Dienstag, 30. Oktober 2007

UNSERE SOLIDARITÄT GEGEN IHRE REPRESSION


Aufruf zur bundesweiten Demonstration am 15.12.2007 in Hamburg vom Demobündnis Hamburg

Nach einer Phase relativer und vermeintlicher Ruhe hat es in den letzten Monaten drei norddeutschland- bzw. bundesweite Durchsuchungen der Bundesanwaltschaft auf Grundlage des §129a StGB (Bildung einer terroristischen Vereinigung) gegen linke AktivistInnen und Strukturen gegeben.

Am 9. Mai 2007 waren 40 Objekte und insgesamt 18 Beschuldigte und sogenannte „Zeugen“ im Zusammenhang mit der Mobilisierung gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm von einer Durchsuchungswelle betroffen. Sie sollen nach Ansicht der Bundesanwaltschaft eine terroristische Vereinigung mit dem Zweck der Durchführung einer militanten Kampagne gegen den G8-Gipfel gebildet haben. Vier Wochen später, am 13. Juni, kam es zu einer weiteren Durchsuchungsaktion auf Grundlage des §129a gegen Personen aus Bad Oldesloe, Hamburg und Berlin. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, an antimilitaristischen Anschlägen beteiligt gewesen zu sein. Zuletzt wurden am 31. Juli vier Personen wegen der angeblichen Mitgliedschaft in der „mg“ (Militanten Gruppe) in Berlin festgenommen. Nur bei einem der Beschuldigten wurde nicht zuletzt aufgrund des großen öffentlichen Druckes der Haftbefehl zumindest vorübergehend außer Vollzug gesetzt. Die drei anderen Personen sitzen nach wie vor unter Sonderhaftbedingungen im Knast.


UNSERE SOLIDARITÄT GEGEN IHRE REPRESSION
GEGEN DEN KAPITALISTISCHEN NORMALZUSTAND

„Wir haben in den Busch geschossen, nun sehen wir weiter, was und wer sich dort bewegt“ (Zitat eines Ermittlers im Zusammenhang mit den Hausdurchsuchungen vom 9. Mai 2007)

Obwohl sich die Verfahren gegen unterschiedliche politische Zusammenhänge richten, macht die Willkürlichkeit der Ermittlungen deutlich, dass es der Staatsmacht um ein zusammenhängendes Ziel geht: die Durchleuchtung und Kriminalisierung linker Strukturen, mit dem Ziel sie zu zerschlagen.
Aus dem immensen Umfang der durchgeführten Überwachungs- und Durchsuchungsmaßnahmen resultiert die totale Offenlegung der Privatsphäre der Beschuldigten gegenüber staatlichen Behörden, aber auch gegenüber Mitbeschuldigten, ZeugInnen und AnwältInnen. Die ersatzweise Beschaffung beschlagnahmten Eigentums und die notwendige Inanspruchnahme anwaltlicher Unterstützung bringen zudem enorme finanzielle Belastungen mit sich. Auf diese Weise wird versucht, die Betroffenen zu Stillstand und Passivität zu zwingen.

Obwohl 95% der §129a-Verfahren vorzeitig eingestellt werden, führt die staatliche Repression dennoch dazu, dass die Beschuldigten und ihr politisches Umfeld von ihrem eigentlichen Vorhaben abgehalten werden: die Revolution zu machen…!


Das kann ja heiter werden…

Seit Jahren wird der Ausbau des Überwachungsapparates unter Nutzung immer neuer technischer Möglichkeiten weiter vorangetrieben. Einige Schlagwörter hierbei sind: Online-Überwachung, Vorratsdatenspeicherung, die Nutzung des Mautsystems zur Anlegung von Datenbanken oder die Speicherung biometrischer Daten auf Ausweisdokumenten. Zur allgemeinen Sicherheitsdebatte gehört auch der Einsatz der Bundeswehr im Inneren, die Diskussionen um den Abschuss ziviler Flugzeuge und um die gezielte Tötung sogenannter „Terroristen“. Begleitet werden diese Entwicklungen von einer erheblichen Ausweitung polizeilicher Befugnisse und einer Aufhebung der Trennung zwischen Geheimdiensten und Polizei, so basieren polizeiliche Ermittlungen heute zunehmend auf Erkenntnissen des Verfassungsschutzes. Die Lehren aus dem Nationalsozialismus, auf die sich die Trennung dieser Behörden einst bezogen, spielen keine Rolle mehr.

Als Legitimierung für den Ausbau des sogenannten „Präventivstaates“ und den Abbau bürgerlicher Rechte wird eine ständige Bedrohung konstruiert. Eine Politik mit der Angst vor dem Terror, u.a. inszeniert durch reißerische Medienkampagnen, in denen das Ausmaß der Bedrohung in immer neuen Superlativen präsentiert wird, soll den Nährboden für eine bereitwillige Abänderung der Grundrechte mit sich bringen.


Woher diese Angst?

Der Ausbau des modernen Sicherheitsstaates ist die Reaktion auf eine weltweite Zuspitzung sozialer Konflikte. Angefacht durch die erzwungene Öffnung von wenig entwickelten Märkten durch und für die führenden Industrienationen, treibt ein wachsender Konkurrenzdruck Menschen in noch größere Armut. Während regionale Verteilungskonflikte eskalieren, gibt es immer mehr Menschen, die in den Ländern der Verursacher Zuflucht suchen. Deutschland erlangt im Rahmen seiner EU-Politik im Kampf um Märkte und Ressourcen gleichzeitig eine geoplitische Machtausweitung. Aber auch im Inneren spitzt sich die Verteilungsungerechtigkeit zu: Der Kapitalismus ist durch die zunehmende ökonomische Konkurrenz nicht mehr gewillt, eine minimale Gewinnbeteiligung der Lohnabhängigen aufrecht zu erhalten. Die sozialen Komponenten des bürgerlichen Staates werden vielmehr gegen die Leitgedanken einer offensichtlich autoritären Formierung ausgetauscht, deren Inhalte von der Gesellschaft weitreichend bereitwillig akzeptiert und verinnerlicht werden.

Eine ideologische Kriminalitätsprävention ist ein elementarer Bestandteil dieser Formierung. So wurde mit Beginn der 90er Jahre eine Debatte um polizeiliche „zero-tolerance“-Konzepte initiiert, die vermeintliches oder tatsächliches sozial abweichendes Verhalten zur Ursache für zunehmende Kriminalität behauptete. Folgerichtig wurden auf kommunaler Ebene Sicherheits- und Sauberkeitsprogramme aufgelegt, mit denen u.a. Graffiti-Sprayer oder Obdachlose stigmatisiert und kriminalisiert wurden. Stadtentwicklungspolitische Ansätze orientieren sich an dem Gedanken, innerstädtische Bereiche als zu befriedenden Kern der Metropolen durch gezielte Maßnahmen so anzupassen, dass Menschen, die nicht in das Muster des „einwandfreien“ Bürgers passen, in die urbane Peripherie abgedrängt werden.


We want the whole bakery!

Die derzeitige Zuspitzung der sozialen Verhältnisse ist keine Krise des Kapitalismus, sondern das, was ihn ausmacht; sie ist dem System immanent. Dementsprechend dient die Hochrüstung des staatlichen Sicherheitsapparates neben einer generellen Aufstandsprävention vor allem der Aufrechterhaltung und Absicherung der ökonomischen Machtverhältnisse. Die staatliche Repression ist somit ein sichernder Pfeiler des Kapitalismus. Der Schlag gegen die Linke dient der Kriminalisierung einer Bewegung, die die skizzierte Entwicklung entschieden ablehnt und bekämpft. Doch nicht der Grad tatsächlicher oder vermeintlicher „Gefahr“ von links bestimmt staatlich repressives Handeln, sondern die Tatsache, dass überhaupt linke Widerstandsstrukturen existieren, ist für die Repressionsorgane Grund, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln anzugreifen.

Wir sind nicht gekommen, um uns zu beschweren. Denn wo immer Menschen die herrschenden Verhältnisse bekämpfen, wird staatliche Repression die Antwort sein.

Wir wollen die Verhältnisse, die den kapitalistischen Normalzustand immer wieder aufs Neue bedingen, überwinden. Wir betrachten den Kapitalismus mit seinem Prinzip der totalen Ökonomisierung der Lebenswelt als menschenfeindlich – als unseren Feind.
Unsere Utopie ist die einer menschlichen und solidarischen Gesellschaft und die der Freiheit aller Menschen von Ausbeutung und Unterdrückung. Unsere Perspektive ist die von emanzipatorischen, politischen und sozialen Bewegungen, lokal und global, die solidarisch und kollektiv die kapitalistischen Bedingungen konsequent ablehnen und ihnen Widerstand entgegen setzen. Genauso wie unser Kampf um Befreiung kollektiv und solidarisch geführt werden muss, muss auch unser Umgang mit staatlicher Repression sein. Nur gemeinsam werden wir Angriffe auf die radikale Linke beantworten und zurückschlagen können.

Die Demonstration am 15.12. in Hamburg soll zeigen, dass das staatliche Kalkül von Kriminalisierung, von Einschüchterung und Spaltung scheitern wird. Kommt zur Demonstration gegen Repression und Sicherheitsstaat! Zeigen wir ihnen auch auf der Strasse, dass wir die Verhältnisse zum Tanzen bringen können!

Axel, Florian und Oliver müssen raus!
Sofortige Einstellung aller Verfahren!
Freiheit für unsere gefangenen Genossinnen und Genossen!
Für die soziale Revolution weltweit!

Demobündnis Hamburg


Infos: http://www.antirepressionskampagne-hamburg.de
http://www.nadir.org/nadir/kampagnen/regierung-stuerzen/
http://de.indymedia.org/2007/10/198180.shtml

MFH-Bochum: feiert Zehnjaehriges / 10th anniversary / cumple 10 / dixiemme anneé

MEDIZINISCHE FLÜCHTLINGSHILFE BOCHUM FEIERT ZEHNJÄHRIGES BESTEHEN
MEDICAL CARE SERVICE FOR REFUGEES BOCHUM CELEBRATES 10TH ANNIVERSARY
AYUDA MEDICA PARA REFUGIADOS BOCHUM CUMPLE DIEZ
L'AIDE MÉDICALE AUX RÉFUGIÉS BOCHUM CÉLEBRE DIXIEMME ANNÉE

- Zehn Jahre medizinische Hilfe für MigrantInnen ohne Papiere
- Zehn Jahre Kampf für die Rechte von Flüchtlingen
- Zehn Jahre internationale Menschenrechtsarbeit
- Neun Jahre psychosoziale Versorgung von Überlebenden politischer Gewalt
- Fünf Jahre Kampagne "Gerechtigkeit heilt"

- Ten years of medical care for undocumented migrants
- Ten years of struggle for the rights of refugees
- Ten years of international human rights activities
- Nine years of psycho-social attendance for survivors of politically
motivated violence
- Five years of the campaign "Justice heals"

- Diez años de ayuda medica para inmigrantes sin papeles
- Diez años de lucha para los derechos de refugiados
- Diez años de actividades internacionales para los DDHH
- Nueve años de asistencia psicosocial para sobrevivientes de violencia
politica
- Cinco años de la campaña "La justicia es salud"

- Dix ans d'assistance médicale pour les sans-papiers
- Dix ans de lutte pour les droits des réfugiés
- Dix ans de travail international pour les droits de l'homme
- Neuf ans d'assistance psychosocial pour des survivantes de violence
politique
- Cinq ans de la campagne "la justice est santé"


Öffentlicher Empfang / Public reception / Acto publico / Acte public:

03. Nov. 2007
17:00 h
Bochum Museum

Kortumstr. 147
Bochum


Für mehr Information besuchen sie unsere Webseiten:
For more information see our websites:
Para más información visite nuestras páginas web:
Pour davantage d'information visitez nos pages web:

http://www.mfh-bochum.de
http://www.gerechtigkeit-heilt.de

Knut Rauchfuss

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Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V.
Engelsburger Str. 168
44793 Bochum
Germany / Alemania / L'Allemagne
Email: k.rauchfuss ät mfh-bochum.de
Tel.: +49 234 904 13 80
Fax.: +49 234 904 13 81
Internet: http://www.mfh-bochum.de
http://www.gerechtigkeit-heilt.de

Vertretungsberechtigter Vorstand:
Georg Eberwein, Marjan Aghaie und Christoph Quick
Registergericht: Amtsgericht Bochum
Registernummer: 3056

Montag, 29. Oktober 2007

Heiligendamm und die Folgen – eine Zwischenbilanz

Vortrag am Donnerstag, den 8.11.2007 von 19.00 bis 21.30 Uhr Auslandsgesellschaft NRW, Steinstr. 48, Dortmund (hinter dem Hbf)

Ulrike Donat wird die Polizei- und Sicherheitsstrategien in juristischer und politischer Hinsicht analysieren und darlegen, wie sich deren Auswirkungen in der täglichen anwaltlichen Arbeit fortsetzen. Sie wird eine Einschätzung dazu
vornehmen, wie sich derzeit der Umbau der Sicherheitsarchitektur in Deutschland
vollzieht.

Der präventive Sicherheitsstaat in Aktion:
* Heiligendamm als Experimentierfeld des präventiven Sicherheitsstaates?
* Ausnahme oder Aufbau einer neuen sicherheitspolitischen Architektur?

Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung, intensivierte Zusammenarbeit zwischen Polizei und Geheimdiensten, Bundeswehreinsätze im Innern, Vorverlagerung der Strafverfolgung, die Liste der umgesetzten oder geplanten Maßnahmen im Bereich der „Inneren Sicherheit“ ist lang.

Welche Auswirkungen die neuen Befugnisse staatlicher Behörden haben, wurde
während des G8–Gipfels in Heiligendamm deutlich. Bei den Protesten gegen den G8-Gipfel zeigte sich beispielhaft die Entwicklung zum präventiven Sicherheitsstaat mit der Folge der Ausweitung von Maßnahmen und Strategien, die rechtsstaatliche Standards untergraben. Die anwaltliche Arbeit vor Ort wurde
zudem massiv behindert.

Überwachung, Durchsuchungen, Freiheitsentziehungen - Maßnahmen, die
ausschließlich mit polizeirechtlichen Begründungen vorgenommen werden,
führen zur Einschränkung der Beschuldigtenrechte und reduzieren anwaltliche
Interventionsmöglichkeiten in anschließenden Strafverfahren. Rechtsanwältin
Ulrike Donat ist Polizeirechtsexpertin und war bei den Protesten gegen den
G8-Gipfel in Heiligendamm u. a. im anwaltlichen Notdienst tätig. Sie
wird ein Resümee aus den Erfahrungen des anwaltlichen Einsatzes in Heiligendamm
ziehen.

Veranstalter: RAV–Regionalgruppe NRW (Republikanischer Anwältinnen- und
Anwalteverein)

Sonntag, 28. Oktober 2007

Demonstration zum Frauen-Abschiebeknast in Neuss

Samstag 24.11.07 - 14 Uhr
Neuss Bahnhof-Hauptausgang
Marienkirchplatz

im Abschiebeknast in Neuss

"...du darfst jede Woche eine Stunde Besuch haben, du darfst jede Woche einmal anrufen, du darfst jede Woche einmal einkaufen, aber ich habe in 14 Tagen nur einmal angerufen! Und auch nur, weil ich ein bißchen deutsch spreche und mit Beamten reden kann. Viele Frauen können kein deutsch, sie kennen nur ihre Sprache.
Es gibt keine Dolmetscher im Knast. Keine Hinweiszettel in unterschiedlichen Sprachen, die Frauen wissen nicht Bescheid. Sie haben keine Ahnung, sie müssen warten..." berichtet die Abschiebegefangene Fatma Bag

weitere Infos:

www.aha-bueren.de
www.bueren-demo.de
www.gegenabschiebehaft.de
www.no-racism.net
www.fluechtlingsrat-nrw.de

Demonstration in Neuss
Samstag 24.11.07 - 14 Uhr
Neuss-Hauptbahnhof, Marienkirchplatz

Abschiebegefangene brauchen Unterstützung:
- Herstellenen von Öffentlichkeit,
- konkrete Unterstützung, siehe www.gegenabschiebehaft.de (Telefonkarten, Besuche, Spenden...)

Location:
Neuss Bahnhof-Hauptausgang Marienkirchplatz

Quelle:
http://thecaravan.org/node/1371

Samstag, 27. Oktober 2007

Wahlen in Argentinien

Veranstaltungen zu internationalen und entwicklungspolitischen Themen im November 2007 im Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108, Bochum

Am Mittwoch, 7.11. um 19.30 Uhr lädt der AK Lateinamerika ein zum Thema Wahlen in Argentinien und zeigt in diesem Rahmen den Film "Memoria del Saqueo" von Fernando Solanas

Die Regierung Carlos Menem (1989-99) hat hemmungslos das argentinische Nationaleigentum verschleudert, bis so gut wie nichts mehr übrig war. Sogar
Pinochet ließ mehr in der Staatshand Chiles. Fernando Solanas verdeutlicht mit seinem Film hervorragend, wer sich im Laufe der Geschichte wie bereichert hat,
welche politischen Kräfte beteiligt waren und wie sich das bis heute auswirkt.
Der Altmeister des lateinamerikanischen Kinos beschreibt in "Memoria del Saqueo" auf beeindruckende Art die katastrophalen Auswirkungen der Globalisierung.

Fernando Solanas zeichnet die argentinische Krise der letzten Jahre nach und zeigt beispielhaft auch für andere Länder die Folgen neoliberaler Politik. Dabei arbeitet er mit Beobachtungen, Betrachtungen, Interviews und Archivmaterial, um Themen wie Korruption und Verschwendung öffentlicher Gelder in Privatisierungen
zu thematisieren. Er setzt bei den Volksaufständen in Argentinien an, um zurückzublenden auf die Geschichte, die das reiche Land ruiniert hat, und um
aufzuzeigen, wie die Welt der Globalisierer funktioniert. Sie sind einzig an der kurzfristigen Gewinnmaximierung für sich selber interessiert. Und sie sind
austauschbar, dasselbe verlogen-verkrampfte Grinsen in Maßanzügen allüberall.
Die in Argentinien anstehenden Wahlen werden vermutlich die Machtverhältnisse nicht wesentlich ändern. Obwohl die derzeitige Regierung gute Ansätze in der
Außenpolitik und der Aufarbeitung der Militärdiktatur (1976-83) zeigt, unterscheidet sicht ihre Wirtschaftspolitik kaum von der vorherigen. Nach wie vor kommt es zu
sozialen Protesten und deren regelmäßiger Niederschlagung.

Zum Film [http:// www.trigon-film.ch/de/movies/Memoria_del_saqueo]


Am Sonntag, 18.11. haben wir um 11.00 Uhr (als Matineeveranstaltung gemeinsam mit der BISA und der medizinischen flüchtlingshilfe bochum)
Esther Mujawayo aus Ruanda zu Gast. Sie liest aus ihrem zweiten Buch "Auf der Suche nach Stéphanie" und spricht mit ihrer Lektorin Gudrun Honke über ihre schmerzhafte Konfrontation mit den Tätern des Völkermords 1994.

Esther Mujawayo hat 1994 den Völkermord in Ruanda überlebt. In ihrem neuen Buch Auf der Suche nach Stéphanie erzählt die Autorin, wie sie nach Ruanda
gereist ist, um die sterblichen Überreste ihrer Schwester zu suchen. Begleitet wurde sie bei ihren Nachforschungen von der algerischen Journalistin Souâd
Belhaddad, die Mujawayos Geschichte aufzeichnete. Auf der Suche nach Stéphanie ist bereits das zweite Buch der beiden Frauen nach Ein Leben mehr, das 2004 erschien und sich vor allem der Frage widmete: »Wie war das möglich?«

In Bochum liest Esther Mujawayo aus ihrem Buch und spricht mit der Lektorin Gudrun Honke über ihre schmerzhafte Konfrontation mit den Tätern und über die
Frage, ob die Überlebenden ihre Traumata bewältigen können, wenn sie mit den Mördern als Nachbarn weiterleben müssen.
Die Soziologin lebt heute in Deutschland und arbeitet als Psychotherapeutin mit Flüchtlingen, engagiert sich jedoch weiterhin auch in Ruanda, v. a. bei der
Witwenvereinigung AVEGA, die sie 1995 mitbegründet hat. Ihr erstes Buch Ein Leben danach wurde mit dem Ahmadou-Kourouma-Preis 2004 ausgezeichnet und fand viel Beachtung in den Medien. Auch ihre Lesung vor fast genau zwei Jahren in Bochum beeindruckte sehr und gehört sicherlich zu den „unvergessenen
Gesprächsbegegnungen“.


Neuerscheinung:

SEPTEMBERWEIZEN - der globalisierungskritische Klassiker - ist endlich auf DVD erhältlich und so in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit besser einsetzbar.

SEPTEMBERWEIZEN

Ein Film von Peter Krieg; D 1980, 96 Min, FSK 12; Deutscher Filmpreis 1981, Adolf Grimme Preis 1981
Als DVD bei der Edition Salzgeber - 19,90 Euro im delicatessen-Onlineshop: www.delicatessen.org/shop

Peter Kriegs globalisierungskritischer Klassiker SEPTEMBERWEIZEN ist ein Film über und gegen die Mythen, die sich um Weizen, Hunger und die ranken, die damit umgehen.

Josef von Ägypten ist der erste dieser mythischen Figuren um den Weizen. Seinen Ruf als Ernährer verdankt er im Grund einer gutorganisierten Spekulation gigantischen Ausmaßes. Selbst in der Darstellung der Bibel ist unschwer erkennbar, dass Josef die Hungersnot, der er seinen Ruf verdankt, selbst erzeugte. Josef der Ernährer ist die einzig durchgehende Figur in SEPTEMBERWEIZEN, und seine Legende, in den Kontext unserer Zeit gestellt, erweist sich im Lauf des Films als aktuelles Vorbild für viele moderne Josefs - Weizenhändler, Spekulanten, Politiker...

SEPTEMBERWEIZEN ist ein Film über den amerikanischen Weizen, der den Weltmarkt bestimmt -- die Methoden sind international, die Auswirkungen global. SEPTEMBERWEIZEN ist mehr noch ein Film über Hunger -- in den reichen Ländern der ersten wie in den armen Ländern der Dritten Welt.
Am Beispiel eines Nahrungsmittels wird nach den Ursachen des Hungers in einer Zeit des Überflusses geforscht, wird nach den Motiven gefragt, die Weizen zur Ware und zur Waffe, Menschen zu Opfern des Wohlstandes, Natur zum Feind werden zu lassen.
Der Film ist in sieben voneinander abgegrenzte Kapitel unterteilt, die vor allem Fragen stellen und Widersprüche aufzeigen sollen.

Nach und nach, vor allem durch Mundpropaganda befördert, füllte SEPTEMBERWEIZEN die Kinos bis hinein in die Provinz -- hielt sogar jahrelang den Besucherrekord in einigen Spielorten. Dann eroberte er die Bildungsarbeit und fand den Weg in viele Schulen. Er war neben den "Bewegungsfilmen" der Anti-AKW Gruppen sicher das prägendste dokumentarische Filmereignis der achtziger Jahre. Deutscher Filmpreis, Adolf- Grimme-Preis und zahlreiche Auszeichnungen im Ausland sind ein Beleg dafür. Auch in den USA lief die englische Fassung erfolgreich in Programmkinos, die New Yorker Village Voice setzte ihn gar auf die Liste der 10 besten Filme des Jahres 1980.

Auch heute ist der Film kein bisschen angestaubt, die Themen und Fragen, die er aufwirft, sind brandaktuell, und mancher wundert sich, dass schon vor 26 Jahren darüber so intensiv nachgedacht wurde...
Wir freuen uns, SEPTEMBERWEIZEN endlich auch als DVD veröffentlichen zu können!

Mehr Infos auf www.delicatessen.org/septemberweizen.html SEPTEMBERWEIZEN kann man für 19,90 Euro direkt über unseren Onlineshop
bestellen: www.delicatessen.org/shop.


„Klima der Gerechtigkeit“ – das Buch zum McPlanet-Kongress
diesmal inklusive DVD (Kongress-Dokumentation, 20 Min.), 192 S.,
12,80€. Hier online bestellen.


Die über 30 Aufsätze deutscher und internationaler AutorInnen aus Wissenschaft, Bewegung, NGOs, Politik und Wirtschaft geben die wichtigsten Diskussionen des Kongresses wieder und stellen durchaus spannende Fragen: Wer verursacht das Klimachaos, wer badet es aus? Wer darf wie viel verschmutzen? In welchem Verhältnis stehen Wirtschaftswachstum, Klimaschutz und Armutsbekämpfung? Was haben Klimachaos und Globalisierung miteinander zu tun?

Mit Beiträgen von Sven Giegold, Meena Raman, Martin Khor, Hans Diefenbacher, Carlo Jäger, Marcelo Furtado, Andrew Simms, Martin
Rocholl, Rebecca Harms, Sivan Kharta, Ulrich Brand, Reinhard Bütikofer u.v.m.

Auch wenn sichtlich vielen BesucherInnen im Rahmen dieses Kongresses häufig die Frage durch den Kopf ging: Moment mal, was ist eigentlich mit sozialer Gerechtigkeit? Und warum sind die aufgezeigten Fragen häufig in den Tenor gestellt, den Gürtel noch enger zu schnallen? Und für wen würde dies dann gelten?

Dementsprechend sollten LeserInnen kritisch mit den Beiträgen in diesem Büchlein umgehen und vielleicht Konzepte des Umweltschutzes mit der Frage nach sozialer Gerechtigkeit verbinden, denn das eine wird nicht ohne das andere zu erlangen sein.

Das Buch kann bestellt werden unter:
bestellen--http://www.attac.de/service/materialbestellung/shop/product_info.php?cPath=4&products_id=517
-- per Mail: buch@mcplanet.com
-- Das Buch ist darüber hinaus in jedem Buchladen erhältlich.

Das Inhaltsverzeichnis und die Einleitung bekommst Du hier:
http://www.vsa-verlag.de/vsa/pdf_downloads/VSA_McPlanet_3.pdf

"Unentgeltlichkeit" - Studiengebühren richten sich gegen den UN-Sozialpakt

Die in mehreren Bundesländern eingeführten Studiengebühren verstoßen nach Ansicht der Bildungsgewerkschaft GEW und des Studentenverbandes fzs gegen den UN-Sozialpakt. Dieser sei 1973 von Bundestag und Bundesrat ratifiziert worden und verpflichte die Bundesrepublik, den Hochschulunterricht möglichst jedem zugänglich zu machen. Ziel sei dabei auch "die allmähliche Einführung der Unentgeltlichkeit", betonten Vertreter von GEW und fzs am Montag in Berlin. Entgegen einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster sei der UN-Sozialpakt auch für Deutschland rechtsverbindlich.

Nach Auffassung von GEW und fzs verletzt die Einführung von Studiengebühren in Deutschland das durch den Internationalen Pakt für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (UN-Sozialpakt) gewährleistete Recht auf Bildung. Das ist das Ergebnis eines Berichts der beiden Organisationen an die Vereinten Nationen (UN).

In ihrem Bericht zeigen die Organisationen auf, welche Auswirkungen allgemeine Studiengebühren ihres Erachtens haben, die bereits in sieben Bundesländern eingeführt worden sind. "Der Hochschulzugang ist in Deutschland schon heute in besonderem Maße von der sozialen Herkunft abhängig. Studiengebühren verstärken die soziale Auslese und halten viele Schulabgängerinnen und Schulabgänger vom Studium ab. Wir brauchen endlich eine soziale Öffnung der Hochschulen", so Andreas Keller, im Vorstand der GEW für Hochschule und Forschung verantwortlich.

Die Möglichkeit der Kreditfinanzierung verringere die soziale Selektion durch die Gebühren nicht – die Aussicht auf einen immer größer werdenden Schuldenberg schrecke insbesondere junge Menschen aus Familien mit geringem Einkommen und aus Nicht-Akademikerhaushalten vom Studium ab, meint Keller.

Bundestag und Bundesrat haben den UN-Sozialpakt 1973 ratifiziert. Durch die Einführung von Studiengebühren verstießen die Länderregierungen gegen Geist und Buchstaben des durch den UN-Sozialpakt gewährleisteten Rechts auf Bildung, kritisiert der Münsteraner Rechtsanwalt Wilhelm Achelpöhler, einer der Verfasser des von fzs und GEW vorgelegten UN-Berichts. "Durch die Umsetzung des UN-Sozialpakts als Bundesgesetz ist das darin verankerte Recht auf Bildung Bestandteil unseres Bundesrechts geworden, das auch für die Länder verbindlich ist", so der Anwalt.

Die Bundesrepublik sei bereits im Zusammenhang mit der Einführung von Verwaltungsgebühren von dem für die Überwachung des UN-Sozialpakts zuständigen UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte gemahnt worden, keine zusätzlichen Gebühren einzuführen. Bis zum Sommer 2006 sollte die Bundesregierung dem UN-Ausschuss über den Stand der Umsetzung des UN-Sozialpakts berichten. fzs und GEW kritisieren, dass die Bundesregierung diesen Staatenbericht bis heute nicht vorgelegt habe.

"Als Nichtregierungsorganisationen (NGO) wenden wir uns daher direkt an die Vereinten Nationen und legen dem zuständigen Ausschuss in Genf einen eigenen Bericht vor. So machen wir auf die Verletzung des Rechts auf Bildung durch Studiengebühren aufmerksam", so Imke Buß, Mitglied des Vorstands des fzs. "Wir ersuchen die UN, sich die Situation in Deutschland genau anzusehen und fordern sie auf, ihre völkerrechtlichen Kontrollrechte auszuschöpfen und die Bundesrepublik Deutschland zu rügen."

Die Organisationen gehen davon aus, dass sich sowohl Bund und Länder als auch die Rechtsprechung im Falle einer Rüge durch die UN nicht länger über die Verbindlichkeit des im UN-Sozialpakt verankerten Rechts auf Studiengebührenfreiheit hinweg setzen könnten.

siehe auch: http://www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php?H=N&Nr=16815

Kein Krieg in Afghanistan -"Anti-Terror"-Einsatz der Bundeswehr beenden! Jetzt aktiv werden!

Der Bundestag stimmt Mitte November über das umstrittene Mandat Operation Enduring Freedom (OEF) ab, bei dem auch erneut deutsche Elitesoldaten des Kommando Spezialkräfte in Afghanistan eingesetzt werden können.

Seit sechs Jahren unterstützt die Bundesrepublik Deutschland diesen in der Öffentlichkeit immer umstritteneren völkerrechtswidrigen Krieg in Afghanistan. Afghanistan ist seitdem nicht befriedet. Im Gegenteil. Spätestens seit Mitte 2006 eskalieren die militärischen Auseinandersetzungen am Hindukusch, auch zunehmend mit deutscher Beteiligung.

In allen aktuellen Umfragen sprechen sich über 60 % der Befragten für eine Beendigung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr aus.
In allen Bundestagsfraktionen (bis auf die eindeutig ablehnende Linksfraktion) nehmen die Diskussionen über eine veränderte Strategie
mit weniger Militär zu.

Hier gilt es jetzt kurz und konzentriert nachzuhaken. Je mehr Menschen sich in den kommenden Wochen mit Briefen, mails und Anrufen bei ihren Abgeordneten mit ihrem Protest melden, desto größer wird die Chance, diesen Militär-Einsatz zu beenden. Diese Chance müssen wir auch deswegen nutzen, weil wir davon ausgehen müssen, dass die Situation 2008 noch
dramatischer wird.

Geben Sie diese Information deswegen bitte unbedingt an Ihre Verteiler weiter und/oder verlinken Sie Ihre Homepage mit unserer Aktionsseite.
Den Banner finden Sie unter: www.schritte-zur-abruestung.de/grafik/aktion.gif

a) Briefe an alle Bundestagsabgeordneten: www.schritte-zur-abruestung.de/aktion-04.htm
b) Briefe an die Delegierten des SPD-Parteitags 26.-28.10.:
www.schritte-zur-abruestung.de/aktion-03.htm
c) mailaktion an alle Abgeordneten:
www.schritte-zur-abruestung.de/aktion.php
d) Aufruf zu "call in"-days (wahrscheinlich vom 5.-8.11.):
www.schritte-zur-abruestung.de/aktion-02.htm

Hintergrundinformationen und Argumente finden Sie unter:
- www.schritte-zur-abruestung.de/aktion.htm;
- www.auslandseinsaetze-beenden.de

Diese Aktionen werden getragen von der Deutschen Friedensgesellschaft -
Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, vom Bundesausschuss
Friedensratschlag und der Kooperation für den Frieden

Roland Blach, Tommy Rödl, Monty Schädel und Joachim Schramm

Dieser Newsletter ist auch im Internet unter
- www.schritte-zur-abruestung.de/newsletter/anzeigen.php?index=59&bereich=
schritte verfügbar.

Monty Schädel, Berlin / Frankfurt-M.
Bundesgeschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte
KriegsdienstgegnerInnen

Frankreich: Gemeinsamer Appell zum neuen Europäischen Vertragsprojekt

Im Jahr 2005 haben die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land und in den Niederlanden die von den Staats- und Regierungschefs bereits beschlossene Europäische „Verfassung“ abgelehnt. In mehreren Ländern ist sie bisher nicht ratifiziert worden. Ende Juni 2007 haben die Staats- und Regierungschefs im Eiltempo ein Europäisches Vertragswerk auf den Weg gebracht, ohne öffentliche Debatte in der Bevölkerung, ohne Referendum.

Entgegen den Äußerungen von Nicolas Sarkozy handelt es sich dabei nicht um einen „Mini-Vertrag“. Unter anderem Namen und in anderer Form wird die Substanz der seinerzeit zurückgewiesenen Verfassung erneut präsentiert.

Entgegen den Äußerungen von Nicolas Sarkozy bleibt die „Anerkennung der offenen Marktwirtschaft, in der sich der Wettbewerb frei entfalten kann“, der Eckpfeiler des Europäischen Gebäudes, von dem alles andere abhängig ist. Keine der grundlegenden Forderungen, die in der Debatte um den Verfassungsvertrag erhoben worden waren, wurde berücksichtigt: Öffentlicher Dienstleistungssektor, Gleichheit von Mann und
Frau, Trennung von Kirche und Staat, Erhalt und Schutz der Umwelt und der nicht erneuerbarer Ressourcen, ein soziales Europa, Ablehnung von freiem Kapitalverkehr und Steuerdumping, Vormachtstellung und Mission der Europäischen Zentralbank (EZB), Politik des Friedens, demokratisches Funktionieren der Europäischen Union. Nichts von allem. Die öffentlichen Dienstleistungen werden weiterhin beherrscht von den Gesetzen der Konkurrenz. Der Verweis auf das „religiöse Erbe“ bleibt erhalten. Keiner der Punkte, die eine Verbesserung der sozialen Regelungen verhindern, ist entfernt worden. Umweltpolitik wird mittels ultraliberalistischer ökonomischer Prinzipien wirkungslos gemacht. Die Kompetenz der EZB bleibt die gleiche.

Die Einbindung der europäischen Verteidigung in die Politik der NATO, das heißt die Unterordnung unter die Vereinigten Staaten und die Militarisierung Europas, wird bekräftigt. Die Charta der „Grundrechte“, die an sich schon recht unzureichend ist, bleibt ohne jegliche praktische Relevanz. Und, wie durch den Verfassungsvertrag beabsichtigt, wird das gegenwärtige zutiefst undemokratische institutionelle System, nicht wirklich umgewandelt. Kurz gesagt, man findet alles, was dazu angetan ist, aus Europa eine Freihandelszone und ein Fördergebiet neoliberalistischer Politik zu machen anstatt dass es sich demokratisch gestaltet und auf einen neuen Weg hinweist, weg von der uneingeschränkten Herrschaft der
Multis und der Finanzmärkte.

Wir sind entschiedene Verfechter eines Europa, das sich von der Kontrolle der Finanzmächte frei macht, das aggressive Herrschaftsdoktrinen und militärische Interventionen ablehnt und sich einsetzt für einen Wandel in den internationalen Beziehungen, insbesondere zu den Ländern des Südens. Wir wollen ein Europa, das basiert auf der Zurückweisung jeglicher Diskriminierung, auf der Anerkennung der kulturellen Vielfalt und auf der Angleichung nach oben der sozialen Rechte, der Umweltnormen und des Verbraucherschutzes. Wir wollen ein Europa, das gegründet ist auf den Willen und die Souveränität seiner Bevölkerungen. Aus diesen Gründen lehnen wir den neuen Vertrag ab. Und wir schlagen folgendes Verfahren vor:
Es soll ein Grundlagentext erarbeitet werden im Ergebnis eines demokratischen, breiten und transparenten Prozesses. Diesem folgt dann die Ratifizierung per Referendum in den einzelnen Staaten.

Wir rufen all diejenigen, die ein solches Europa wollen, auf, aktiv zu werden, ihre Initiativen zu bündeln und die Kräfte zu vereinen, um so den tatsächlichen Inhalt des neuen Vertrages deutlich zu machen, um dieses Täuschungsmanöver anzuprangern und um eine neue Perspektive zu schaffen für ein wahrhaft demokratisches, soziales ökologisches und solidarisches Europa.

Um zu verhindern, dass die Bevölkerung ‚mauert’, will Sarkozy den neuen Vertrag auf parlamentarischem Wege beschließen lassen. Nichts spricht dafür, dass er das schafft. Die Bürger und die Abgeordneten, wie immer sie am 29. Mai 2005 auch gestimmt haben mögen, müssen verhindern, dass die Demokratie und der Volkswillen brüskiert werden und ein neuerliches Referendum verlangen.

16. Oktober 2007
Erstunterzeichner: AC ! - AlterEkolo - Alternatifs - ATTAC - Cactus La Gauche - Confédération Paysanne -Coordination des Groupes de Femmes Égalité - Coordination nationale des collectifs antilibéraux -Démocratie & Socialisme - Fondation Copernic - Forces Militantes - LCR - Marches européennes - MARS Gauche Républicaine - PCF - PCOF - Pour la République Sociale - Réseau Féministe Ruptures - Union desFamilles Laïques - Union syndicale Solidaires ...

Französischer Text : http://www.france.attac.org/spip.php?article7603
Übersetzung: Annegret Seiffert, coorditrad.attac.org und SiG-Redaktion

Oktoberplenum des Sozialforum Bochum

Lang nichts mehr gehört, denkt sich die eine oder der andere. Aber nun startet das Sozialforum in Bochum mit mehr Motivation in die lange Winterzeit und trifft sich am Montag, den 29.10.2007 um 19.00 Uhr im Sozialen Zentrum in Bochum. Das Plenum ist wie immer offen für neu Interessierte und Leute, die aktiv werden möchten.

Themen sind diesesmal:

- Globaler Aktionstag des Weltsozialforums am 26.1.2008

Seit 2001 findet (fast) jedes Jahr zeitlich parallel zum World Economic Forum in Davos ein zentrales Weltsozialforum (WSF) statt.
Beim WSF dieses Jahr in Nairobi wurde eingebracht und entschieden, dass es im Januar 2008 kein zentrales Weltsozialforum geben wird, sondern ein "Global Action Day", ein Globaler Aktionstag, im Rahmen des Weltsozialforums stattfinden soll. Ein Grund dafuer war unter anderem, dass lokale und regionale Strukturen im Weltsozialforumsprozess mehr Raum bekommen sollen. 2009 wird es wieder, diesmal in Belém in Brasilien, ein zentrales WSF geben.

Wie aber kann ein Globaler Aktionstag als eine gemeinsame transnationale Veranstaltung im Weltsozialforumsprozess aussehen, die gleichzeitig lokalen und unterschiedlichen Strukturen Platz für ihre Kontexte und ihre Ideen laesst? Welche Ideen - ob auf der europaeischen (ESF), der deutschen Sozialforumsebene (SFiD) oder der lokalen Ebene gibt es dafuer schon? Was sollte bedacht werden, wenn die lokalen Aktionen sowohl solidarische Gemeinsamkeit auf der globalen Ebene, Handlungsfähigkeit auf der EU-Ebene und/oder den regionalen Strukturen foerdern sollen?

Wie denken wir darueber und welche Ideen haben wir in Bochum, um einen Globalen Aktionstag inhaltlich und mit spannenden Aktionsideen zu füllen?
Laesst sich an die G8 Mobilisierung produktiv anknuepfen und in lokal-globales Handeln sinnvoll uebersetzen?

Beim Treffen wird es eine kurze Einführung in den Globalen Aktionstag des WSF (zur Charta der Prinzipien:
http://weltsozialforum.org/prinzipien/index.html) und in den Stand der Dinge hinsichtlich der bisherigen Ideen und Planungen geben. Dann aber wollen wir offen und engagiert, Ideen für uns Moeglichkeiten der Beteiligung in und aus Bochum sammeln und diskutieren.

- Filmfestival im Januar

- Aktivitäten zu Kinderarmut

Weitere Diskussionspunkte können wie immer auf dem Plenum eingebracht werden.

Friedhofsruhe in den Betrieben

Es soll nie wieder geschehen, dass BAYER-Arbeiter mit roten Fahnen durch das Werk ziehen" - so beginnt eine der legendären Denkschriften des ehemaligen BAYER-Generaldirektors Carl Duisberg.
Um nach der November-Revolution 1918 in in den Betrieben wieder "Ruhe und Ordnung" herzustellen, entwickelte er ein umfangreiches Programm von Zuckerbrot und Peitsche. Dieses Programm wirkte durchgreifend und strahlte auch aus auf andere Industriezweige: Deutschland wurde das Land mit den wenigsten Streiktagen weltweit, die chemische Industrie gar die Branche mit den geringsten Arbeitskämpfen.

Wandel seit 1990
Doch in den 90er Jahren kommt es zum Wandel. Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus in Osteuropa startet das Kapital durch und konfrontiert die Belegschaften mit Sozialabbau und tiefgreifendem Umbau der Konzerne. Auf gesellschaftlicher und politischer Ebene wird die Axt an den Sozialstaat gelegt, verbunden mit Militarisierung der Außenpolitik und Repression nach innen. Alles einzig zu Gunsten ungezügelter Profite und maximaler Ausbeutung.

Mit dabei der BAYER-Konzern
Auch bei BAYER wird im großen Stil umgebaut, gekürzt und gestrichen. Konzernbereiche wie AGFA, HC STARCK und LANXESS werden ganz abgestoßen, das betriebliche soziale System wird brutal zerschlagen.
Im Ergebnis bröckelt die Friedhofsruhe, selbst die domestizierte Gewerkschaft der Chemie-Branche, die IG BCE, muss ihr Stillhalten gegenüber der Konzernleitung aufgeben und Demonstrationen organisieren.

Widerstand gegen Konzernmacht
Auf unserer Jahrestagung wollen wir diesen Veränderungsprozessen nachgehen und die Perspektiven betrieblicher Kämpfe am Beispiel des BAYER-Konzerns erörtern.
Unser Netzwerk, die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG), ist seit 1978 Jahren aktiv. Es versteht sich als Teil der internationalen Widerstandsbewegung gegen Konzernmacht und kapitalistische Globalisierung. Unsere Jahrestagung soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Mut machen. Zu Gegenwehr und zum Einsatz für Alternativen.
Konkret und faktenreich. Aus der Praxis für die Praxis.


Tagung
Wegen Streik geschlossen!
Betriebliche Kämpfe am Beispiel des BAYER-Konzerns"

Samstag, 10. November 2007

Programm (Änderungen vorbehalten):

9.30 Uhr Anmeldung
10.00 Uhr Begrüßung/Einführung
Uwe Friedrich (Stadtplaner/Bonn)

10.15 Uhr Klassen - Kampf - Kompromiss - Kooperation, Grundlagen betrieblicher Kämpfe
Dr. Robert Steigerwald (Philosoph), Marxistische Blätter
11.00 Uhr Nachfragen und Diskussion

11.30 Uhr Betriebliche und gewerkschaftliche Kämpfe seit den 70er Jahren
Mag Wompel / Labournet
12.15 Uhr Nachfragen und Diskussion

14.30 Uhr IG BCE und BAYER - ein Schmuseverhältnis (neuerdings mit Spannungen)
Paul Kranefeld-Wied (BAYER Arbeitskreis der DKP)
15.15 Uhr Nachfragen und Diskussion

16.00 Uhr Arbeitskämpfe am Beispiel des BAYER-Konzerns
Axel Köhler-Schnura, Dipl.Kfm./ Düsseldorf (Coordination gegen BAYER-Gefahren)

16.45 Uhr Nachfragen und Diskussion
17.15 Uhr Schlußwort
Uwe Friedrich, Stadtplaner/Bonn (CBG)

ANMELDUNG und weitere INFOS:
Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG)
Postfach 15 04 18 * 40081 Düsseldorf
e-Mail: CBGnetwork(at)aol.com
Tel 0211 - 33 39 11
Fax 0211 - 33 39 40

Beirat
Prof. Dr. Jürgen Rochlitz, Chemiker, ehem. MdB, Burgwald
Dr. Sigrid Müller, Pharmakologin, Bremen
Prof. Dr. Anton Schneider, Baubiologe, Neubeuern
Prof. Jürgen Junginger, Designer, Krefeld
Dr. Erika Abczynski, Kinderärztin, Dormagen
Eva Bulling-Schröter, MdB, Berlin
Dr. Janis Schmelzer, Historiker, Berlin
Wolfram Esche, Rechtsanwalt, Köln
Dorothee Sölle,Theologin, Hamburg (gest. 2003)

Die Tagungsgebühr beträgt für Mitgl. 20 ? / für Nicht-Mitgl. 30 ? ohne Verpflegung und Übernachtung.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Zusammenfassung der Ergebnisse der "Versammlung der sozialen Bewegungen" beim zweiten Sozialforum in Deutschland

Cottbus, Sonntag, 21. Oktober 2007

Moderation: Angela Klein und Marion Scheier

Zusammenfassung: Willi van Ooyen

Angela Klein stellt einen Vorschlag für den Ablauf der "Versammlung der Sozialen Bewegungen" vor, wie er beim Vernetzungstreffen am Samstag, 20. Oktober 2007 im OSZ entwickelt wurde. Es soll nachdieser Übereinkunft keine vorbereitete Erklärung verabschiedet werden, sondern aus der Versammlung sollen Vorschläge, die bei den verschiedenen Veranstaltungen in Cottbus entwickelt wurden, in einer Zusammenfassung eine gemeinsame Orientierung für die sozialen Initiativen im Land für die zukünftige Arbeit bzw. Aktionen erstellt werden.

Folgender Ablauf wird vorgeschlagen und akzeptiert:

1.2.3.
Persönliche Bilanz des SFiD (ca. 45 Minuten):
Vorschläge aus den thematischen Bereichen, anschließend Ergänzungen

Ausgestaltung des Global Action Day am Samstag, 26. Januar 2008

Marion Scheier schildert ihre erste Eindrücke von der Vorbereitung und Durchführung des 2. SFiD. Sie berichtet wie es zu Beginn des Jahres 2006 zu einem ersten Treffen mit der bundesweiten Vorbereitungsgruppe gekommen sei. Nach der Bewerbung durch die Stadt Cottbus werden die regionalen Initiativen und Bewegungen befragt, ob eine solches SFiD vor Ort wünschens- und unterstützenswert sei. Unterstützer finden sich in Gewerkschaften und den sozialen Initiativen der Region, die ein solches Unternehmen als richtig empfinden. Die Unterstützung durch die Stadt Cottbus (auch nach der Wahl eines neuen Oberbürgermeisters) war im gesamten Prozess wichtig. Über Maßnahmen der Arbeitsverwaltung wurde zunächst ein, später eine zweite Mitarbeiterin im Ver.di – Büro Cottbus für die Organisation und Vorbereitung des SFiD beschäftigt. Es entwickelte sich in Cottbus ein gutes Team.

Die regionalen und bundesweiten Treffen fanden im Gewerkschaftshaus in Cottbus statt und es machte Spaß, die anstehenden Probleme gemeinsam zu lösen. Wir haben uns zu einem wirklichen Team – regional und bundesweit – entwickelt. Wir wussten, dass die Mobilisierung zum G 8 – Gipfel als wichtige Zwischenetappe von einigen von uns viel zusätzliche Kraft erfordern würde und die eigentliche konkrete Vorbereitung und Mobilisierung erst danach stattfinden konnte. Zunächst schleppend, dann aber ab Ende September wurden 160 Veranstaltungen– neben den Konferenzen – von den unterschiedlichen Initiativen angemeldet. Die internationale Kooperation – besonders die Zusammenarbeit mit polnischen und tschechischen Initiativen und Gewerkschaften – hat für uns die besonderen Schwierigkeiten in diesen Ländern erlebbar gemacht. Wir arbeiteten nicht nur gemeinsam, sondern sind uns auch menschlich näher gekommen. Auch die anfängliche Skepsis in Bezug auf das SFiD in der Region wurde allmählich überwunden. Die kommunale Unterstützung entwickelt sich zu einem wesentlichen Faktor in der Vorbereitung. Als Eindruck: Landtagsabgeordnete, denen das Programm zugeschickt wurde, wollten "eingeladen" werden. Selbständiges Einmischen war dort noch nicht bekannt. Auch die regionale Presse hat die Vorbereitung offensiv unterstützt. Besonders die Helfer/innen waren eine wichtige Stütze beim Gelingen des SFiD. Denen sollten wir besonders dankbar sein.

Nils (Tafelrunde):Forum war ein Erfolg, weil wir Lösungen gesammelt haben. Die Darstellung unserer Arbeit soll über Medien, Internet und Interaktion über verschiedene Formen der Visualisierung z. B. von www.SOULUT.net erfolgen. Auch: www.dasweil.org oder www.Logorhythmie.org und www.dasUR.org

Peter dankte der Vorbereitungs- AG für die geleistete Arbeit. Er sprach aber besonders die Probleme an, die die Sozialforumsbewegung habe. Ein Hauptproblem, dass z. B. die CampAG von Heiligendamm bei der Vorbereitung der Strategiekonferenz geäußert habe, sei der fehlende Anknüpfungspunkt an der Radikalität von Heiligendamm gewesen. Es fehlten die Aktiven aus Rostock.

Ilona (Erwerbslosenbewegung, Ver.di) betont, dass die Gewerkschaften das SFiD insgesamt aber auch einzelne Aktive der Erwerbslosenbewegung unterstützt haben. Die Mobilität der Erwerbslosen sei gegeben, Ver.di habe bei der Kostenübernahme (Reisekosten und Gebühren) geholfen. Interessant für sie war, dass Kontakte zu anderen Gewerkschaften stattfanden, Sie regte an, dass zukünftig dezentrale Informationsbüros den Austausch von Positionen und Aktionen ermöglichen sollen. Hartz IV Ablehnung war wichtiges Diskussionsthema in Cottbus.

Lutz (Grüne Liga, Cottbus) findet es sehr ermutigend, dass am Freitag in einer kleinen Ecke bei dem großen Forum schon mal diskutiert werden konnte, wie die Welt nach dem Kapitalismus konkret funktionieren kann. Demnächst dürfte die Allgemeinheit die produktiven Bedürfnisse entdecken, die der normale, gesunde Antrieb der Arbeitswelt und des Fortschritts sind. Damit dürfte der kapitalistische Konkurrenzkampf entfallen, der die Ursache von Umweltzerstörung und sozialer Ungerechtigkeit ist.

Jeder einzelne Mensch lebt von Natur aus im Grunde in einem Gleichgewicht von produktiven und konsumtiven Bedürfnissen. Deshalb gibt es keinen realen Grund zu Verteilungskämpfen um Güter oder Geld. Deshalb lassen sich in Zukunft soziale Konflikte prinzipiell friedlich lösen.

Judith dankt den Helfer/innen aber auch den Dolmetscher/innen, die geholfen hätten, Sprachbarrieren zu überwinden. Wichtig sei es gewesen in einer Region zusammenzukommen, die "als Betroffene" zu betrachten sei. Auch dass das Internationale betont worden sei und die Grenznähe gesucht worden sei, sei ein wichtiger Erfolg des SFiD. So wurde die Sozialforumsidee bekannt gemacht. Es gelte nun für Malmö (17. – 21. September 2008) zu mobilisieren. Notwendig sei nunmehr ein umfassender Austausch über die Ergebnisse. Dazu sollte die Homepage die Dokumentation durch Mithilfe aller Veranstalter als Instrument genutzt werden.

Andreas war positiv überrascht über die Aufnahme in der Stadt. Er erlebte die Wahrnehmung durch Presse als positiv. Einmischen gelte auch für "Mitglieder von Parteien, auch wenn Parteien selbst nicht als Organisatoren des SFiD auftreten sollten.

Reinhard (Gera) berichtet von170. Montagsdemonstrationen ("Weltmeister"), 70 % der Bürger seien unserer Meinung und können ihre Meinung nicht zur politischen Mehrheit verhelfen. Es gelte weiterhin Aktionen vorzubereiten und zu machen, Bürger anzusprechen und in der Praxis zu überzeugen.

Manfred gefielen die Workshops und inhaltlichen Veranstaltungen. Ihm fehlte die Vorstellung von Aktionen und Aktionsveranstaltungen und deren Auswertung. Es gelte zukünftig die guten Ideen zu multiplizieren.

Ralf zog eine positive Bilanz des SFiD für die Lausitz, der "Diaspora der Republik" in Sachen sozialer Gerechtigkeit. Er empfand das SFiD als ein gutes Signal für die Gewerkschaften und sozialen Initiativen in der Region. Das Sozialforum bleibe nicht ohne Nachwirkung in der Region.

Holger kritisierte das gegenüber den Weltsozialforen geänderte Motto,.In den Veranstaltungen habe er Hoffnungen gespürt, aber die Umsetzung sei nicht erkennbar gewesen. Er schlug vor, wieder zur WSF – Losung "Eine andere Welt ist möglich zurückzukehren.

Für Zisela war die Teilnahme an den Werkshops wichtig. Es gelte, Erfahrungen und Informationen auszutauschen, um regionale Synergien aufzubauen. Es sei wichtig gewesen, in Cottbus getagt zu haben. Sie wolle mithelfen in der Region die langfristige Zusammenarbeit zu organisieren.

Rainer kritisiert, dass in der Vorbereitung die "Konjunktur der Bewegung" nicht genügend beachtet worden sei. Die "Achtungszeichen" seien übersehen worden. Die Unterstützung der Gewerkschaften war wichtig, auch die Zurückhaltung mit der diese den sozialen Initiativen gegenüber aufgetreten seien.

Es hätten mehr Betroffene als Teilnehmer aus dem Bereich der sozialen Proteste bei der Demonstration präsent gewesen sein müssen. Es sei erforderlich, die Beteiligung an der Vorbereitung verbreiten. Es gebe nach dem SFiD Zweifel an der lokalen SF-Bewegung. Dies würde dann auch zu einem Rückschlag für das SFiD führen.

Willi nennt das Zusammenrücken von sozialen Bewegungen und Gewerkschaften als wesentliches positives Zeichen von Cottbus. Erkennbar sei die Unterstützung der Gewerkschaften gewesen; diese müsse dezentrale und zentrale weiterentwickelt werden. Ein nur schematisches Anknüpfen an die Erfahrungen von Heiligendamm sei nicht sinnvoll. Dies auch wegen der unterschiedlichen Aufgaben eines Sozialforums und der konkreten Protestaktion gegen den G8-Gipfel). Dennoch sei wichtig gewesen, dass bei beiden wichtigen Ereignissen für die Entwicklung der sozialen Bewegungen, es organisatorische und personelle Verbindungen gegeben habe.

Kritik wird an einem geplanten Auswertungstreffen geübt, das nicht an einem Wochenendtermin stattfinden soll. Die Treffen sollten genutzt werden, um neue Aktive einzubeziehen.

Eine fehlende Theorie der Sozialforumsbewegung wird beklagt. Das Sozialforum sei "Pfleger am Krankenbett des Kapitalismus". Über die Rolle des Staates müsse man neu nachdenken. Die Rolle des Menschen sollte neu bedacht werden.

Peter hält es für wichtig, die Vereinzelung von Menschen und Initiativen zu überwinden. Er knüpft an die Rede von Daniela Dahn an, die die Forderung "Prekarier aller Länder vereinigt Euch" als wichtige Orientierung gegeben habe.

Angela betont, dass es schwierig gewesen sei, zwei größere Kampagnen in einem Jahr zu organisieren. Es habe zu kurze Vorbereitungsphasen für Cottbus gegeben. Es müsse für die
Sozialforumsbewegung ein neuer Anfang gefunden werden, der längerfristig für ein nächstes Sozialforum in zwei Jahren die örtliche Verankerung und Mobilisierung in den Fokus nehmen müsse.


TOP 2. Vorschläge aus den thematischen Bereichen, anschließend Ergänzungen

Thema Klima

Richard sieht das SFiD als Prozess in dem jetzt das nächste Treffen vorzubereiten wäre. Er gibt zu überlegen, ob die Energiekampagne (attac), das Anknüpfungspunkte zu verschiedenen Themen des SFiD eröffne (Privatisierung, Klima, Rolle der Konzerne) in den Focus nehmen könnte: Die Arbeitsthese "Zerschlagt die Konzerne" sei fraglich. Dennoch sollten die vier großen Konzerne ins Blickfeld genommen werden. Eine Unterstützung der Kampagne könnte durch das Klimacamp erfolgen. (Erstes Vorbereitungstreffen in Kassel (10./11.11.07). www.wiki.klimacamp.org.


Globale soziale Rechte, +

Die weltweite Situation sollten wir in den Blick nehmen. Ein breiter Diskussionsprozess finde derzeit statt. Es gehe darum, den Prozess örtlich zu verankern. Die Diskussionen in der IG Metall, bei attac und medico soll auf einer Internet-Plattform gebündelt werden. Es stelle sich die Frage, wie ist Selbstbestimmung realisierbar, wie können Umsetzungsstrategien aussehen. Es sollten die Aneignungsrechte angegangen werden. Europa und die globale Situation sollten in einem Zusammenhang betrachtet werden. Eigentum an Produktionsmitteln müsse in Frage gestellt werden.



Europa

Es gibt fünf zentrale Initiativen Das ESF in Malmö sollte mit lokaler Mobilisierung vorbereitet werden. Dazu sollte die Web-Site des SFiD genutzt werden, um eine breite Debatte über europäische Initiative (Sozialcharta, Mindestlöhne) zu ermöglichen. Themenvorschläge fürs ESF sollen bis Ende November (1./2. Dezember 2007 EPA in Istanbul) www.esf2008.org eingehen. Ferner sollten Initiativen gegen das neue SDI überlegt werden.

Ferner sei der EU-Reformvertrag ein wichtiges Thema. Es ist ein Referendum zu fordern und über den Vertrag auf zu klären. Die Epas sollen thematisiert werden. Auf den globalen Aktionstag am 7.12.2007 (Lissabon) wird hingewiesen. Motto könnte für unseren Beitrag sein: "Für ein anderes Europa in einer anderen Welt". Ein ESF-Workshop hat zur Vorbereitung eine Initiative gebildet, die im Januar 2008 weitere Vereinbarungen treffen soll, um europäischen Widerstand zu organisieren.

Konkrete Aufgaben wurden angesprochen, bis Januar werden erste Ergebnisse erwartet.

www.stopepas.org; www.europe4all.org;


Nachwirkung G 8

Die CampAG will einen Perspektivenkongress vom 17. – 20. Januar 2008 vorbereiten (www.perspektivenkongress.org). Ein erstes Vorbereitungstreffen wird am 10./11.November 2007
stattfinden.


Gewerkschaftliche Tarifkämpfe

Die Sozialforumsbewegung sollte anknüpfen an die Kämpfe, die hier im Land stattfinden. Die gewerkschaftlichen Kämpfe besonders den Tarifkampf von Ver.di zu Beginn des Jahres 2008 sollten wir ernst nehmen und diese Tarifkämpfe politisieren. (Aber auch internationalen Kämpfe in Frankreich, Spanien, Schweiz, ...sollten dargestellt und deren Erfahrungen vermittelt werden. Die Radikalisierung und Internationalisierung der Kämpfe sehen wir als unseren Verantwortungsbereich. Auf den Beschluss zum politischen Streik (Verdi-Gewerkschaftstag, www.verdi.de ) wird verwiesen. Die örtlichen Initiativen sollen die Tarifkämpfe konkret unterstützen (Jugendliche einbeziehen, Hilfestellung für tägliche, praktische Aufgaben übernehmen, Erfahrungen vermitteln)



Erklärung der Konferenz "Für eine Politik des Friedens"

"Die Teilnehmerinnen der Konferenz „Für eine Politik des Friedens“ beim 2. Sozialforum in Deutschland bringen ihre entschiedene Ablehnung des heute in Lissabon von den EU-
Regierungschefs erarbeiteten so genannten „EU-Reformvertrags“ aus folgenden Gründen zum Ausdruck:

1. Das geplante Vertragswerk stimmt in allen wesentlichen Teilen inhaltlich mit dem in Frankreich und den Niederlanden abgelehnten EU-Verfassungsvertrag überein. Insofern ist die
Verabschiedung des Reformvertrags ein grober Verstoß gegen die demokratischen Grundregeln.
2. Auch der Reformvertrag schreibt eine neoliberale Wirtschaftspolitik und eine Militarisierung für die Europäische Union fest. Zum Beispiel wird im neuen Artikel 27.3 die
Aufrüstungsverpflichtung für die EU-Mitgliedstaaten festgelegt; im zukünftigen Artikel 27.7 wird die NATO als Bezugsrahmen für die EU-Militärpolitik ausdrücklich erwähnt.
3. Neu im Reformvertrag ist die Einführung eines eigenständigen EU-Militärhaushaltes (der so genannte „Anschubfonds“), den der bisher gültige Vertrag von Nizza nicht vorsieht.
4. Die EU-Rüstungsagentur wird durch den Reformvertrag erstmals vertraglich legitimiert.

Die Teilnehmerinnen sprechen sich für eine bundes- und europaweite Kampagne gegen die Ratifizierungen des „EU-Reformvertrags“ aus. Die Umgehung von Referenden in den Mitgliedsstaaten über den EU-Reformvertrag wurde deutlich kritisiert."
Diese Erklärung wird von der "Versammlung der Sozialen Bewegungen" per Akklamation unterstützt.


Hartz IV und das Recht auf Wohnen

Unter dem Motto "Erwerbslose in Bewegung" sollen Initiativen für das Recht auf Wohnen entwickelt werden. Eingefordert werden die Einstellung von Zwangsumzügen, Mietobergrenzen, der Stopp von Privatisierung öffentlichen Wohnraumes, die Altersarmut soll in diesem Zusammenhang thematisiert werden. Aktuell nimmt die Zahl der Betroffenen zu. Eine Vernetzung auf Bundesebene ist angestrebt.

Unterschiedliche Gruppen sollen einbezogen werden. Die Erwerbsloseninitiativen treffen sich zum Runder Tisch am 4. Dezember 2007 in Kassel. Ein Aktionstag am 29. Oktober 2007 in 25 Städten: www.die-soziale-Bewegung.de ist vorbereitet.


Gute Arbeit - Mindestlohn

Die Gewerkschaften haben eine Kampagne vorbereitet, Dabei sollen statt eines "Zweiten Arbeitsmarktes", ein gemeinsamer, einheitlichen Arbeitsmarkt zentral thematisiert werden.
Menschenwürde wie in Cottbus gefordert ist einzufordern. Der Mindestlohn soll durchgesetzt werden.
Besonders Frauen und deren Interessen sollen einbezogen werden.



Weitere Vorschläge:


Rüstungsausgaben weltweite Basen

Durch die aggressive US-Militärstrategie werden die Rüstungsausgaben drastisch erhöht. Weltweit wird ein Netz von Stationierungsorten und Kriegsführungszentren geschaffen. Deutschland ist dabei sehr wichtig (z. B. Ramstein) Es geht darum, den Zusammenhang von Rüstungsgelder mit der sozialen Frage verknüpfen. Auch die Klimafrage sollen wir mitdenken.
Das Friedensthema muss stärker in die Aktionsplanungen einbezogen werden.


Bildung

Das Thema sollte unbedingt mit aufgenommen werden. Die GEW wird eine Kampagne "Für das Recht auf Bildung, statt Bildung als Ware" starten, die von den sozialen Initiativen unterstützt werden sollte.
An diesem Thema sollten wir weiterarbeiten mit Blick auf das nächste Sozialforum.


Wiederaneignung

Die verschiedenen Initiativen sollten die aktuellen Kampagnen gegen die Privatisierung unterstützen (z. B. Wasser). Beispiel für gelungene Aktionen wie die Bahnkampagne (www.bahn-fuer-alle.de ) sollten wir mit neuen Ideen verbinden (Kommunalisierung, Volksabstimmungen, Bürgerbegehren ...)


3. Global Action Day 26. Januar 2008

Vorschlag: Es sollten eintägige Foren für eine örtliche/regionale gemeinsame Aktionsplanung angedacht und organisiert werden. Vernetzte Debatte sollten in die Städte transportiert werden. Idee, wie Menschen aus verschiedenen Zusammenhängen zusammenführt werden könnten sollten, eine örtliche Mobilisierung ermöglichen. Die technischen Möglichkeiten (Internet) sollten wir nutzen. Der unmittelbarer Austausch mit "kämpfenden Aktivisten" in den sozialen Auseinandersetzungen in Europa sollte erfolgen. Diese Kämpfe sollten debattiert werden.

Ein Kongress in München zum Thema "Deutschland im Krieg" ist angedacht. Die Verbindung Soziales und Krieg soll in Vorbereitung der Sicherheitskonferenz Anfang Februar 2008 in München angestrebt werden. www.sicherheitskonferenz.de

Der Ausschwitz-Gedenktag am 25. Januar 2008 soll bei der Aktionsplanung einbezogen werden.

Lokale Aktionen mit dem weltweiten Agieren der Kapitalmärkte (Davos) verbinden, In Hessen wird das 3. Sozialforum in Wiesbaden (24. November 2007) überlegen, ob nicht eine dezentrale Aktion (z. B. in der Bankenstadt Frankfurt) sinnvoll durchgeführt werden könnte.


Eine Resolution und Solidaritätserklärung für die streikenden Lokführer wird per Akklamation angenommen:

"Die Teilnehmer an der "Versammlung der sozialen Bewegungen" des 2. SFiD in Cottbus übersenden den im Streikkampf befindlichen Eisenbahnern und den Beschäftigten im Einzelhandel solidarische Grüsse. Wir wünschen Euch Erfolg. Haltet durch."

Den 26. Januar 2008 wollen die Initiativen popularisieren und öffentlich machen. Dazu soll ein kurzer Aufruf erarbeitet werden. Nicht generell in allen kleineren Orten sollen Aktionen eingefordert werden.
Die Initiativen sollen nicht überfordert werden.

Eine Idee war vor Ort die Ergebnisse von Cottbus bekannt zu machen

Ein Motto für den 26. Januar 2008 soll entwickelt werden.

Am Sonntag, 25. November 2007 Greifswalder Str. 4 (Haus der Demokratie) wird von 10.00 Uhr (bis 17.00 Uhr) eine Aktionskonferenz für den global action day stattfinden.


Erklärung aus der Konferenz "Für eine Politik des Friedens"
Cottbus, 19.10.2007

Die TeilnehmerInnen der Konferenz „Für eine Politik des Friedens“ beim 2. Sozialforum in Deutschland bringen ihre entschiedene Ablehnung des heute in Lissabon von den EU-Regierungschefs erarbeiteten so genannten „EU-Reformvertrages“ aus folgenden Gründen zum Ausdruck:

Das geplante Vertragswerk stimmt in allen wesentlichen Teilen inhaltlich mit dem in Frankreich und den Niederlanden abgelehnten EU-Verfassungsvertrag überein. Insofern ist die Verabschiedung des Reformvertrags ein grober Verstoß gegen die demokratischen Grundregeln.

Auch der Reformvertrag schreibt eine neoliberale Wirtschaftspolitik und eine Militarisierung für die Europäische Union fest. Zum Beispiel wird im neuen Artikel 27.3 die Aufrüstungsverpflichtung für die EU-Mitgliedstaaten festgelegt; im zukünftigen Artikel 27.7 wird die NATO als Bezugsrahmen für die EU-Militärpolitik ausdrücklich erwähnt. Neu im Reformvertrag ist die Einführung eines eigenständigen EU-Militärhaushaltes (der so genannte „Anschubfonds“), den der bisher gültige Vertrag von Nizza nicht vorsieht. Die EU-Rüstungsagentur wird durch den Reformvertrag erstmals vertraglich legitimiert.

Die TeilnehmerInnen sprechen sich für eine bundes- und europaweite Kampagne gegen die Ratifizierungen des „EU-Reformvertrags“ aus. Die Umgehung von Referenden in den
Mitgliedsstaaten über den EU-Reformvertrag wurde deutlich kritisiert.

Das klare Signal der Konferenz war:

NEIN zum erarbeiteten neoliberalen und militärorientierten EU-Reformvertrag!
Weiter Informationen unter: www.reformvertrag.de

Montag, 22. Oktober 2007

Zweifelhafte Ehre für Weiße Rose - In vollem Wichs gegen Rechts?

Artikel erschienen in der bzs am 28. Juni 2006

An der Uni- München beehrte der Cartellverband katholischer Studentenverbindungen (CV) die Gedenkstädte der Geschwister Scholl mit einem Besuch. Die StudentInnenvertretung sah nicht nur tatenlos zu, sondern ging auch noch mit sanfter Gewalt gegen Anti-Gebühren-Aktive und AntifaschistInnen vor.

Am Abend des 25.Mai trafen etwa ein Dutzend AntifaschistInnen im Lichthof der Münchner Universität ein. Ihr Interesse galt dabei nicht nur der solidarischen Unterstützung der etwa 20 StudiengebührengegnerInnen, die nach dem Vorbild studentischer Protestcamps unter dem Namen „Uni-WG“ mit Möbeln und Schlafsack in der Uni campierten. Sie wollten auch das im Lichthof der Uni aufgestellte Denkmal für die antifaschistische Widerstandsgruppe Weiße Rose und das Angedenken ihrer ermordeten Mitglieder davor schützen, von katholischen Verbindungsstudenten verhöhnt zu werden – wie ein Teilnehmer auf dem Internetinformationsdienst indymedia erklärte.


Strammstehen gegen rechts

Und in der Tat ist in höchstem Maße fraglich, ob der dann folgende Auftritt des Cartellverbands katholischer deutscher Studentenverbindungen (CV) dem Andenken ermorderter AntifaschistInnen gerecht wird. Uniformiert, in militärischer Formation und zum Teil bewaffnet nahmen etwa 800 Verbinder und alte Herren im Lichthof Aufstellung zu Kranzniederlegegung gemäß militärischem Zeremoniell. Neben der Art der Ehrung bleibt auch noch, nach den Ehrenden zu fragen. Schließlich hatten die alliierten Befreier die Studentenverbindungen nicht ohne Grund verboten, zu eng war deren Handeln bis Mitte der dreißiger Jahre Teil des Siegeszuges der Nazis gewesen.

Ermöglicht wurde dieser Auftritt vom AStA der Uni München, der die Barrikaden aus den Möbeln der »Uni-WG« wieder forträumte, mit denen die Antifas und einige GebührengegnerInnen das Denkmal zu schützen versuchten. Und es war wohl der AStA, der die Unileitung zu Hilfe rief, die schließlich zusammen mit der Polizei auch eine Sitzblockade verhinderte – unter Beifall der gewählten StudentInnenvertreterInnen. Die Antifas müssen sich schließlich – nach Aussage von Antifas „von der stellvertretenden AStA-Vorsitzenden nur widerwillig geduldet“ darauf beschränken, mit einem Transparent gegen den Auftritt der Verbinder zu protestieren. Fünf Antifas gerieten in die Fänge des polizeilichen Unterstützungskommando (USK) und müssen Anzeigen wegen Hausfriedensbruch befürchten.


Ein weiterer AstA-Skandal?

Damit steht bereits zum vierten Mal innerhalb eines Jahres eine StudentInnenvertretung wegen ihres fragwürdigen Umgangs mit der extremen Rechten in der Kritik. So sorgte der AStA der Universität zu Köln für Aufsehen, als AStA-Projektleiter Thomas Hartenfels vom Kölner RCDS nachgewiesen werden konnte, seine Vergangenheit als Nazi-Aktivist verschwiegen und nie mit ihr gebrochen zu haben. Immerhin begrenzte der AStA den Schaden durch eine zügige Entlassung Hartenfels. Zu einer solchen war die StudentInnenvertretung der FH Augsburg nicht bereit, als ihr nachgewiesen werden konnte, dass sie mit Alexander von Webenau einen langjährigen und hochrangigen Funktionär der NPD in ihren Reihen hatte. Von Webenau solle lediglich nicht wiedergewählt werden, könne seine Amtszeit aber zu Ende bringen, so die StudentInnenvertretung. Einem Ausschluss aus der bayrischen LandesAStenKonferenz kam sie durch Austritt zuvor. Da war das Festhalten an einem Nazi wohl wichtiger als gemeinsame Arbeit gegen Studiengebühren. Weniger gravierend, aber gleichfalls ohne jegliche Konsequenzen bleib bislang ein vom AStA der Bochumer Ruhr-Universität zu verantwortende Datenschutzskandal. Auf bislang ungeklärte Art und Weise gelangten vertrauliche Informationen über AntifaschistInnen an die Bochumer NPD. Die Forderung von zahlreichen StudentInnenvertretungen, Hochschulgruppen und Gliederungen eines Parteijugendverbandes nach Rücktritt des AStA-Vorstandes blieb folgenlos, da in Bochum turnusmäßig ein neuer AStA gewählt wurde. Ein Appell der bochumer studentInnenzeitung bsz, die StudentInnenschaft der RUB müsse – vertreten von wem auch immer – Verantwortung für der Skandalübernehmen, verhallte bislang ungehört.


Ausschlüsse gegen Antifas?

Der AStA der Uni München zeigt sich bislang vor allem kopflos . Im Anschluss an die Vorfälle im Lichthof der Uni beschloss der AStA gar in einer regulären Sitzung, Ausschlussverfahren aus der StudentInnenschaft gegen die AntifaschistInnen zu prüfen. Auch wenn dieser Beschluss wohl nicht ausgeführt werden wird, berichten AktivistInnen aus München, der AStA sei weit davon entfernt, Fehler einzugestehen und sich bei den AntifaschistInnen zu entschuldigen. Immerhin lässt der AStA der Uni München keinen Zweifel an seiner ablehnenden Haltung zu studentischen Verbindungen, er plant verbindungskritische Veranstaltungen und möchte eine neue Informationsbroschüre für ErstsemesterInnen erstellen. Die Fehler des Münchner Uni-AStA waren auch schon einige Tage zuvor eingeleitet worden und stellen im Wesentlichen Reaktionen auf das skandalöse Verhalten der Unileitung dar. Diese hatte, Berichten von AStA-Aktiven zufolge, die Veranstaltung des CV am Denkmal genehmigt und die Uni-WG sollte den VerbinderInnen weichen. Alte Herren, die Studenten spielen statt echtem Engagement von StudentInnen. Den AStA-Aktiven zufolge tauchten CVer mit einem entsprechenden Schreiben der Uni beim AStA auf, woraufhin der AStA sich an die Uni wandte, um einen Kompromiss auszuhandeln. Das Ergebnis war dann fein austariert: Die Uni-WG bleibt, muss sich aber auf eine Hälfte des Lichthof beschränken. Der AStA sagte zu, dass Störungen, der Verbinder-Veranstaltung, selbst Missfallensbekundungen, unterbleiben sollen. Er stand dabei unter dem Eindruck massiver Drohungen der Unileitung. Nicht nur die Uni-WG war in Gefahr, sondern auch das studentische Sommerfest, eine Haupteinnahmequelle für den AStA. Und dies würde die Unileitung „ausfallen lassen“, so die unverholene Drohung der Unileitung. Diese Zugeständnisse wurden im Vorfeld telefonisch dem CV gegenüber bestätigt, was auf dessen Homepage als „’Gentlemen Agreement’ zwischen CV, AStA und Antifa“ abgefeiert wird. Wobei es natürlich fraglich ist, ob ein Handeln unter solchem Druck überhaupt als „Agreement“ anzusehen ist.

Solche Vereinbarungen sollten in dieser Form eigentlich nicht zustande kommen“, kommentierte jedenfalls ein Aktivist des AStA der gleichfalls in München ansässigen Katholischen Stiftungsfachhochschule (KSFH):. „Und wenn? Dann darf eine Studierendenvertretung nicht gegenüber ihren eigenen Mitgliedern die Durchsetzung einer solchen Vereinbarung ernsthaft einfordern.“ Sinnvoller wäre gewiss ein gemeinsames Vorgehen von AStA, Antifas und weitere Verbündeten gegen die Hochschulleitung.


Verbinder sind auch nur Österreicher

Beteiligt an der „Ehrung“ im Lichthof war neben dem deutschen CV auch seine Schwesterorganisation ÖCV, denn beide Verbände feierten ihr 150jähriges Bestehen. Die Wege der deutschen CV-Verbindungen hatten sich erst 1933 von denen der Österreicher getrennt, als die katholischen Organisationen in Deutschland ihren Frieden mit den neuen Nazi-MachthaberInnen machten und der CV wie andere katholische Organisationen bis zur Auflösung gleichgeschaltet wurde – einschließlich Einführung des Führerprinzips und Versuchen der Annäherung an den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund.

In Österreich hingegen standen Kirche und Regierung auf allerbestem Fuß miteinander, und entsprechend blieben der dortige CV noch bis 1938 „Lieferant“ für politisches Führungspersonal. Dem tat auch keinen Abbruch, dass sich 1932-1934 in Österreich der antidemokratische „Ständestaat“ etablierte. Das Parlament und das Verfassungsgericht wurden ausgeschaltet, eine Pressezensur eingeführt, die sozialdemokratische und die kommunistische Partei verboten, politische Gegner in „Anhaltelagern“ inhaftiert. Der ÖCV war mit den Eliten dieses „austrofaschistischen“ Regimes eng verflochten. ÖCVer stellten in verschiedenen Gremien des Regimes einen hohen Anteil, im Bundesrat soll er bei 90 Prozent gelegen haben. Im Gegenzug räumte der ÖCV dem Regierungschef Dollfuß ein Mitspracherecht bei der Besetzung von ÖCV-Funktionen ein. Die Nazis verboten die ÖCV-Verbindungen schließlich nach dem deutschen Einmarsch. Dass dem Andenken der Widerstandskämpfern der Weißen Rose durch das Auftreten von CV und ÖCV an der Uni eine Würdigung widerfährt, darf zurecht bestritten werden.

Sonntag, 21. Oktober 2007

Bundeswehr-Wegtreten

Seit 2005 ist die Initiative Bundeswehr-Wegtreten (nicht nur) in Köln aktiv und reagiert mit kreativen Störaktionen und Kommunikationsguerilla auf die monatlichen stattfindenden Werbe- und Beratungsveranstaltungen der Bundeswehr an den Bundesagenturen für Arbeit. Die Termine der WehrdienstberaterInnen liegen/hängen öffentlich in den Berufsinformationszentren (BIZ) für das jeweilige Halbjahr aus und können unter http://mil.bundeswehr-karriere.de eingesehen werden. Denn die Bundeswehr versucht sich als ganz normaler Arbeitgeber zu präsentieren – mit zunehmenden Erfolg und deckt ihren aktuellen RekrutInnenachschub ab.

Das Ziel der Initiative Bundeswehr-Wegtreten ist es die Bundeswehr in ihrem Streben nach gesellschaftlicher Akzeptanz und ihrer Selbstinszenierung im öffentlichen Raum zurückzudrängen und sie nach ihrem Motto „Wer die Öffentlichkeit sucht, muss sie auch ertragen!“ dort anzugreifen. Eingreifen in die derzeit offenbar gut geschmierte Rekrutierungsmaschinierie der Bundeswehr bedeutet mehr als das konkrete Abwerben einzelner potenzieller SoldatInnen. Es geht um das generelle Zurückdrängen einer Bundeswehr, die sich zunehmend unangegriffen im öffentlichen Raum zu Hause fühlen darf. Eine unwidersprochene Alltagspräsenz des Militärs spiegelt nicht nur sondern prägt auch gesamtgesellschaftliches Bewusstsein zugunsten einer fortschreitenden Militärisierung des Außen und Innen.


Hierbei kommen auch die massiven Benachteiligungen der Hartz IV Gesetzgebungen vor allem für die unter 25-Jährigen Arbeitslosen den offensiven Rekrutierungsbemühungen bezüglich dieser Altersgruppen der Bundeswehr entgegen. Unter 25-Jährige Arbeitslose sind verpflichtet bei ihren Eltern wohnen zu bleiben, so lange keine schwerwiegenden Gründe für einen Auszug vorliegen. Sie werden mit ihren Eltern zusammen als Bedarfsgemeinschaft definiert und erhalten (wenn überhaupt) nur noch ein abgesenktes Arbeitslosengeld II von 276 (statt 345) Euro. Seit Anfang 2007 im so genannten Fortentwicklungsgesetz sind noch weitere Beschneidungen rechtskräftig geworden. Bei der ersten „Pflichtverletzung“ erhalten U25 Arbeitslose bereits für drei Monate keinerlei Geldleistungen mehr, hierbei genügt es, wenn sie einen Ein-Euro-Jobs bzw. eine andere (Zwangs-)Maßnahme ausschlagen oder auch nur unzureichend innerhalb des Profilings kooperieren. Sachleistungen können dabei immerhin noch gewährt werden. Damit sind U25 Arbeitslose den schärfsten Sanktionierungen zur Durchsetzung des Workfare-Prinzips ausgesetzt: "Nur wer arbeitet, soll auch essen."
Auch an Schulen versucht die Bundeswehr vor allem durch Jugendoffiziere unvermindert frühzeitig Nachwuchs, u.a. für die Offizierslaufbahn inklusive Studium ohne Studiengebühren bei "anständigem" Sold zu rekrutieren.


Termine in NRW:
29. Oktober 2007 Köln um 20.00 Uhr US-Stimmen gegen den Krieg, Alte Feuerwache, Melchiorstr., großer Saal
[vormittags 11-13 Uhr SchülerInnenveranstaltung +14:30 Uhr Pressegespräch]


Chris Capps war bis 2006 als US-Soldat im Irak. Im März 2007 (unmittelbar vor einem Einsatz in Afghanistan) desertierte er. Im Mai 2007 wurde er aus der US-Armee entlassen und lebt nun in Deutschland. Er wird über seine Erfahrungen im Irak berichten.
Aimee Allison (verweigerte während des II. Golfkrieges 1991 den Kriegsdienst) berichtet über die Anti-Kriegsaktivitäten der US-Friedensbewegung über die Arbeit zur Unterstützung der Kriegsdienstverweigerer und die Anti-Rekrutierungskampagne.


31. Oktober 2007 Köln um 20 Uhr Bürgerliche und anarchistische Friedenskonzepte: Bertha von Suttner und Pierre Ramus, Naturfreundehaus Kalk, Kapellenstr. 9a, (junge linke köln)

Mit dieser Antimilitarismusveranstaltung richtet sich die junge linke köln gegen das alljährliche Internationale Militärmusikfestival in Köln. Als Wohltätigkeitsveranstaltung auf höchstem Niveau preist die Bundeswehr das Militärmusikfestival, um ihre eigentlichen Aufgaben und Ziele in der Öffentlichkeit zu verharmlosen. Doch die Aufgabe der Bundeswehr, wie aller Streitkräfte, ist nicht das Musizieren, sondern das Führen von Kriegen.
Zwei Aktive aus dem Umfeld der Graswurzelrevolution stellen markante Vertreter zweier Hauptlinien einer breiten europäischen Friedensbewegung mit Originaltexten vor: die Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner und den libertären Antimilitaristen Pierre Ramus.
Veranstalterin: junge linke köln und Verlag Graswurzelrevolution


6. November 2007 Köln „No Militainment – No Army“ - Militärmusikfestival abblasen
Kölnarena, Unter dem zynischen Motto „Klänge für den Frieden“ zelebriert die Bundeswehr zum 7. Mal das Internationale Militär Musik Festival. KriegsgenerInnen laden draußen „zum Tanz“.


Aktuelle Informationen, Aufrufe & Kontakt: http://www.bundeswehr-wegtreten.org/
http://www.imi-online.de

10 Jahre Autonomes Zentrum Mühlheim

Seit 1998 gibt es das selbstverwaltete Jugendkulturzentrum. Und das wird gefeiert mit einer AZ 10-Jahres-Party.



Weg zum AZ:

Am Mühlheim HBF den Nord Ausgang (direkt an den Gleisen) benutzen. Die Kreuzung links überqueren (Eppinghoferstrasse). Anschließend den Tourainer Ring folgen und ca. nach 500 m rechts in die Auerstrasse einbiegen. Vor der Unterführung links in die Einfahrt vom AZ einbiegen. Ihre seid da.

Mehr Informationen und Programm unter: http://www.az-muelheim.de/

Freitag, 19. Oktober 2007

25. November: Der internationale Gedenktag "NEIN zu Gewalt an Frauen!"

Aufruf und Aktion von terres des Femmes

Dieser Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und hatten sich an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo beteiligt.

Der Mut der Mirabal-Schwestern bei ihrem Kampf gegen den Tyrannen gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln.

1981 wird der 25. November ein internationaler Gedenktag: Auf einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen in Bogotá in Kolumbien würdigten die Teilnehmerinnen diese Frauen und riefen das Todesdatum der drei Frauen zum Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen aus. Seit 1999 ist der 25. November auch von den Vereinten Nationen als offizieller internationaler Gedenktag anerkannt.



Das amerikanische Centre for Women’s Global Leadership bringt seit 1991 die Kampagne „16 Days of activism against Gender Violence“ auf den Weg. Ihr Ziel ist es, zwischen dem 25. November und dem Tag der Menschenrechte am 10. Dezember kontinuierliche und verbindende Themenschwerpunkte zu setzen und den Netzwerkgedanken weltweit voranzutreiben. Inzwischen liegt die internationale Beteiligung bei über 800 Organisationen und rund 90 verschiedenen Ländern.

Handzettel mit dem FahnenmotivTERRE DES FEMMES sieht sich als Teil dieser Bewegung. Daher haben wir für Deutschland eine Fahnenaktion entwickelt. Diese wurde 2001 erstmals bundesweit von zahlreichen Frauenbeauftragten und vielen anderen Verbänden aufgegriffen und mit getragen.

Bundesweit wurden in den letzten Jahren Fahnen in rund 800 Gemeinden und Städten gehisst, zusätzlich beteiligen sich inzwischen auch zahlreiche Verbände im deutschsprachigen Ausland an unserer Kampagne. So wurden in Südtirol zusätzlich 70 Fahnen auf italienisch und ladinisch nachgedruckt.

Rund um den 25. November finden im gesamten Bundesgebiet zahlreiche Veranstaltungen statt: Neben Informationsabenden, Vorträgen und Podiumsdiskussionen zum Thema "NEIN zu Gewalt an Frauen" werden auch zahlreiche (Benefiz-) Konzerte, Lesungen und Theatervorstellungen veranstaltet. Viele OrganisatorInnen können Prominente vor Ort für eine medienträchtige Fahnenhissung vor ihrem Rathaus oder anderen öffentlichen Gebäuden gewinnen.

Oft bildeten sich durch Vernetzung lokale und regionale Bündnisse, womit auch einem Erfahrungsaustausch und eventuellen weiteren Projektkooperationen der Boden bereitet ist.

Warum eine Fahnenaktion?

Fahnen als Medium der Öffentlichkeitsarbeit, eingesetzt für die Anliegen von Frauen, sind für uns wichtig und eine gute Ergänzung zu den bewährten Infoständen in Fußgängerzonen.
TERRE DES FEMMES will die bundesweite Beteiligung weiter ausbauen und vernetzen. So richten wir unser Augenmerk in diesem Jahr neben der Kommunalebene noch stärker auf Schulen, Bildungseinrichtungen und die Kirche. Aber auch jede Privatperson ist herzlich eingeladen, an dieser Aktion mitzuwirken und entsprechende Materialien zu bestellen.

Unser Ziel, mit der 3 m langen und 1,2 m breiten Bannerfahne bundesweit ein Zeichen zu setzen, ein neues Symbol zu schaffen und mehr Kontinuität in der Kampagnenarbeit für den 25. November zu entwickeln, sehen wir bestätigt.

Infos: http://www.frauenrechte.de/tdf/index.php?option=com_content&task=view&id=568&Itemid=59


Veranstaltungen

22.10.2007 um 19.30 Uhr "Über Gott und die Welt. Gespräche am Küchentisch", Buchpräsentation durch die beiden Autoren Lea Ackermann und Fritz Köster, Veranstalterin "AG Zwangsprostitution" im Frauenforum Recklinghausen, Gastkirche/Gasthaus, Heilige-Geist-Str. 7, 45657 Recklinghausen

Dr. Lea Ackermann, geb. 1937, war Bankkauffrau und Schuldirektorin und ist heute "die bekannteste Nonne Deutschlands" (SWR). Sie leitet seit 20 Jahren SOLWODI (Solidarität für Frauen in Not), "die größte Beratungsstelle gegen Menschenhandel" (SZ).
Schwester Lea hat ein Ohr und ein Auge für die Frauen, die von Chancengleichheit nur träumen können, die sich von geschäftstüchtigen Leuten unter falschen Versprechungen kaufen lassen und sich in der Zwangsprostitution wiederfinden.

Lea Ackermann hat bereits mehrer Bücher geschrieben. In diesem Jahr erschien zu ihrem 70. Geburtstag der Titel "Über Gott und die Welt. Gespräche am Küchentisch".

Autoren sind Lea Ackermann und der Theologieprofessor Pater Fritz Köster, mit dem sie, eine langjärige Freundschaft verfindet. Die beiden wohnen in einem großen Haus in Boppard-Hirzenach, in dem sich auch die deutsche SOLWODI-Zentrale befindet. Mit dabei sind die zwei Pflegekinder von Köster und Ackermann. Und in der Regel sitzt "diese ungewöhnliche Familie" dreimal am Tag zu den Mahlzeiten am Küchentisch. Daher dieser Buchtitel! "Und so lebendig, so humorvoll, so streitlustig wie dort geht es auch in dem Buch zu."

Eintritt frei
Kontakt/Infos: im Gleichstellungsbüro 0234/50-1191


12.11.2007 um 20.00 Uhr Kinofilm "Kaltes Land" in Cineworld, Kemnastr. 3, Recklinghausen

USA/2005; Regie: Niki Caro (Whale Rider)
Darstellerinnen: Oscar-Preisträgerinnen Charlize Theron und Frances Mc Dermond u.a.

Alles, was Josey Aims will, ist ein Beruf, der sie und ihre Kinder ernährt. Statt dessen wird sie begafft, begrabscht, bedroht, beleidigt, verhöhnt und von niemanden erst genommen. "Nehmen sie es wie ein Mann", sagt ihr tumber Chef. Doch sie nimmt es wie ein Mensch und verklagt ihren Arbeitgeber, eine Eisenmine im Norden Minesotas.

Der Film "Kalter Land" erzählt nach einer wahren Begebenheit die Geschichte einer Frau, die Ende der 80er Jahre in den USA den ersten Fall von sexueller Belästigung vor Gericht brachte und damit Geschichte schrieb.

Wir möchten mit diesem Film deutlich machen, dass Frauen das gleiche Recht auf Chancen am Arbeitsplatz haben müssen, wie ihre männlichen Kollegen. Dazu gehört auch der Umgang mit weiblichen Mitarbeiterinnen in Respekt und Würde.

Leider sieht die Realität im Arbeitsleben auch heute oft noch anders aus! Bundes- und europaweite Studien belegen, dass immer noch eine hohe Anzahl von Frauen an ihrem Arbeitsplatz sexuell belästigt werden.
Bei einer aktuellen Internetbefragung von Frau-TV, einer Fernsehsendung, die sich mit Frauenthemen befasst, gaben 67% der dort befragten Frauen an, dass sie sich an ihrem Arbeitsplatz schon einmal sexuell belästigt fühlten.

Eintritt: Platzgruppe 1: 6,80 Euro/Platzgruppe 2: 6,20 Euro


23. 11.2007 Antigewalttag, Rathaus Recklinghausen, Veranstalterin: der Runde Tisch "gegen häusliche Gewalt" Recklinghausen

Zum siebten Mal organisieren das Frauenhaus Recklinghausen, die Frauenberatung sowie die Gleichstellungsstelle der Stadt Recklinghausen gemeinsam zum Internationalen Gedenktag gegen Gewalt an Frauen. Eine Aktion, zu der Terre des Femmes auch in diesem Jahr aufruft (s.o.).

Vor dem Rathaus werden Fahnen gehisst, um sich der landeswieten Aktion "Nein zu Gewalt an Frauen" anzuschließen. Referenten werden die Aktion mit fachlichen Beiträgen begleiten. In Recklinghausen besteht inzwischen ein breites Bündnis gegen Gewalt an Frauen - der "Runde Tisch gegen häusliche Gewalt", die Ratskommision für Gleichstellungs- und Frauenfragen, das Frauenforum und andere Organisationen unterstützen die Bekämpfung häuslicher Gewalt.

Im Anschluss an die Rathaus-Aktion wird die Ausstellung "Frei leben ohne Gewalt" im Rathausfoyer eröffnet.

Weitere Informationen, über die Aktivitäten zum Antigewalttag sind erhältlich über ein Sonderprogramm