion der rechte Antikapitalismus erfüllt und wie mögliche Gegenstrategien aussehen können, soll auf dieser Veranstaltung diskutiert werden.

Wann: 19:00 Uhr

Wo: Hippiehaus Silberstr. 36, Dortmund

Was ist los bei STARBUCKS? - Sevilla: Arbeiterin der Gewerkschaft CNT-IAA entlassen

A-infos 8.06.2008

Am 24. April 2008 wurde unsere Genossin Mónica, eine Barfrau bei dem multinationalen
Kaffeehaus STARBUCKS, ohne Vorwarnung gekündigt. Der Bereichsleiter Tomás Pinto ist bekannt für unberechtigte Entlassungen. Er behauptet, dass ihr “Profil nicht den Anforde­rungen entspräche” und es zu “Reibereien mit den Kolleg/innen” gekommen sei. Überraschender­weise kam er zu dieser Beurteilung erst nach eineinhalb Jahren Mitarbeit.

Sicher ist nur, dass Mónica begonnen hatte eine Betriebsgruppe der Gewerkschaft CNT in der Firma zu gründen. Obwohl sie ihre Mitgliedschaft in der Gewerkschaft und ihre Rolle als Delegierte der Betriebsgruppe noch nicht offen mitgeteilt hatte, hatte sie während ihrer Zeit bei der Firma ihre Rechte und ihre Würde als Arbeiterin gefordert.

Zum Beispiel hatte sie sich an Ostern geweigert das doppelte ihrer üblichen Tagesschicht zu arbeiten, da es fraglich war, ob diese Arbeitszeit wie Überstunden bezahlt würde. Ausserdem hatte sie ihre Rechte verteidigt als sie sich weigerte an regelmäßigen Sitzungen teilzunehmen, die ausserhalb des Arbeitsplans stattfanden und weder mit Geld noch mit Freizeit ausgeglichen wurden.

Aber noch schlimmer kam es als die Manager herausfanden, dass sie Kontakt zu einem ent­lassenen Kollegen suchte. Die Geschäfts­leitung hatte sie mehrmals ermahnt, dass sie nichts bei den Gewerkschaften zu suchen hätte. Wenige Tage später wurde sie dann rausgeschmissen.


Vorgeschichte der Unterdrückung auch in den USA

Es ist nicht das erste mal, daß STARBUCKS diejenigen Arbeiter/innen bestraft, die sich gewerkschaftlich organisieren. In den Vereinigten Staaten, dem Herkunftsland dieses multinationalen Konzerns, gibt es eine lange Geschichte von Entlassungen - auch gegen die Arbeiter/innen der revolutionären Gewerkschaft IWW (Industrial Workers of the World).

Momentan kämpfen die Kolleg/innen der Gewerkschaft Starbucks-Union in Grand Rapids (Michigan / USA) gegen Diskriminierung wegen ihrer Gewerkschaftsmitgliedschaft.


Die CNT Sevilla kämpft für die Wiedereinstellung

Das Handels-Syndikat der Gewerkschaft CNT-IAA wird es nicht zulassen, dass unsere Genossin in ihrer Gewerkschaftsfreiheit unter­drückt wird.

Wir werden für ihre Wieder­ein­stellung kämpfen. Obwohl wir die Gesprächs­bereitschaft der Firma positiv bewerten, schließen wir nicht aus, dass wir in Kürze eine internationale Kampagne starten, die wir bereits vorbereiten. Dabei zählen wir auf die Solidarität der Mitgliedsorganisationen der Internationalen Arbeiter/innen-Assoziation (IAA) in über zehn Ländern, sowie auf die Solidarität anderer Basisgewerkschaften, wie der IWW.


Infos:

CNT-IAA Sevilla (Spanien), http://www.cnt.es/sevilla/
Internationale Arbeiter/innen-Assoziation (IAA), http://www.iwa-ait.org
Übersetzung: Anarchosyndikat ‘eduCat’, Köln/Bonn
http://anarchosyndikalismus.org

OFFENE UNI DIE 3. IM SOMMER 2008 in Bonn

Ein Angebot an alle… die lernen und leben wollen, denen die Fragen noch nicht ausgegangen sind, die wissbegierig sind und die der Blick hinter die Fassaden reizt … oder die einfach nur bei einem Kaffee über die Welt diskutieren wollen.

Für Nix und Nixen… da Bildung nicht käuflich ist. Bildung ist ein Prozess der Raum und Zeit zur Entwicklung braucht und erst im Austausch entsteht. Dazu bietet die Offene Uni eine gebührenfreie Möglichkeit.

Für Denker und Praktiker… ein abwechslungsreiches Programm aus Theorie und Praxis erwartet euch. Das Angebot reicht von Diskussionsveranstaltungen über Vorträge zu Workshops und künstlerisch / kreativen Tätigkeiten. Dazwischen gibt es viel Freiraum für gesellschaftskritische Gedanken, Ideen und Träume, zur Diskussion und natürlich zum Feiern.

Für Mitmacher… wie auch die letzten Male gibt es für jeden/jede die Möglichkeit die Offene Uni mit seiner / ihrer Sichtweise zu bereichern. Wer Lust hat einen Vortrag zu halten, einen Workshop zu organisieren oder das Unterhaltungsprogramm zu gestalten, der melde sich unter:

offene-uni[at]atomstromfrei.de

Veranstaltungen im Überblick

Veranstaltungstipp:

Großer Eröffnungsvortrag: Saral Sarkar, Buchautor von „Die Nachhaltige Gesellschaft - eine kritische Analyse der Systemalternativen“ spricht über Krisen und ihre Lösungen

Freitag der 27.06 um 19:00 im Hörsaal 17 der Universität Bonn

Freitag, 6. Juni 2008

Hausdurchsuchen bei Antifas im Saarland/BRD

Bericht der Antifa Saar

Am Mittwoch, dem 4. Juni 2008 wurden im Raum Neunkirchen/Saar bei insgesamt drei Antifaschisten Hausdurchsuchungen durchgeführt. Die Wohnungen wurden alle zeitgleich durchsucht. Insgesamt waren zehn Beamte des Landeskriminalamtes (Abteilung Staatsschutz) im Einsatz.
Wie sich herausstellte läuft gegen die drei Betroffenen bereits seit längerer Zeit ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der besonders schweren Brandstiftung, des Landfriedensbruch sowie der versuchten gefährlichen Körperverletzung. Gesucht wurde nach Vermummungsgegenständen, Schusswaffen mit Leuchtmunitionsaufsatz und Bestandteilen für so genannte Molotow- Cocktails.

Den Betroffenen wird vorgeworfen am 13. Januar an einer Aktion beteiligt gewesen zu sein in deren Verlauf der Neunkircher Naziladen ?First Class Streetwear? entglast und mit Farbe besprüht wurde. Die drei Antifas wurden zudem auf die Neunkircher Polizeiwache gebracht, einer erkennungsdienstlichen Behandlung unterzogen und teilweise über mehrere Stunden hinweg verhört. Die Hausdurchsuchungen sind nach Einschätzung der Jugendantifa Saar und der Antifa Saar/Projekt AK in Zusammenhang mit verstärkten Repressionsmaßnahmen gegen die Antifa-Szene im Raum Neunkirchen zu sehen. Diese hat sich in den vergangenen Monaten stark entwickelt und ist mit mehreren Aktionen an

die Öffentlichkeit getreten. Außerdem kam es in Neunkirchen verstärkt zu Auseinandersetzungen mit Neonazis. Neben zahlreichen Ermittlungsverfahren hat die Polizei einen so genannten szenekundigen Beamten eingesetzt, dessen Aufgabe in erster Linie darin besteht die Neunkircher Antifa Szene auszuspionieren. Dieser Beamte hat sich auch an den jetzigen Hausdurchsuchungen beteiligt.

Die Hausdurchsuchungen und die anderen Repressionsmaßnahmen lassen zur Zeit darauf schließen, dass es sich dabei um willkürliche Maßnahmen handelt die zur Einschüchterung und zur Durchleuchtung der Szene dienen sollen und weniger um die Folge konkreter Ermittlungsergebnisse.

Ziel und Zweck staatlicher Repressionsmaßnahmen sind auch immer die Be- und Verhinderung antifaschistischer Arbeit.

Macht keine Aussagen bei Polizei und Repressionsorganen!
Lasst euch nicht Einschüchtern!
Unterstützt die Betroffenen Antifaschisten und unterstützt eure lokale Antifa Gruppe!

Informationen und Quelle: http://www.antifasaar.de.vu

Donnerstag, 5. Juni 2008

Prozessbeobachtungsgruppe Rostock: Die Beobachtungen aus den G8

Verfahren bestätigen: Repression gegen G8 GegnerInnen ist willkürlich.

Pressemitteilung von gipfelsoli am 5.6.08

Nur knapp 3 % der Ermittlungsverfahren hielten juristischer Überprüfung stand.

Ein Jahr nach dem G8 Gipfel in Heiligendamm geht die Prozessbeobachtungsgruppe Rostock mit einer ersten vorläufigen Zusammenfassung der Repression gegen G8-Gegner an die Öffentlichkeit. Dabei bleibt festzustellen. „Es war mit gut 1000 Ingewahrsamnahmen, nahezu ebensovielen Platzverweisen, ca. 1600 Ermittlungsverfahren gegen zumeist nachweislich unschuldige G8-Gegner ein Gipfel der Superlative, was Repression, Polizei und Justizwillkür angeht“, so Dieter Rahmann von der Prozessbeobachtungsgruppe. Dass nur deutlich unter 3 % der eingeleiteten Ermittlungsverfahren einer juristischen Überprüfung vor Gericht standhielten und zu einer Verurteilung führten, belegt einmal mehr die Willkür des polizeilichen Ermittlungsapparates. Dass unter diesen 3 % allerdings auch solche Verurteilungen zu finden sind, wie Bewaffnung mit Kleinstschutzbrillen, usw. zeugt davon, dass es unter den Rostocker RichterInnen genügende gibt, die die Vorgaben der Staatsanwaltschaft vorbehaltlos übernehmen.

Dass aber ganz viele Verfahren auch nicht zu Verurteilungen führten, erklärt sich die Rostocker Antirepressionsgruppe mit dem öffentlichen Interesse an vielen Prozessen. Die z. T. sehr dilettantischen Ermittlungen der Polizei( protokollierende Beamte wurden als Zeugen aufgewertet, Beweismittel sind mehrfach verschwunden, plastikumwickelte Eddings wurden als Brandsätze in den Ermittlungsakten aufgeführt.) ließen den Richtern aufgrund öffentlichen Drucks nur noch den galanten Ausweg, das Verfahren einzustellen. „Wohl selten hat es ein politisches Großereignis gegeben, bei dem dermaßen viele Ermittlungsverfahren eingestellt wurden, was natürlich trotzdem bei den Betroffenen Kosten und Nerv bedeutet.“

Im Schatten der Strafprozesse stehen die unzähligen Verfahren vor dem Verwaltungsgericht um Platzverweise und Freiheitsentziehungen. Bislang sind fast alle Platzverweise, die von den Betroffenen angefochten wurden, von den Verwaltungsgerichten für rechtswidrig erklärt worden. Bei den Freiheitsentziehungen sieht es ähnlich aus. Nur die sehr geringe Anzahl von Freiheitsentziehungen, bei denen der Vorwurf des Landfriedensbruchs im Raum stand, wurden vom Gericht bestätigt. Nahezu alle anderen haben die Gerichte für illegal erklärt. Darunter sind zum Beispiel solche Fälle, dass schwarz gekleidete Personen, die im Raum Rostock mit einer Sonnen- oder Schwimmbrille oder einem Tuch, Handschuhen oder einer Regenhose etc. angetroffen wurden, für mehrere Tage in Polizeikäfigen eingesperrt wurden.

Erst jetzt – 1 Jahr nach dieser Polizeirepression – werden die Verfehlungen der Polizei Thema vor den Gerichten. Generell lässt sich feststellen, dass mehrere Anzeigen gegen Polizeibeamte von der Generalstaatsanwaltschaft ohne gewissenhafte Prüfung eingestellt wurden. Pauschale Begründung ist ein übergesetzlicher Notstand, der offensichtlich ein polizeiliches Handeln außerhalb gesetzlicher Normen erlaubt. Die Staatsanwaltschaft findet z. B. nichts Kritikwürdiges an der Festnahmepraxis von Polizisten einer Berliner Einsatzhundertschaft, den Festzunehmenden zu „beruhigen“, indem man ihm einen Faustschlag ins Gesicht verpaßt. Von den knapp hundert Anzeigen gegen Polizisten sind die meisten inzwischen mit ähnlich hanebüchenen Begründungen eingestellt worden. Bei anderen, wie z.B. bei der Wasserwerferbesatzung, die einem Demonstranten ein Auge verletzte, wird das Verfahren verschleppt.

Es werden neben der Anzeige gegen Polizisten einige sog. Fortsetzungsfeststellungsverfahren geführt, bei denen nicht ein eventuell strafbares Handeln einzelner Polizeibeamter überprüft, sondern die Rechtswidrigkeit des Polizeieinsatzes festgestellt werden soll. Meist geht es dabei um Freiheitsberaubung, die Unterbringung in Käfigen, sexuelle Demütigungen im Gewahrsam oder um Verlängerung des Gefängnisaufenthaltes, obwohl Richter die Freilassung verfügten usw. Diese Verfahren werden allerdings nach Auffassung der Prozessbeobachtunggruppe Rostock nicht ernsthaft angegangen. Zum Teil wird den Anwälten erst nach Monaten Akteneinsicht gewährt.

Die Repression vor, während und nach dem G8, die zugrunde liegenden Polizeistrategien, deren Weiterentwicklung und die Anzahl und Bewertung der Gerichtsverfahren werden Thema während einer Veranstaltung der Roten Hilfe Rostock am 7 Juni um 20 Uhr in der Petri Kirche Rostock sein, zu der Sie hiermit auch eingeladen sind.


ANHANG (Statistisches Basismaterial im Einzelnen)

Strafverfahren gegen G8 GegnerInnen:

Von den ca.1600 Ermittlungsverfahren waren Ende Mai gut 1496 bei der Staatsanwaltschaft Rostock angesiedelt, 48 davon befinden sich noch im Ermittlungsstadium. Von den mit Stand vom 15.11. eingestellten 1086 Verfahren sind 773 Verfahren eingestellt worden, weil Straftatbestände schlicht ausgedacht wurden, ohne Beweise dafür zu haben, lediglich 158 wegen geringer Schuld oder zu aufwändigen Ermittlungen, nur 21 Einstellungen wurden gegen Auflagen eingestellt. 65 Verfahren wurden von anderen Staatsanwaltschaften bearbeitet. Bis jetzt hatte es lt. Staatsanwaltschaft 176 gerichtshängige Verfahren gegeben, die in 84 Fällen zu einem Urteil führten. Daraus ergibt sich daraus eine Urteilsrate von ca 5 %.

Nach unseren eigenen Recherchen sind uns 61 Verfahren zum G8 vor den Amtsgerichten bekannt geworden, davon sind 23 durch Urteile und 16 durch Beschlüsse abgeschlossen worden, weitere 6 uns bekannte Verfahren laufen noch vor den Amtsgerichten, 3 Verfahren befinden sich in der Berufungsinstanz. Von 13 weiteren ehemals gerichtshängigen Verfahren wissen wir nichts. Von den 23 Urteilen waren 9 Haftstrafen zumeist auf Bewährung, ausnahmslos wegen schweren Landfriedensbruch. Es gab 4 Geldstrafen, eine wegen Beleidigung, eine wegen Verstosses gegen das Schutzwaffenverbot auf Demonstrationen, eine wegen Körperverletzung und eine wegen Landfriedensbruchs. Allerdings gab es auch 10 Freisprüche, und zwar vom Vorwurf der Vermummung(2), dem Schutzwaffenverbot(Beissschiene)(1), der Körperverletzung(1), des Hausfriedensbruchs(5) und der Nötigung(1)(in dessen Folgen 100 weitere Verfahren eingestellt werden mußten). Von den 32 Verfahrenseinstellungen fanden 16 vor Gericht und 16 im vorprozessualen gerichtlichen Schriftverkehr statt. Hauptsächlich wurden Verfahren eingestellt wegen Vermummung (8), Schtzwaffenverbot(6) und gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr (8). Obwohl wir uns um Auskunft bei Gerichten bemüht haben, wissen wir von vielen Prozessen nichts. Insbesondere sind dies „kleine Verfahren“, wie z. B. Bußgeldverfahren über 50 Euro, gegen den vermutlich noch nicht mal Einspruch eingelegt wird, weil die Prozesskosten viel höher wären.

Diese tauchen in unserer Statistik daher nur in sehr geringem Umfang auf. Trotzdem können wir aus den uns bekannten Gerichtsverfahren durchaus Plausibilitäts-rückschlüsse ableiten. Wenn man z. B. die Quote von 13 Verurteilungen bezogen auf 23 Urteile zugrunde legt, käme man bei der gleichen Quote bei 84 Verfahren auf ca. 47 Verurteilungen. Bei einer Gesamtzahl von 1600 bei der Staatsanwaltschaft anhängigen Verfahren wäre dieses eine Verurteilungsquote von unter 3 . Unter diesen 3 befinden sich aber nicht nur die sog „harten Gewalttäter“ sondern z. B. auch Verurteilungen wegen Mitsichführens von Sonnenbrillen, Handschuhen und Halstüchern, fernab von jeder Demonstration. Wenn die Staatsanwaltschaft lediglich von 84 Verurteilungen spricht, und nicht davon, welche Straftat dem zugrunde liegt, entwirft dieses ein sehr ungenaues Bild von der Anzahl der angeblich „harten Straftäter“. Immerhin gibt die sehr geringe Zahl tatsächlicher Verurteilungen einen deutlichen Hinweis darauf, daß die meisten Verfahren nicht geführt wurden, um Menschen zu verurteilen, sondern um einzuschüchtern und polizeiliche Masseningewahrsamnahmen zu rechtfertigen.


Freiheitsentziehungsverfahren

Von den gut 1000 Freiheitsentziehungen waren laut Auskunft des Amtsgerichtes Rostock in der Protestwoche 586 Gegenstand eines gerichtlichen Überprüfungsverfahrens. Lediglich 158 von der Polizei gestellte Anträge auf Gewahrsamsverlängerung wurden angenommen. Die übrigen Anträge wurden entweder abgelehnt(163) oder aber von der Polizei binnen kurzem wieder zurückgenommen(273), als sich abzeichnete, daß diese vor Gericht nicht standhalten würden. Gegen 102 der genehmigten Gewahrsamsverlängerungen wurden Beschwerden beim Landgericht eingelegt, 45 mal wurden die Gefangenen aufgrund eines folgenden Gerichtsbeschlusses entlassen, lediglich 15 mal wurde der Gewahrsam bestätigt. Von den 1000 Ingewahrsamnahmen sind es also tatsächlich gerade mal 7 %, die überhaupt eine überprüfte Rechtsgrundlage hatten.

Da viele Gefangene schon vor der Entscheidung über Entlassungsanträge freigelassen wurden, sind diese Anträge inzwischen zu Fortsetzungsfeststellungsklagen umgewandelt worden. Nach unserer Recherche sind inzwischen ein gutes Duzend solcher Fortsetzungsfeststellungsklagen anhängig, zumeist aus dem Fall der polizeilichem Massenfestnahme von 191 Personen am 7.6 im Wald von Wichmannsdorf.


Platzverweise

Von 11 uns bekannten Verfahren bezüglich der Platzverweise wurde bei 4 Verfahren die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Widerspruchs hergestellt. 2 Verfahren befinden sich in der Klage gegen die Polizei, bei den restlichen 5 Verfahren hat die Polizei die Rechtswidrigkeit der Platzverweise anerkannt, damit bleibt die Polizei auch auf den Verfahrenskosten dafür hängen.

Gerade bei Platzverweisen und Freiheitsentziehungen kann man auf ganzer Linie von einem totalen Mißbrauch dieser Instrumente durch die Polizei sprechen. Lediglich in ganz wenigen Fällen, bei denen Personen wegen schwerer Vorwürfen, wie z. B. Landfriedensbruch in Haft genommen wurden, sind die Ingewahrsamnahmen durch Gerichtsbeschluß bestätigt worden.

Eigene Strafanzeigen gegen einzelne Polizeibeamte Die meisten der ca. 100 gestellten Anzeigen sind bisher eingestellt worden.

Es laufen noch:

1 Anzeige wegen Körper(Augen)verletzung durch eine Wasserwerfereinheit
2 Anzeigen wegen Freiheitsberaubung, weil Gefangene trotz richterlicher Freilassungsanordnung länger eingesperrt blieben
1 Anzeige wegen Körperverletzung einer Journalistin
1 Anzeige wegen zu langer Haft, da der Verhaftete vor Gericht freigesprochen wurde
7 Anzeigen wegen Unterschlagung (von sichergestellten Sachen)
1 Anzeige wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung im Zuge einer Personenkontrolle in Vorderbollhagen
1 Strafanzeige wegen Mißhandlung

Fortsetzungsfeststellungsklagen auf Feststellung der Rechtswidrigkeit von Polizeieinsätzen Fortsetzungsfeststellungsklagen richten sich gegen
* Beschlagnahme von Geld (Polizisten eignen sich 50 Euro von einem Demonstranten an)
* von der Einbehaltung von Funkgeräten des Campschutzes Rostock
* 3 mal von sexueller Demütigung durch die Polizei im Gewahrsam
* Unterbringung der Gefangenen in Käfigen
* mehr als 9 mal Freiheitsberaubung im Zuge der Massenfestnahme im Wichmannsdorfer Wald.

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